Kleidungsstücke aus Bio-Baumwolle

Nachhaltige Kindermode statt „Fast Fashion“

Stefanie Krausen ist die Gründerin und Geschäftsführerin der Solinger Millitomm GmbH. Mit ihrer nachhaltigen Kinderkleidung verfolgt sie ehrgeizige Ziele. Foto: Rouven Böttner
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Stefanie Krausen ist die Gründerin und Geschäftsführerin der Solinger Millitomm GmbH. Mit ihrer nachhaltigen Kinderkleidung verfolgt sie ehrgeizige Ziele.
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2017 hat Stefanie Krausen die Millitomm GmbH gegründet – sie verfolgt ehrgeizige Ziele.

Von Moritz Jonas

Solingen. Nachhaltigkeit spielt in unserer Gesellschaft durchaus eine große Rolle. Trotzdem gibt es immer noch Bereiche, in denen das Thema einen eher untergeordneten Platz einnimmt. In der Modebranche zum Beispiel, wo „Fast Fashion“ – also günstig produzierte und verkaufte Kleidung – häufig an der Tagesordnung ist. Das erkannte auch die Solingerin Stefanie Krausen, weshalb sie 2017 mit der Millitomm GmbH ihr eigenes Modelabel für nachhaltige Kinderkleidung gründete.

Krausen produziert ihre Kleidungsstücke aus Bio-Baumwolle zusammen mit einem Hersteller aus Portugal ganz nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS). Dies ist der weltweit führende Standard für die Verarbeitung von Textilien aus zertifiziert biologisch erzeugten Naturfasern. Doch obwohl bei Millitomm bereits genau darauf geachtet werde, dass die Anziehsachen entlang der Wertschöpfungskette fair und nachhaltig produziert werden, ist es Krausens Ziel, diesen Prozess immer weiter zu verbessern.

Eine Philosophie, die sie auch in der restlichen Führung ihres Unternehmens beherzigt: „Natürlich bin ich froh über die Entwicklung der vergangenen Jahre. Jedes Teil, das wir verkaufen, oder jeder kleine Schritt, den wir gehen, macht mich stolz.“ Trotzdem sei die Entwicklung eines Unternehmens ein langwieriger, im Grunde nie endender Prozess. Deshalb sind ihre Ziele damals wie heute: Millitomm als Marke bekannter zu machen und den Gedanken der Nachhaltigkeit in die Welt zu tragen.

Denn auch wenn der Wunsch nach Nachhaltigkeit in vielen Teilen der Gesellschaft Einzug gefunden habe, sei er in der Modebranche weniger verbreitet. Das Ziel müsse es sein, von der Denkweise wegzukommen, man brauche alle zwei Wochen neue Klamotten, nur um mit der Mode zu gehen. „Wir sollten lieber stolz auf die Sachen sein, die wir haben“, fordert Krausen.

Aus diesem Grund sei es ihr auch so wichtig, dass ihre Kleidung so hochwertig wie möglich ist. Damit die Kinder sie so lange wie möglich tragen können. Bei Millitomm wird die Kleidung deshalb auch ausschließlich in Doppelgrößen produziert, damit die Kinder nicht so schnell rauswachsen. Zurzeit umfasst die Produktpalette T-Shirts, Longsleeves, Hoodies, Pullover, Hosen und Mützen für Jungen und Mädchen sowie seit neustem auch T-Shirts für Damen.

„Ideen habe ich noch viele, mein Kopf ist immer voll.“

Stefanie Krausen, Millitomm-Gründerin

Das Potenzial ist laut Krausen noch längst nicht ausgeschöpft: „Ideen habe ich noch viele, mein Kopf ist immer voll. Allerdings wollen wir auch keine Schnellschüsse machen, es muss auch passen.“ In jedem Produkt stecke schließlich viel liebevolle Handarbeit, so Krausen weiter. Und es soll alles perfekt sein: „Die Kinder haben schließlich nur das Beste verdient.“ Diese Akribie hat ihr und ihrem Unternehmen den Grünen Knopf beschert – ein staatliches Siegel für nachhaltige Textilien.

Das primäre Ziel von Krausen ist aktuell, die Mode von Millitomm in die Läden zu bringen. Zurzeit werden die Produkte nahezu ausschließlich über den Online-Handel vertrieben. Durch Corona sei das Vorhaben, andere Vertriebswege zu erschließen, deutlich ausgebremst worden. „Dadurch, dass wir unsere Produkte nicht so aktiv bewerben konnten, die meisten Läden lange geschlossen und ohnehin schon große Lagerbestände hatten, war es für uns natürlich schwierig, darein zu kommen“, erzählt Krausen. Nun solle dieses Vorhaben aber weiter vorangetrieben werden. Auch hier sind die Ziele der Gründerin grenzenlos: „Zufrieden bin ich erst dann, wenn wir mit Millitomm in Geschäften auf der ganzen Welt vertreten sind.“

Aber ihr größter Wunsch für die Zukunft ist ein anderer: „Klar wollen wir weiter wachsen, aber ich glaube, wenn ich irgendwann mal Kinder mit meiner Kleidung über die Straße gehen sehe, das würde mich schon unglaublich mit Stolz erfüllen“, sagt Krausen.

www.millitomm.de

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