Junger Solinger bringt eigenes Messer auf den Markt

Robin Reuschels Kleng-Messer gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Foto: Christian Beier
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Robin Reuschels Kleng-Messer gibt es in unterschiedlichen Ausführungen.

Mit „Kleng“ möchte Robin Reuschel ambitionierte Hobbyköche ansprechen

Von Manuel Böhnke

Solingen Robin Reuschels Karriere hat sich stringent entwickelt. Nach dem Abitur zog er zum Studieren nach Frankfurt. Den Master-Abschluss im Bereich Finance machte er in Barcelona. Mit Mitte 20 heuerte er bei der Unternehmensberatung Roland Berger an. Knapp drei Jahre arbeitete er dort, bis er vor sechs Monaten einen neuen Weg eingeschlagen hat. „Ich wollte mir immer etwas Eigenes aufbauen“, erzählt Reuschel. Der 28-Jährige hat sein Projekt gefunden: Unter dem Namen „Kleng“ bietet er eigens entwickelte Messer an.

Dass er sich mit diesem typisch Solinger Produkt beschäftigt, ist kein Zufall. Robin Reuschel selbst bezeichnet sich als „Messer-Fan“. Köche in seiner Verwandtschaft bläuten ihm früh ein, dass eine scharfe Klinge das wohl wichtigste Werkzeug in der Küche ist. Doch im Alltag habe er Probleme identifiziert, die seiner Beobachtung nach auf viele Modelle zutreffen: Sie werden mit der Zeit stumpf, können nicht unbedingt in Sachen Nachhaltigkeit punkten und ähneln einander optisch häufig.

Hier setzt Kleng, Solinger Platt für „Klinge“, an. Zwei Jahre nahm die Entwicklung in Anspruch. Zunächst trieb Reuschel das Projekt parallel zu seiner Tätigkeit bei Roland Berger voran – seit einem halben Jahr kümmert er sich in Vollzeit darum. Unterstützung erhält der 28-Jährige von Bekannten. „Im Bergischen kennt jeder jeden.“ Bei Fragen oder Problemen sind ein guter Rat oder eine helfende Hand nicht weit.

Die Griffe bestehen aus einem schnell nachwachsenden Rohstoff

Mehrere Prototypen hat es bis zur endgültigen Version von „Chef’s Messer“ gebraucht. Inzwischen ist es im Kleng-Onlineshop erhältlich. Der Griff besteht aus Faser-Bambus, einem schnell nachwachsenden Rohstoff. Für die Klinge wird Messerstahl mittels Lasertechnologie in Form gebracht, ehe die weiteren Schritte – vom Schleifen bis zum Abziehen – folgen. Eine Solinger Manufaktur übernimmt die Herstellung in Reuschels Auftrag. Die Klinge ist in einer normalen Variante sowie mit einer Diamond-Like-Carbon-Beschichtung erhältlich. Kleng bietet zudem einen Messerblock an, der ebenfalls aus Faser-Bambus besteht. Der Clou: Integrierte Schleifeinsätze sollen für ein dauerhaft scharfes Messer sorgen.

Kleng soll „ambitionierte Hobbyköche mit einer schicken Küche“ ansprechen. Die Idee scheint anzukommen. Über die Plattform Kickstarter suchte Reuschel jüngst Unterstützer für sein Projekt. Mehr als 15 000 Euro kamen zusammen. Mit dem Geld möchte der 28-Jährige, den das Solinger Coworkit mit einem Stipendium fördert, seine Firma weiterentwickeln. Das Ziel ist, 2022 ein kleineres Koch- und ein Brotmesser zu entwickeln.

Beim Aufbau des eigenen Unternehmens profitiert Robin Reuschel von seiner Zeit als Berater. Den Schritt in die Selbstständigkeit bereut er nicht: „Es macht unfassbar Spaß, jeden Tag am eigenen Produkt zu arbeiten.“

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