Trikots

Jeder Verein bekommt sein eigenes Design

Mannschaftsfoto des FC Remscheid in den neuen Trikots.
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Mannschaftsfoto des FC Remscheid in den neuen Trikots.

Remscheider Sportartikel-Firma bietet individuell gestaltete Trikots an.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Der altehrwürdige FC Remscheid hat einen neuen Ausrüster. Doch die Trikots, mit denen der ehemalige Zweitligist in der kommenden Saison in der Landesliga aufläuft, stammen nicht aus Herzogenaurach, Beaverton oder Aarhus, sondern ebenfalls aus Remscheid. Seit einem Jahr gibt es hier eine neue Sportbekleidungsmarke. Mit Xone möchte Marcel Maaß den Markt aufmischen. Indem er es anders macht, als Adidas, Nike oder Hummel.

„Davon gibt es ja schon 50 andere, die das auch können“, sagt Maaß über das Geschäftsmodell der großen Sportartikler. Stattdessen setzt er auf höchst individuelle Lösungen. Jedes Trikot wird speziell für den jeweiligen Verein angefertigt, das Material, der Schnitt und vor allem die Gestaltung können ausgesucht beziehungsweise angepasst werden. „Und wenn ein Verein ein Design von mir bekommt, kriegt das kein anderer mehr.“

„Mein Ziel ist es, ganz auf Sonderanfertigungen zu setzen.“

Marcel Maaß, Xone

Dahinter steckt ein neues Herstellungsverfahren, das sich in manchen Sportarten, unter anderem im Radsport, beim Eishockey und beim Paintball, schon länger durchgesetzt hat. Statt die Trikots aus überwiegend einfarbigen oder einfach gemusterten Stoffen zusammenzusetzen und anschließend zu bedrucken, wird das Material hierbei schon vor dem Nähen mit einem digitalen Verfahren bedruckt. Und dabei sind die Fantasie kaum noch Grenzen gesetzt.

So schmückt das Trikot des FCR zum Beispiel ein bergisches Löwe. Ein anderes Team, das Xone ausstattet, hat eine Bärentatze als Logo – und passend dazu „Kratzspuren“ auf den Trikots. Skylines von Städten, das Vereinslogo in der Art eines Wasserzeichens, Farbverläufe, alles kein Problem, betont Marcel Maaß: „Mein Ziel ist es, ganz auf Sonderanfertigungen zu setzen.“

Die Entwürfe stammen alle von ihm. Auch weil die ganze Firma aktuell nur aus ihm selber besteht, Maaß betreibt Xone neben seinem Hauptberuf bei einer Stahlfirma. „Häufig versuche ich, aus dem Vereinslogo etwas zu bauen“, beschreibt er den Vorgang. „Viele Teams haben auch Spitznamen, daraus kann man dann etwas machen.“

Zu verdanken hat er Xone seiner eigenen Fußballmannschaft. Als da die Anschaffung neuer Spielkleidung anstand, hätten die Team-Mitglieder Trikots, die ihnen gefallen, in eine Gruppe gepostet, erinnert sich Marcel Maaß: „Aber das waren im Prinzip immer die gleichen, so viele verschiedene gibt es ja nicht.“ Also setzte er sich an den Rechner und entwarf ein eigenes Design. „Die Jungs waren sofort begeistert.“ Und dank seiner Ausbildung beim Remscheider Sportartikel-Lieferanten Hudora verfügte über die passenden Kontakte, die Trikots produzieren zu lassen. Das Volleyball-Team einer Arbeitskollegin war dann Kunde Nummer zwei.

Trikots, Stutzen und andere Kleidungsstücke kommen heute wie damals aus China, Pakistan und Polen. Das führe zu recht langen Lieferzeiten von rund sechs Wochen, räumt Marcel Maaß ein. Weil er aber direkt beim Hersteller beziehe, könne er quasi das ganze Trikot beeinflussen, bis hin zur Stoffstruktur. Und wenn der Verein Kapuzen am Trainingsanzug haben möchte, so wie jetzt der FC Remscheid, wird das prompt erledigt.

Und dank dieses direkten Draht könne Xone auch preislich mit den großen der Branche mithalten, sagt Maaß. Zwar sei das einzelne Trikot meist etwas teurer als die von der Stange, dafür seien aber keine weiteren Drucke mehr notwendig. Ob Vereinsname und -logo, Trikotnummer, Sponsoren oder Spielername, das ist alles längst aufgebracht, bevor die Kleidungsstücke zusammengenäht werden.

Mit diesem Vorzug geht Marcel Maaß in die Akquise. Vor allem aber mit seinen individuellen Designs. „Wenn mich ein Verein anspricht, mache ich für ihn einen Entwurf, damit kriege ich die fast immer.“ Nur beim FC Remscheid ging er sogar noch einen Schritt weiter – und ließ gleich ein paar Trikots anfertigen. Als er die den Verantwortlichen gezeigt habe, seien die sofort überzeugt gewesen, berichtet Maaß: „Ich bin selber Remscheider und wollte den FCR unbedingt haben.“

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