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Bergische Macher: Ehepartner als Kollege ist „ein absoluter Vorteil“

Seit 2009 leiten Anja Steinhaus-Nafe und Götz Nafe die Geschicke des Remscheider Lebensmittelproduzenten Steinhaus, im Podcast „Bergische Macher“ sprechen sie unter anderem über den Übergang von der vierten zur fünften Generation im Familienbetrieb. Foto: Roland Keusch
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Seit 2009 leiten Anja Steinhaus-Nafe und Götz Nafe die Geschicke des Remscheider Lebensmittelproduzenten Steinhaus, im Podcast „Bergische Macher“ sprechen sie unter anderem über den Übergang von der vierten zur fünften Generation im Familienbetrieb.

Anja Steinhaus-Nafe und Götz Nafe im Podcast „Bergische Macher“

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Sie teilen sich eine Aufgabe – und einen Nachnamen: Anja Steinhaus-Nafe und Götz Nafe sind verheiratet und Geschäftsführer des Remscheider Lebensmittelherstellers Steinhaus, der bundesweit für frische Pasta, Soßen und Wurstwaren im Premium-Segment bekannt ist. Für sie sei immer klar gewesen, dass der eigene Weg ins Familienunternehmen führt, berichtet Anja Steinhaus-Nafe. Für Ehemann Götz Nafe, wie seine Frau studierter Betriebswirt, kam die Anfrage seines Schwiegervaters hingegen eher überraschend.

In der sechsten Episode des Wirtschaftspodcast von Remscheider General-Anzeiger und Solinger Tageblatt sprechen die beiden unter anderem über ihren Start in der Firma und die damit verbundenen Änderungen im Unternehmen, über die Art ihrer Zusammenarbeit, Übernahmeangebote und die Lust an ständigen Innovationen. Einige Auszüge aus dem rund einstündigen Gespräch: Anja Steinhaus-Nafe und Götz Nafe über...

...die Zusammenarbeit als Geschäftsführer und Ehepartner:

„Ich glaube, nein, ich weiß, wir haben unseren Weg gefunden“, sagt Anja Steinhaus-Nafe. Immer wieder höre sie von anderen, dass die es sich gar nicht vorstellen könnten, mit ihrem Partner zusammenzuarbeiten: „Ich kann es mir gar nicht mehr anders vorstellen.“ Nähme das Thema am Abendbrottisch zu viel Raum ein, würden die gemeinsamen Kinder schon mal intervenieren, räumt Götz Nafe ein, aber grundsätzlich sei die vertraute Zusammenarbeit „ein absoluter Vorteil“.

...einen möglichen Verkauf des Unternehmens:

Auch wenn regelmäßig andere Unternehmen und Investoren anklopfen würden, ein Verkauf des Familienunternehmens komme nicht in Frage, sind sich Anja Steinhaus-Nafe und Götz Nafe einig. Dafür betreibe man das Geschäft mit zu viel Leidenschaft, so Steinhaus-Nafe. Zudem bleibe die Frage, was man stattdessen tue, sagt ihr Ehemann: „Den ganzen Tag Segeln gehen, steht für uns nicht zur Diskussion.“

...über Steinhaus‘ Heimatstadt Remscheid:

„Wir haben ein sehr, sehr gutes Verhältnis zu den Behören hier, was wir sehr schätzen“, sagt Götz Nafe über die Zusammenarbeit mit der Remscheider Verwaltung. Die arbeite effektiv und effizient.

... die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern:

„Wir haben hier immer, und das geht schon auf meinen Schwiegervater zurück, die höchsten sozialen Standards eingehalten“, sagt Götz Nafe und nennt Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge und eine niedrige Leiharbeiter-Quote als Beispiel. Das sei zwar teurer, spreche sich in Remscheid und Umgebung aber auch unter potenziellen Mitarbeitern herum.

...die Herausforderungen des deutschen Lebensmittelhandels:

„Wir sind hier, das erzählen wir auch immer unseren Mitarbeitern, besonderen Herausforderungen ausgesetzt“, sagt Götz Nafe, der einen Teil seines Berufslebens vor Steinhaus bei der amerikanischen Supermarkt-Kette Walmart verbracht hat. Der größte Lebensmittelhändler der Welt hatte Ende der 1990er-Jahre versucht, in Deutschland Fuß zu fassen – war dabei aber gescheitert und zog sich nach knapp zehn Jahren und geschätzt drei Milliarden Dollar Verlust zurück. Um die Anforderungen des deutschen Handels zu erfüllen, müsse Steinhaus immer wieder „produktive und innovative Höchstleistungen“ erreichen, ist Nafe überzeugt. Dass ihre Firma frische Lebensmittel mit relativ kurzen Haltbarkeiten herstelle, mache das Geschäft noch komplizierter, sagt Anja Steinhaus-Nafe: „Wenn sich der Disponent bei Trockenpasta ein wenig verspekuliert, passiert damit ja nichts.“

...über die zahlreichen Produkt-Innovationen der Firma.

Die stetig abzuliefern, sei gar nicht mal so anstrengend, sagt Anja Steinhaus-Nafe: „Irgendwie ist man fast, im positiven Sinn, wie in einem Strudel drin.“ Neige sich das eine Projekt dem Ende zu, ergebe sich fast automatisch das nächste.

Podcast

Die neue Folge des Podcasts „Bergische Macher“ ist ab sofort abrufbar. Auf gängigen Plattformen wie Spotify, iTunes, Deezer und Youtube sind auch die bisher erschienenen Gespräche zu finden. Die Idee des Formats: Erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Bergischen sprechen über ihre Karriere, Unternehmertum und Privates.

rga.de/lokales/podcast

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