Hier entsteht Hightech in Handarbeit

In ihrer Solinger Produktion setzt die REO AG auf viel Handarbeit, bei ihren Produkten längst auch auf Industrie 4.0. Fotos: REO AG
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In ihrer Solinger Produktion setzt die REO AG auf viel Handarbeit, bei ihren Produkten längst auch auf Industrie 4.0.

Die Solinger REO AG liefert hochwertige elektronische Bauteile, unter anderem für Beatmungsgeräte

Von Sven Schlickowey

Solingen. Einphasen-Netzfilter, Ohmsche Lasteinheiten, Ringkerntransformatoren, Harmonic Filter oder Zwischenkreisdrosseln – die Produkte der REO AG sind so zahlreich wie vielfältig. Ihre Namen klingen für die meisten Menschen wie die sprichwörtlichen böhmischen Dörfer. In bald 100 Jahren Firmengeschichte hat das Portfolio der Solinger eine solche Breite erreicht, dass man es kaum unter einem Oberbegriff zusammenfassen kann. Erkennbare Gemeinsamkeiten gibt es dennoch: Durch REO-Produkte fließt in der Regel Strom. Und es handelt sich immer um High-Tech-Bauteile, die für besonders anspruchsvolle Einsatzgebiete geeignet sind.

„Es ist wirklich schwer zu erklären, was wir alles herstellen“, gibt Marketingleiter Ruben Altmeier zu. „Wir haben einfach zu viel in zu vielen verschiedenen Bereichen.“ Für ihn persönlich eine echte Herausforderung, der er unter anderem mit vielen neuen, spezialisierten Internetseiten begegnet. „Wir haben so viel im Portfolio, das geht auf der Hauptseite unter“, sagt er. Ziel sei deswegen ein System „wie ein Spinnennetz“. So dass jeder Kunde, Nutzer oder Bewerber die für ihn relevanten Informationen finden kann.

„Produktpalette verdanken wir unseren pfiffigen Technikern.“
Ruben Altmeier, Marketingleiter

So umfangreich das Sortiment ist, so breit gefächert sind die Kundengruppen. REO-Produkte finden sich zum Beispiel in Zügen der Deutschen Bahn, in Windkraftanlagen und Industrieöfen. Für Schwingförderer, eine besonders wartungsarme Fördertechnik für Schüttgut, liefert REO vom Frequenzumrichter über den Sensor bis zum Schwingungsmagnet alle notwendigen elektronischen Bauteile. Auch in der Medizintechnik werden die Teile aus den vier deutschen, einem indischen und einem US-amerikanischen Werk verwendet. Auch in den in zur Corona-Zeit stark nachgefragten Beatmungsgeräten. Was nahezu alle diese Einsatzgebiete eint, ist der Bedarf an langlebigen und verlässlichen Bauteilen. Man setze Maßstäbe in Sachen Risikolosigkeit und Effizienz, sagt Ruben Altmeier. Und nennt unter anderem die Medizintechnik als Beweis. „Das liegt vor allem an unseren qualifizierten Mitarbeitern und daran, dass wir noch viel in Handarbeit machen.“

Dass die Produktpalette inzwischen so groß sei, liege daran, dass man früh weitere Nischen besetzt habe, berichtet Altmeier: „Das ist den pfiffigen Technikern zu verdanken, die geschaut haben, in welchen Markt wir noch liefern können.“ Mal habe die Anfrage eines Kunden den Anstoß gegeben, mal seien die Mitarbeiter aus eigenem Antrieb tätig geworden. Inzwischen betrachtet sich REO in mehreren Bereichen als Weltmarktführer.

Heute unterhalten die Solinger Vertriebsniederlassungen unter anderem in Großbritannien, Frankreich und der Schweiz, in China, der USA und der Türkei. Weltweit sind über 400 Menschen für REO tätig, davon rund 350 in Deutschland. Am Stammsitz in Solingen sind es 140 Mitarbeiter. Hier sitzt auch REO Digital Connect 4.0, das jüngste Kind der Firmenfamilie. Eine Art Start-Up im eigenen Haus, in dem REO seine Aktivitäten im Bereich Industrie 4.0 gebündelt hat. „Das ist ein junges Team, fünf, sechs Leute, die daran arbeiten, Industrie 4.0 auf unsere Geräte und bestehende Anlagen anzuwenden“, berichtet Altmeier. So können Schwingungsmagnet und Frequenzumrichter in naher Zukunft untereinader kommunizieren und von jedem Ort der Welt aus angesteuert werden können. Unkomplizierter wird es also sicherlich nicht.

Hintergrund

Los ging es für die heutige REO AG 1925 in Berlin, wo das Unternehmen am 17. August gegründet wurde. Anfangs wurden Widerstände für Prüfgeräte und Vorschaltgeräte für Bogenlampen gefertigt. Nach dem Krieg verlagerte die Firma ihren Sitz nach Solingen, behielt aber die Niederlassung in Berlin. Durch Neugründungen und Zukäufe wuchs die Firma und die Anzahl der Standorte. Geführt wird das Familienunternehmen heute in vierter Generation von Philip Twellsieck, dem Ur-Enkel des Gründers.

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