FogFamily

Heni vertreibt innovatives Produkt zur Luftreinigung

Ralf Niemeyer (Heni-Werkzeuge) im Konferenzraum mit der neuesten Errungenschaft: den Raumluftfiltern der „FogFamily“. Foto: Roland Keusch
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Ralf Niemeyer (Heni-Werkzeuge) im Konferenzraum mit der neuesten Errungenschaft: den Raumluftfiltern der „FogFamily“.
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Werkzeug-Handel in Lüttringhausen geht mit der Zeit - Mit Coronaschutzartikeln kam der Familienbetrieb unbeschadet durch die Krise

Remscheid. Coronaschutzartikel haben die Firma Heni-Werkzeuge unbeschadet durch die Pandemie getragen. Masken, Latex-Handschuhe, Spuckschutzwände, Desinfektionsmittel und -spender waren Artikel, die Einbußen an anderer Stelle beim Lüttringhauser Unternehmen kompensierten. Und nun steht Geschäftsführer Ralf Niemeyer in seinem Konferenzraum, in dem aus unterschiedlich großen weißen Behältern leichter Nebel wabert. MicroFog, MicroFog+, Mini-Fog, BigFog und BigFog23 heißen die brandneuen Produkte im Sortiment, die dem 58-Jährigen Firmenchef ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

„Eigentlich brauchen wir in diesem Raum keine Maske mehr. Diese neue Ultraschall-Vernebelungstechnologie in Verbindung mit einer elektrochemisch aktivierten Salzsole macht Räume keimfrei.“ Eins hebt er besonders hervor: „Das Produkt ist dermatologisch getestet und hat die Freigabe und den Wirksamkeitsnachweis von der Dekra. “ Gesundheitsgefahren? „Null“, sagt Niemeyer: „Es handelt sich um hochreines Wasser und Natriumsalz, enthält keine organische Chemie.“ Anfangs war er skeptisch, nun ist der Unternehmer begeistert von dem Patent. Heni-Werkzeuge zählt zu dem kleinen Kreis von acht Händlern bundesweit, die die Innovation auf dem Gebiet der hygienisierenden Luftbefeuchtung verkaufen dürfen.

„Eigentlich brauchen wir in diesem Raum keine Maske mehr.“

Ralf Niemeyer, Heni-Chef

Dahinter steckt Oliver Mücke mit seiner Firma „AquaPlan“ aus Höhr-Grenzhausen. Der Tüftler hat Heni die Rechte für den Vertrieb in ganz NRW gegeben, die Automobilbranche dürfen die Niemeyers sogar bundesweit beliefern. Die zeigt starkes Interesse. Der MicroFog (Kosten: 39 Euro; plus Flüssigkeit zum Nachkaufen) passt in jeden Trinkbecherhalter im Fahrzeug. „Der Dampf eliminiert Gerüche, Bakterien, Viren, Keime, Schimmelpilze“, zählt Ralf Niemeyer auf. Heni arbeitet viel mit VW und Daimler zusammen. Hauptgeschäft des Remscheider Händlers, der vergangenes Jahr sein 50stes Jubiläum groß feiern wollte, ist die komplette Ausstattung von Kfz-Werkstätten und Autohäusern. „Mehr die Marken-Hersteller, weniger freie Werkstätten“, sagt Ralf Niemeyer. Von der Hebebühne bis zur Abgasanlage. „Werkzeuge wie Schlüssel, Schrauber, Nüsse, Zangen sind aber unser Brot- und Butter-Geschäft.“

Sein Vater Helmut, der aus der Nähe von Kassel stammt, gründete Heni 1970 in der Fürberger Straße. Über die Königstraße, Stuttgarter Straße gelangte der expandierende Familienbetrieb 1983 mit einem Neubau in die Walter-Freitag-Straße 9a im Industriegebiet Blaffertsberg. Der Senior hat sich zurückgezogen, seine Söhne Ralf, Dirk (56) und Torsten (51) teilen sich die Geschäftsführung. Mittlerweile wachsen mit Tobias und Florian zwei Söhne in das Geschäft rein.

45 Mitarbeiter beschäftigt Heni, meist langjährig, die Verweildauer liegt im Schnitt bei 17 Jahren. Den Osten Deutschlands betreut eine fünf Mitarbeiter zählende Filiale in Chemnitz. Neun Außendienstler sind unterwegs. Ralf, der Filius unter den drei Niemeyers, ist einer von ihnen. 80 000 Kilometer reißt er jährlich auf Deutschlands Autobahnen ab.

Viele Messen sind darunter. Zum Beispiel seit über 20 Jahren Ende Januar die „Boot“ in Düsseldorf, wo Heni hochwertige Ledlenser Taschenlampen aus Solingen vorstellt. Stets haben die pfiffigen Remscheider aufmerksam auf dem Markt links und rechts geschaut und ihre Palette erweitert. Das rettete den Traditionshändler vergangenes Jahr. „Wir sind gut durch das erste Corona-Jahr gekommen, aber nur, weil wir uns den Schutzprodukten gestellt haben. Sonst hätten wir entlassen müssen, so haben wir eingestellt.“

Ralf Niemeyer denkt an diesen einen Tag Anfang Mai, als 2,5 Millionen OP-Masken geliefert wurden und 20 Mitarbeiter diese von 7 bis 23 Uhr an langen Tapeziertischen im Akkord verpackten. 3,5 Millionen waren es zu Beginn der Krise insgesamt, die Heni anbot, als das begehrte Objekt Mangelware war. „Wir haben zwar Kurzarbeit genutzt, sind aber ohne Kreditaufnahmen ausgekommen und haben Weihnachtsgeld gezahlt“, stellt Ralf Niemeyer fest.

Mit den fünf Geräten der „FogFamily“, die unterschiedliche Raumgrößen für die Luftreinigung bedienen, hofft Heni-Werkzeuge, neue Kundenkreise zu gewinnen, wie den Zahnärzteverband, der gerade hellhörig geworden ist. Da Heni nur an Gewerbetreibende verkauft, ein „B2C-Geschäft“ nicht möglich ist, sind Privatpersonen im Moment außen vor. „Wir sind aber auf der Suche nach einem Laden in Remscheid, der die Fog-Produkte für uns mit anbietet“, verspricht Ralf Niemeyer.

Verrückte Ideen

Flirtkelle: Anfang der 2000er setzte Heni ein erstes Highlight mit einer verrückten Idee. Der Werkzeughändler kreierte die Flirtkelle, einer Polizeikelle nachempfunden, bei der statt rotem Licht ein Herz aufleuchtete mit mehreren Sprüchen wie „Lust auf einen Kaffee?“. 40 000 Mal wurde das Anmach-Objekt verkauft. „Selbst beim Sechstage-Rennen in der Westfalenhalle sind wir mit Bauchläden rumgelaufen, um es anzubieten“, erinnert sich Ralf Niemeyer. Irgendwann schlief die Idee ein, dann kam

Tante Paula: Mit dem Verkauf eines E-Rollers, als Mobilitätsfahrzeug für die Autohäuser gedacht, war Heni vor zehn Jahren seiner Zeit voraus. Zwei Modelle gab es, eins zum Sitzen und mit Straßenzulassung. „Wir standen kurz vor einem eigenen Heni-Roller, aber der Aufwand war zu hoch. Wir hatten nicht die Manpower dafür“, meint Niemeyer.

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