Mehr Weiterbildung, leichterer Zugang zum Kurzarbeitergeld

Auswirkungen des Arbeit-von-Morgen-Gesetz für Arbeitnehmer

Lars Althoff ist Fachanwalt für Arbeitsrecht. Archivbild: Battefeld
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Lars Althoff ist Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Ende April hat der Bundestag das Arbeit-von-Morgen-Gesetz beschlossen.

Bergisches Land. Was das für Arbeitnehmer bedeutet, klären wir zusammen mit dem Remscheider Fachanwalt Lars Althoff.

Welches Ziel verfolgt das Gesetz?

Es gehe vor allem darum, Arbeitnehmer in Arbeit zu halten, sagt Althoff. So sollen Mitarbeiter trotz der sich stetig wandelnden Arbeitsläufe, beispielsweise aufgrund der Digitalisierung, fit für den Job gehalten oder gemacht werden. „Im Rahmen der Corona-Krise und der vermehrten Arbeitsausfälle in Unternehmen bedeutet dies aber vor allem auch, den Zugang zum Kurzarbeitergeld zu erleichtern.“

Welche Auswirkungen gibt es bei der Kurzarbeit?

„Kurzarbeitergeld kann künftig schon beantragt werden, wenn 10 Prozent der Belegschaft vom Arbeitsausfall betroffen sind“, erläutert der Anwalt. Zudem könnten nun auch Leiharbeiter Kurzarbeitergeld bekommen.

Welche Neuerungen gibt es bei der Weiterbildung?

Unter anderem höhere Förderungsmöglichkeiten, sagt Lars Althoff: „Die Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit zu Lehrgangskosten und Arbeitsentgelt werden jeweils um 10 Prozent angehoben.“ Noch interessanter sei dies für Firmen mit entsprechender Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag. Sehen die berufliche Weiterbildung vor, können weitere 5 Prozent geltend gemacht werden. Zudem seien Maßnahmen nicht mehr abhängig von einer Mindestteilnehmerzahl: „Auch Weiterbildungen mit geringen Teilnehmerzahlen können gefördert werden.“

Gibt es auch organisatorische Erleichterungen?

Hier nennt der Fachanwalt vor allem eine Regelung, nach der nicht mehr nur individuelle Bildungsscheine, sondern auch Sammelanträge möglich sind: „Sind also Qualifikation, Bildungsziel und Fördernotwendigkeit vergleichbar, können mehrere Arbeitnehmer oder Betriebe gleichzeitig das Angebot beantragen“, sagt Althoff. So werde das Verfahren deutlich vereinfacht, für Arbeitgeber und -nehmer.

Werden weitere Förderungen ermöglicht?

Dazu nennt Althoff eine Verbesserung der Qualifizierung innerhalb von Transfergesellschaften: „Bezieht ein Arbeitnehmer Transferkurzarbeitergeld, besteht für kleinere und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten die Möglichkeit, bis zu 75 Prozent der Kosten für die Weiterbildung durch die Bundesagentur für Arbeit entrichten zu lassen.“ Und das unabhängig vom Alter, wie der Anwalt betont: „Die bisherige Regel, dass der Betroffene für eine Qualifizierungsmaßnahme mindestens 45 Jahre alt oder gering qualifiziert sein muss, wird abgelöst.“ -wey-

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