Unternehmen zeigen kein homogenes Bild

In der Krise ist die Bergische Wirtschaft gespalten

Die RGA-Wirtschaftsbeilage liegt der morgigen Ausgabe (Mittwoch) der Tageszeitung bei.
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Die RGA-Wirtschaftsbeilage liegt der morgigen Ausgabe (Mittwoch) der Tageszeitung bei.

Bergisches Land. Die Stimmung unter den bergischen Unternehmen hat sich im ersten Quartal 2021 merklich verbessert, das ist das Ergebnis des aktuellen Konjunkturbarometers der Uni Wuppertal. Deren Autoren machen aber deutlich, dass die Wirtschaft im Städtedreieck dabei keinesfalls ein homogenes Bild zeigt. Während „große Teile der Industrie und exportorientierte Großhändler“ gut durch die Krise kommen, sind andere Firmen, Teile des Einzelhandels, Gastronomie und andere, umso schwerer von Corona betroffen.

Welche Folgen das haben kann, darüber sprechen die Autoren Prof. André Betzer und Prof. Markus Doumet auch im Interview in der RGA-Wirtschaftsbeilage, die am morgigen Mittwoch erscheint: „Je länger dieser Zustand dauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Zweiteilung längerfristig ist“, urteilt Doumet über die derzeitige Spaltung der heimischen Wirtschaft. Bei vielen Firmen gehe die derzeitige Situation längst an die Substanz: „Da werden erst Kosten eingespart, und es wird Personal abgebaut, dann Vermögenswerte veräußert, später geht es an das Ersparte des Unternehmers.“

Betzer und Doumet rechnen mit einer Insolvenzwelle unter den betroffenen Firmen. Gerade die sogenannten Kleinen werde es treffen, vermutet Betzer „Die großen Player hingegen laufen tatsächlich.“ Für viele Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe könne 2021 gar ein Rekordjahr werden.

Vorausgesetzt die Lieferketten funktionieren und die Versorgung mit Rohstoffen und Vorprodukten gerät nicht ins Stocken. Darin liege die derzeit größte Gefahr für den bevorstehenden Aufschwung, so Betzer und Doumet. Deswegen raten die beiden Wirtschaftswissenschaftler der Uni Wuppertal der heimischen Wirtschaft, darauf einen besonderen Augenmerk zu richten: „Das eine ist, weitere Lagerkapazitäten aufzubauen. Das andere – und dies halte ich für noch wichtiger – ist, sich alternative Zulieferer zu suchen“, sagt Markus Doumet. Bevorzugt Lieferanten, die in anderen Ländern angesiedelt sind, als die bisherigen.

Das bringe aber auch einen Schub für die Kreislaufwirtschaft, so Betzer: „Die Unternehmen werden geradezu dazu gezwungen, Produkte herzustellen, deren Rohstoffe wiederverwendet werden können.“ So habe selbst der sich andeutende Rohstoffmangel sein Gutes. -wey-

Die RGA-Wirtschaftsbeilage liegt der morgigen Ausgabe (Mittwoch) der Tageszeitung bei.

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