„Bergisch Circular“

Kreislaufwirtschaft soll Einzug in die Verwaltungen halten

„Bergisch Circular“ soll Kommunen in den Bereichen Beschaffung, Abfallvermeidung und Bauen nachhaltiger aufstellen.

Von Nina Mützelburg

Bergisches Land. Um alte Matratzen zu recyceln, müssen sie sortenrein auseinandergenommen werden. Das ist kompliziert. Darum landen die meisten Matratzen vom Sperrmüll auf der Restmülldeponie. In den Niederlanden gibt es eine Firma, die sich auf genau diese Trennung spezialisiert hat. Die Matratzen könnten gesammelt und zur Entsorgung dorthin transportiert werden. Das ist nicht nur für private Haushalte interessant, sondern auch für kommunale Einrichtungen. Wenn sich dabei auch noch die bergischen Großstädte Wuppertal, Solingen und Remscheid zusammentäten, könnte das günstig und nachhaltig gestaltet werden.

Das ist ein erster konkreter Vorschlag von „Bergisch Circular“, einem Forschungsprojekt zum Schaffen einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Die Ziele sind, interkommunale, zirkuläre Strukturen und kreislauffördernde Anpassungen in den Kommunalverwaltungen zu erarbeiten und zu etablieren. Durch eine regionale Kreislaufwirtschaft sollen Synergien entstehen, die zu einer Strukturförderung der gesamten Region beitragen. Mit im Boot sitzen die Städte Wuppertal, Solingen und Remscheid, die Stadtentwicklungsgesellschaft Solingen sowie Wuppertal Institut und Neue Effizienz.

Gemeinsam sollen Lösungsvorschläge erarbeitet und den Mitarbeitenden in den Verwaltungen nähergebracht werden. Gefördert wird das Projekt mit 2,1 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Der Förderzeitraum hat bereits im Juni 2021 begonnen und läuft noch bis Ende Mai 2024. „Wir gehen erst jetzt richtig an die Öffentlichkeit, weil wir nun konkrete Vorschläge machen, und erste Leuchtturmprojekte anstehen“, sagt Anna Mader von Neue Effizienz, die das Projekt koordiniert.

Grundstein des Projektes sind eine enge Zusammenarbeit der Beteiligten sowie eine intensive Kommunikation in die Städte hinein. Hierfür sind Projektstellen in den Kommunalverwaltungen eingerichtet worden, die das interkommunale Wissen- und Prozessmanagement übernehmen. 1,5 Stellen pro Stadt wurden dafür besetzt.

Bei der Projektarbeit gibt es drei Schwerpunktbereiche: öffentliche Beschaffung, Abfallvermeidung und zirkuläres Bauen. Durch ihr Einkaufsverhalten hätten die Kommunen eine bedeutende ökonomische Marktmacht und bildeten einen Hebel für Klima- und Ressourcenschutz. Bergisch Circular will Grundsätze definieren, mit denen die Kreislaufwirtschaft in den Fokus der öffentlichen Beschaffung rückt. Dabei soll die komplette Einkaufsstrategie überdacht werden. Die Abfallwirtschaft soll ebenfalls auf den Prüfstand kommen.

„Das konventionelle Bauen verursacht rund 40 Prozent der globalen CO2-Emissionen und verbraucht Milliarden an Rohstoffen. Eine Chance, dagegen etwas zu bewirken, sowie großes wirtschaftliches Potenzial liegen im zirkulären Bauen“, heißt es von Bergisch Circular. Sie wollen die Baulandschaft von morgen mitgestalten.

Das Ministerium wünscht sich am Ende des Projektes eine Art Blaupause für interkommunale, kreislauffördernde Verwaltungsstrukturen sowie Praxislösungen in den drei Schwerpunktthemen. Das soll ermöglichen, die Erkenntnisse auf andere Kommunen übertragbar zu machen.

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