Strukturwandel

Hier lernen bergische Firmen das 3-D-Drucken

Elmar Jünemann (l.) und Evgeniy Khavkin stellen den neuen Solinger Tech-Campus vor. Ziel der neuen Einrichtung ist es, 3-D-Druck und verwandte Techniken den örtlichen Unternehmen zugänglich zu machen.
+
Elmar Jünemann (l.) und Evgeniy Khavkin stellen den neuen Solinger Tech-Campus vor. Ziel der neuen Einrichtung ist es, 3-D-Druck und verwandte Techniken den örtlichen Unternehmen zugänglich zu machen.

Tech-Campus im Solinger Gründer- und Technologiezentrum eröffnet.

Von Andreas Römer

Solingen. Den Unternehmen in der Region die Möglichkeiten der sogenannten Additiven Fertigung, im Volksmund meist 3-D-Druck genannt, zugänglich zu machen, mit diesem Anspruch ist in dieser Woche der Tech-Campus auf dem Gelände des Gründer- und Technologiezentrum Solingen eröffnet worden. „Schön, dass wir diesen Tech-Campus gemeinsam mit Leben füllen“, begrüßte Elmar Jünemann von der Solinger Wirtschaftsförderung die Gäste. Es gehe darum, richtige und wichtige Impulse für einen Strukturwandel im Bergischen zu liefern.

Wie das unter anderem gehen kann, zeigt Max Borhof mit seiner jungen Firma Printiue: „Ich entwickele im Auftrag von Unternehmen Möglichkeiten zur Herstellung mit unseren 3-D-Druckern“, erläutert er. Rapid-Prototyping heißt hier das Zauberwort. Wo bislang oftmals Prototypen aus Metall in langwieriger Arbeit zum Beispiel durch spanabhebende Verfahren hergestellt wurden oder erst ein Werkzeug für eine Spritzgussmaschine kompliziert und teuer produziert werden musste, kann das heute ein 3-D-Drucker mit einer entsprechenden digitalen Vorbereitung viel preiswerter herstellen. Und auch schneller. Fehlversuche kosten hier nur einen Bruchteil dessen, was früher bezahlt wurde, wenn mal etwas nicht klappte.

Bereits vorhandene Teile nachzubauen oder genauer nachzudrucken ist ebenfalls schnell gemacht, wie Maximilian Wingender eindrucksvoll vorführte. Seine Firma algona ist Systemanbieter für 3–D-Drucker, -Scanner und -Software. Er demonstrierte, wie einfach ein Scanner zu bedienen ist, der Gegenstände komplett erfasst und in Daten umwandelt, die einen 3-D-Drucker füttern können.

Prachtstück des neuen Campus ist ein 5,60 Meter großer 3-D-Drucker im Industrieformat, der zur Eröffnung aber noch nicht lief. Er braucht noch ein paar Extras, bis er reibungslos funktioniert. Dabei hätte ihn Technologie-Manager Evgeniy Khavkin wirklich gerne vorgeführt. Mit dem Gerät könnte zum Beispiel die Skulptur „Schlendern im Südpark“ von Boris von Reibnitz in Originalgröße nachgedruckt werden. So gab es „nur“ eine etwa 20 Zentimeter hohe Version des Kunstwerkes, was dessen Schöpfer aber auch begeisterte.

Auch sonst konnte man vieles bestaunen, was sich heute schon mit 3-D-Druck alles herstellen lässt. Flaschenöffner zum Beispiel oder eine komplette Tischtennisausrüstung mit Netz, Schlägern und Bällen, die man direkt ausprobieren durfte. „Die dazugehörige Platte können wir bald mit dem großen Drucker nachliefern“, sagte Khavkin.

Das Prachtstück soll langfristig den Know-how-Austausch noch deutlich ausbauen und mit der Open-Source-Software und dem Input von vielen das Drucken besser machen, wie der Experte bei der Vorstellung erläutert. Am Tech-Campus sollen sich Erfindernetzwerke ebenso finden, wie ein Schülerforschungszentrum entstehen soll. Man will an neuen Techniken und neuen Werkstoffen forschen und damit die Vorteile von 3-D-Druck mehr Unternehmen zugänglich machen.

Vom Know-how des Campus hat auch schon Tobias Gerbracht profitiert. Der Wuppertaler Start-up-Gründer ist zweimaliger Sieger bei „Jugend forscht“ und mit seinem Produkt in der TV-Sendung „Höhle der Löwen“ erfolgreich gewesen. „Wir kennen uns schon länger und ich finde den Ideenaustausch hier immer fruchtbar“, sagte Gerbracht. Für ihn ist der Tech-Campus ein toller Ort für Ideen rum um additive Fertigung.

Das sollen noch viel mehr Unternehmen, Start-ups und Entwickler nutzen, wenn es nach Evgeniy Khavkin geht. Man sei in der Lage, Firmen von der Idee bis zur Markteinführung zu unterstützen,betont er. Interessierte Unternehmen könnten sich gerne an ihn oder die anderen Mitarbeiter des Tech-Campus wenden.

Kontakt

Untergebracht ist der Tech-Campus im Gründer- und Technologiezentrum (GuT), Grünewalder Straße 29-31 in Solingen. Erreichbar ist das GuT telefonisch unter (02 12) 2 49 40 und auf www.gut-sg.de

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Im Büro läuft die Vier-Frau-Show
Im Büro läuft die Vier-Frau-Show
Im Büro läuft die Vier-Frau-Show
Niemeyer hackte mit acht Jahren schon Kartoffeln
Niemeyer hackte mit acht Jahren schon Kartoffeln
Niemeyer hackte mit acht Jahren schon Kartoffeln

Kommentare