Analyse

Kredite: Banken stellen höhere Anforderungen

Kurt Ludwigs (l.) und Andreas Koch präsentierten die Ergebnisse der Erhebung.
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Kurt Ludwigs (l.) und Andreas Koch präsentierten die Ergebnisse der Erhebung.
  • Manuel Böhnke
    VonManuel Böhnke
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Crefo Factoring Rhein-Wupper GmbH analysiert Zahlungsverhalten und Finanzierung des regionalen Mittelstands.

Bergisches Land. Banken werden bei der Kreditvergabe an Unternehmen restriktiver. Das zeigt eine Auswertung Crefo Factoring Rhein-Wupper GmbH. Demnach gaben 38,1 Prozent der befragten Mittelständler an, die geforderte Kreditsicherheiten seien gestiegen. 29,3 Prozent berichten von höheren Anforderungen an die Eigenkapitalquote, 79,1 Prozent von zunehmenden Zinsforderungen.

Crefo Factoring und die Creditreform haben die Daten im Oktober erhoben. 190 Betriebe mit zehn bis 500 Mitarbeiterin beteiligten sich. Sie kommen aus dem Gebiet der Kommunen Solingen, Remscheid und Leverkusen. Neben den drei Großstädten umfasst dieses Burscheid, Haan, Hückeswagen, Langenfeld, Leichlingen, Monheim, Radevormwald und Wermelskirchen.

„Die Finanzierung ist ein sehr interessantes Thema“, betont Andreas Koch. Der Crefo-Factoring-Geschäftsführer schildert, dass 37 Prozent der Firmen in der Region lediglich mit einer Hausbank zusammenarbeiten. „Das hat sich in Krisenzeiten als kritisch herausgestellt.“

Trotz der offenkundig gestiegenen Anforderungen der Banken empfinden es vier von zehn Befragten noch immer als „leicht“ oder „sehr leicht“, einen Kredit von der Hausbank zu erhalten. Die gleiche Menge antwortete „eher leicht“, 18,5 Prozent „eher schwierig“. Für jeweils 1,9 Prozent ist es „schwierig“ oder „sehr schwierig“.

„Das hat sich in Krisenzeiten als kritisch herausgestellt.“

Andreas Koch über die Arbeit mit nur einer Hausbank

Die Diskrepanz führt Andreas Koch unter anderem auf die Eigenkapitalquote zurück. Je höher die ist, desto unkomplizierter seien die Gespräche mit den Geldinstituten. 42,4 Prozent der Mittelständler verfügen Crefo Factoring zufolge „über eine solide Eigenkapitaldecke von mindestens 30 Prozent“. Der Wert liegt in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (44,4 Prozent).

Zugenommen hat der Anteil der Betriebe mit einer Eigenkapitalquote von 20 bis 30 Prozent: von 8,6 auf 15,3 Prozent. 11,9 Prozent verfügen über 10 bis 20 Prozent Eigenkapital (2021: 21 Prozent), 30,5 über weniger als 10 Prozent (2021: 25,9). Insgesamt sei die Eigenkapitalausstattung des regionalen Mittelstandes etwas schlechter geworden. Dennoch liege das Ergebnis über dem Bundesschnitt. Auch ein coronabedingter Einbruch ist nicht zu erkennen.

Gleiches gilt für das Zahlungsverhalten. Die Zahlungsmoral ihrer Kunden bewerten 97,3 Prozent der hiesigen Mittelständler als „befriedigend“ oder besser. In Schulnoten ausgedrückt zeigt die Erhebung wie im Vorjahr eine 2,1. Rund 74 Prozent beklagen Forderungsverluste von bis zu 0,1 Prozent, lediglich in 1,4 Prozent der Fälle liegt der Wert bei mehr als einem Prozent – ein besseres Ergebnis als im Vorjahr.

85,3 Prozent der Rechnungen werden binnen 30 Tagen begleichen. Zwei Monate oder länger dauert es bei rund sechs Prozent. Auffällig ist, dass öffentliche Auftraggeber der aktuellen Umfrage zufolge zügiger zahlen als in den zurückliegenden Jahren. „Dort scheint ein Umdenken stattgefunden zu haben, vielleicht aufgrund der aktuellen Krise“, sagt Kurt Ludwigs, der an der Auswertung beteiligt war.

Unter dem Strich decken sich die Ergebnisse mit der jüngst vorgestellten Umfrage der Creditreform zur Wirtschaftslage im Mittelstand. Diese ist gegenwärtig noch gut. Zwar sind die Aussichten deutlich getrübt, das spiegelt sich allerdings noch nicht im aktuellen Zahlungsverhalten sowie der derzeitigen Finanzierung wider.

Crefo Factoring Rhein-Wupper GmbH

Zum Angebot der Crefo Factoring Rhein-Wupper GmbH gehört, das Ausfallrisiko ihrer Kunden zu übernehmen. Zudem zählt das Forderungsmanagement zu den Dienstleistungen des Unternehmens der Creditreform-Gruppe. Die Solinger haben 110 Kunden in der Region. Bis Ende Oktober wickelten Andreas Koch und seine Kollegen in diesem Jahr für sie rund 64 300 Rechnungen an 13 574 Debitoren ab. Der Geschäftsführer rechnet 2022 mit einem Auftragsvolumen von mehr als 140 Millionen Euro – im Vorjahr lag der Wert bei 135,5 Millionen Euro.

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