Ich bin mein eigener Chef

Hier schmeckt die Pommes noch nach echter Kartoffel

Zekir Hayirli und seine Frau Patricia im Löwen-Grill. Hier machen die beiden so gut wie alles selbst: von den Pommes über die Soßen bis hin zu den Salaten. Die Riesenkrakauer wird aus Polen importiert. Foto: Doro Siewert
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Zekir Hayirli und seine Frau Patricia im Löwen-Grill. Hier machen die beiden so gut wie alles selbst: von den Pommes über die Soßen bis hin zu den Salaten. Die Riesenkrakauer wird aus Polen importiert.
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REMSCHEID Zekir Hayirli setzt im „Löwen-Grill“ auf frische Zutaten und viel Handarbeit. Dafür investiert der Remscheider viel Herzblut und Zeit.

Von Tristan Krämer

Zekir Hayirli ist ein „Remscheder Jong“. Hier ist der 38-Jährige geboren und hier ist er aufgewachsen. Da ist es wenig überraschend, dass Hayirli im Namen seiner Gastronomie einen Bezug zum Wappentier seiner Heimatstadt herstellt: „Löwen-Grill“ heißt der Imbiss, den er seit Mai dieses Jahres in Vieringhausen 59 betreibt.

Deutlich überraschender ist für manchen Gast hingegen der Geschmack der Gerichte, die im „Löwen-Grill“ serviert werden. „Hier schmecken der Ketchup nach Tomaten, die Pommes nach Kartoffeln und der Gurkensalat nach Gurke“, fasst Zekir Hayirli seinen Anspruch ans Kochen zusammen. Fertigprodukte oder Zusätze kämen bei ihm nicht in die beziehungsweise aus der Tüte. Hayirli setzt auf frische Produkte und viel Eigenarbeit. Eine Überzeugung, die ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt wurde.

„Das Kochen habe ich von meiner Mutter gelernt“, sagt der 38-Jährige. Seine Gerichte bereite er mit „viel Herzblut und Liebe“ zu. Und das sollen die Gäste des „Löwen-Grills“ schmecken. Etwa wenn es um Pommes geht. „Dafür verwende ich die holländische Kartoffelsorte ,Bintje’. Das ist die Ur-Sorte der Pommeskartoffel“, sagt Hayirli. Im „Löwen-Grill“ werden die mehlig-süßlich schmeckenden Knollen zunächst maschinell geschält, dann per Hand in Pommesstreifen geschnitten, vorgegart und – kurz bevor sie dem Gast serviert werden – fertig gegart.

CHEF-SERIE

LÖWEN-GRILL Vieringhausen 59, 42857 Remscheid, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 11 bis 21.30 Uhr, Samstag 12 bis 21.30 Uhr und Sonntag 13 bis 21 Uhr

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Mit ähnlich viel Einsatz bereitet Hayirli die Soßen für Currywurst, Jäger- oder Zigeuner-Schnitzel, die Champignon- und Pfefferrahmsoße sowie die Marinaden für die Hähnchen zu. Auch die Salate werden im „Löwen-Grill“ frisch zubereitet.

Um seinem eigenen Anspruch gerecht zu werden, legt der Gastronom auch beim Einkauf seiner Produkte auf viel Qualität. Zweimal in der Woche geht es auf den Großmarkt, die Würstchen kommen von der Remscheider Traditionsmetzgerei Küpper. Über seine Frau Patricia, die als Servicekraft im „Löwen-Grill“ hilft und aus Polen stammt, ist zudem ein Kontakt zu einem polnischen Metzger entstanden. „Über ihn lassen wir Original-Riesenkrakauer aus Polen importieren“, sagt Hayirli und präsentiert einen der 50 cm langen Leckerbissen.

Viel Aufwand also für den 38-Jährigen und seine Frau. „Die Kunden sehen nur die Arbeit hinter der Theke. Aber die Aktion passiert drumherum. Einkaufen, planen – und alles unter Zeitdruck“, schildert Hayirli. Anfangs habe er – auch dank des guten Kundenzuspruchs – 18 bis 20 Stunden täglich in den „Löwen-Grill“ investiert. „Ich bin nur kurz zum Schlafen nach Hause gegangen“, erzählt der Gastronom. Ob er den Schritt in die Selbstständigkeit mal bereut habe? „Nein. Angestellter zu sein, das ist nichts für mich. Ich bin ja auch ein kleiner Klugscheißer“, sagt Hayirli lachend.

Tankstellen-Charme blieb erhalten

Insofern sei der Standort an der Straße Vieringhausen ein echter Glücksfall gewesen. Früher Autowerkstatt, und noch früher Tankstelle gewesen, baute Hayirli, der zuvor unter anderem die Gaststätte „Z“ an der Mattheystraße betrieb, die Räume komplett um. Der Tankstellen-Charme ist durch das Vordach erhalten geblieben. Im Innern dagegen dominiert Holzoptik. Rund 20 Menschen finden an den Tischen im hinteren Bereich Platz. „Das ist eine Mischung aus Imbiss, Restaurant und Kantine“, beschreibt Hayirli den Stil.

Im vorderen Theken- und Küchenbereich wurde hingegen viel Glas verbaut. Auch das eine Überzeugung des Inhabers: „Die Menschen sollen sehen, wie das Essen hier zubereitet wird.“

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