Wirtschaft

Neue Richtmaschine macht die ersten Schritte in Richtung KI

Jessica Althajmer (l.), Marc Beckmann (2.v.l.) und Konstantin Althajmer (2.v.r.) präsentieren stolz zusammen mit Christian Ksciuk Claudius Jaschkowitz und Rudolf Dudek (v.l.) die neue NWR 30. Foto: Leon Sinowenka
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Jessica Althajmer (l.), Marc Beckmann (2.v.l.) und Konstantin Althajmer (2.v.r.) präsentieren stolz zusammen mit Christian Ksciuk Claudius Jaschkowitz und Rudolf Dudek (v.l.) die neue NWR 30.

Solinger Schmitz Apparate- und Maschinenbau GmbH liefert Fertigungslinie nach Sachsen.

Von Sven Schlickowey

Solingen. Sie ist über 30 Meter lang, der größte Einzelauftrag des Jahres und für Geschäftsführer Konstantin Althajmer schlicht „die größte Innovation in der 42-jährigen Firmengeschichte“: In dieser Woche liefert die Schmitz Apparate- und Maschinenbau GmbH eine Neun-Walzen-Richtmaschine mit Namen NWR 30 aus. Ein wirtschaftlich wie technologisch wichtiges Projekt für das Solinger Unternehmen, wie Althajmer betont. Und eines, bei dem nicht zuletzt die nächste Generation in der Firma glänzen konnte.

Denn während sich um die kaufmännische Abwicklung des Auftrags die 31-jährige Jessica Althajmer, wie ihr Vater Konstantin geschäftsführende Gesellschafterin, kümmerte, lag die Entwicklung in den Händen des 29-jährigen technischen Leiters Marc Beckmann. Der gelernte Kfz-Mechatroniker mit Meistertitel und einem Bachelor in Maschinenbau ist inzwischen in den Kreis der Gesellschafter aufgerückt. Auch, um ihn ans Unternehmen zu binden: „Ein Gesellschafter kann nicht kündigen“, lacht Konstantin Althajmer.

Geliefert wird die NWR 30 zur Firma BGH Edelstahl nach Freital. Auf der Fertigungslinie werden künftig Stahlstangen gerichtet. Was immer man aus solchen Stangen produzieren wolle, ob Wellen, Achsen, Spindeln oder Kolben, zuvor müssten sie dafür einen Richtprozess durchlaufen, erklärt Althajmer: „Sie müssen exakt gerade sein.“ Diese Arbeit übernehmen neun aufeinander abgestimmte und computeroptimierte Walzen, deren Steuerung schon die ersten Schritte Richtung Künstliche Intelligenz (KI) macht.

Die neue Maschine sei in der Lage, einen einmal optimierten Richtprozess später zu reproduzieren, berichtet Konstantin Althajmer. Dafür müsse man nur den Werkstoff und die Maße der Stange eingeben. „Der nächste Schritt ist dann, dass die Maschine das mit einem Sensor selber erkennt und die Einstellungen automatisch ändert.“

Zudem sei die Materialzuführung komplett neu konzipiert worden, sagt der Geschäftsführer. „Die Stangen müssen vorher entflechtet werden, früher wurde das von Hand gemacht.“ Die NWR 30 erledige dies nun automatisch. Was auch die Arbeitssicherheit steigere.

Die Zulieferer für das Projekt stammen überwiegend aus der Region, betont Althajmer. Die Kunden des Unternehmens säßen in halb Europa, „aber unsere Lieferanten dürfen gerne aus dem Bergischen kommen“. Allein innerhalb Solingens seien dafür Aufträge im Gesamtwert von rund 400 000 Euro vergeben worden. Und den Transport nach Sachsen wird die Remscheider Spedition Gustav Mäuler übernehmen. „Darauf sind wir sehr stolz, und das werden wir auch weiterhin so machen.“

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