Bergische Macher

Podcast: Gira bleibt sich treu

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„Bergische Macher“: Dominik Marte und Christian Feltgen, beide Mitglieder der Geschäftsführung von Gira, sprechen im Podcast unter anderem über die Zukunft des Gebäudetechnikspezialisten.

Von Sven Schlickowey

Radevormwald. Im Sommer endete bei Gira in Radevormwald eine Ära: Zum ersten Mal in mehr als 110 Jahren Firmengeschichte steht seither kein Mitglied der Gründerfamilie Giersiepen mehr dem Mittelständler vor, stattdessen lenkt nun eine vierköpfige Geschäftsleitung die Geschicke des Gebäudetechnikspezialisten, der neben Lichtschaltern und Steckdosen längst auch Smart-Home-Produkte anbietet.

Im Wirtschaftspodcast „Bergische Macher“ berichten Christian Feltgen, verantwortlich für Technologiemanagement und Produktentwicklung, und Dominik Marte, der sich um Vertrieb und Marketing kümmert, über den Übergang, die Pläne für die Zukunft und das Spannungsfeld zwischen Design und Funktion. Das ganze Gespräch gibt es ab sofort auf den üblichen Plattformen zu hören, zudem geben wir es hier auszugsweise wieder. Christian Feltgen und Dominik Marte über . . .

Christian Feltgen (l.) und Dominik Marte sind zwei von vier Geschäftsführern bei Gira, der Radevormwalder Mittelständler stellt Elektroinstallations- und Gebäudesystemtechnik her.

. . . die Übergabe der Geschäftsleitung: Die sei lange vorbereitet und eher unspektakulär gewesen, sagen Marte und Feltgen. „So hat das sehr geräuschlos und organisch die letzten 18 Monate funktioniert“, blickt Dominik Marte auf die Zeit des Übergangs zurück. Auch ohne einen Vertreter der Inhaber- und Gründerfamilie bleibe Gira Gira, betonen die Geschäftsführer: „Wir haben unsere Kultur und die geht uns alle an, das ist nicht die Rolle von einem Gesellschafter oder einem Geschäftsführer.

. . . die Vorzüge des Mittelstands: „Wir freuen uns, dass wir sehr nachhaltig und langfristig agieren können“, sagt Dominik Marte. Es gehe darum, das Geschäft über Generationen weiter zu entwickeln – und nicht kurzfristig bestimmte Zahlen zu erreichen. In diese Rahmen sei auch die Innovationsfreude ausgeprägter, meint Christian Feltgen: „Wir dürfen uns schon trauen, mal was Marktveränderndes zu machen.“ Auch ermöglicht durch kürzere Entscheidungswege als etwa in Konzernen.

. . . das Erfolgsgeheimnis von Gira: Das liege auch und vor allem in technischen Innovationen, findet Produktentwickler Feltgen: „Wir haben immer wieder Dinge rausgebracht, auch mal Dinge, nach denen vorher keiner gefragt hat. Die sich dann aber zu Erfolg entwickelt haben.“ Hinzu komme das Design: „Das lassen wir auch in Zukunft nicht aus den Augen, dass unsere Produkte ansprechend wirken.“ Im Schaltschrank passiere zwar einiges, aber an der Wand sehe man Schalter und Steckdosen. Daneben sei es aber auch gelungen, eine attraktive Marke aufzubauen, betont Marte: „Viele Handwerksbetriebe arbeiten mit Gira, weil sie sagen: ‚Gira war die erste Schaltermarke mit Fernsehwerbung.‘“

. . . die Herausforderung, in der Entwicklung Funktion und Design unter einen Hut zu bekommen: „Das ist immer ein Kompromiss, der uns herausfordert“, verrät Christian Feltgen. „Und dann zählen eben die letzten 20 Prozent, die man mehr ins technische Risiko geht.“ Dabei müsse sich die Technik stets aufs Neue vom Design herausfordern lassen, sagt der studierte Elektrotechniker: „Davon leben wir auch, dass wir dieses Ringen hier mit sehr viel Ambitionen betreiben.“

. . . den Zukunftstrend Smart Home: Technische Systeme können die Wohn- und Lebensqualität, die Sicherheit und die Energieeffizienz eines Gebäudes erhöhen, erläutern Marte und Feltgen – und haben unzählige Beispiele parat: Licht, das automatisch angeht, wenn sich jemand im Raum bewegt, unterschiedliche Beleuchtungsszenarien je nach Stimmung oder Nutzung auf Knopfdruck, Jalousien, die auf Sonnenschein reagieren – und zwar abhängig von der Raumtemperatur, ein Schalter, der beim Verlassen die komplette Elektrik ausschaltet. Feltgen: „Ich muss mir nicht im Auto Sorgen machen, habe ich alles ausgeschaltet.“

So wie bestimmte Extras in Autos längst normal geworden seien und das Fahrzeug ohne kaum wiederverkaufbar sei, werde auch Smart Home in Wohngebäuden völlig normal, ist Christian Feltgen überzeugt: „Eine Gebäudeautomatisierung, die effizienzerhöhend und komfortsteigernd ist, hat auch etwas mit Investitionsschutz zu tun.“

Der Podcast

Die neue Folge von „Bergische Macher“, dem Wirtschaftspodcast von Solinger Tageblatt und Remscheider General-Anzeiger, ist ab sofort abrufbar. Auf gängigen Plattformen wie Spotify, iTunes, Deezer und Youtube sind auch die vorherigen Folgen zu finden.

www.rga.de/lokales/podcast

Rubriklistenbild: © Michael Schütz

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