Kristallklar aus der Dose

Erfolgreich mit Genuss: Pure Energy Drink aus Remscheid

Silberne Dose, blaues Logo: Schon das Verpackungsdesign soll vermitteln, dass es sich bei Pure um einen etwas anderen, nämlich kristallklaren Energy Drink handelt. Von Remscheid aus wird er in die halbe Welt versandt. Foto: Pure
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Silberne Dose, blaues Logo: Schon das Verpackungsdesign soll vermitteln, dass es sich bei Pure um einen etwas anderen, nämlich kristallklaren Energy Drink handelt. Von Remscheid aus wird er in die halbe Welt versandt.

Der Prototyp des Energy Drinks kommt aus Österreich, schmeckt leicht künstlich nach Gummibärchen und hat eine deutlich orange Farbe.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Dass es auch ganz anders geht, beweist eine Firma aus Remscheid. Was bei hier in die Dose kommt, ist nicht nur Made in Germany, sondern auch geschmacklich zurückhaltender und optisch klar wie Wasser. Dabei kämpft Pure Crystal Energy um die gleiche Zielgruppe wie der Branchenprimus aus der Nähe von Salzburg. Aber auch, in dem man ein paar Dinge ganz anders macht.

„Viele Kunden kommen zu uns, weil sie nach einem neuen Geschmack suchen“, sagt Fabienne Burkart, Assistentin der Geschäftsleitung bei Pure. Ende der 1980er Jahre kam Red Bull auf den Markt, mit dem markanten, gummibärartigen Geschmack, der seither von Hunderten anderer Hersteller kopiert wurde, sind schon ganze Generationen aufgewachsen. „Ich glaube, jeder hat einen Geschmack, den er einfach über hat“, sagt Fabienne Burkart. Wem es so mit anderen Energy Drinks geht, der landet vielleicht bei Pure.

Abgefüllt wird das Getränk, das es ausschließlich in Alu-Dosen zu 250 Milliliter gibt, im Auftrag des Remscheider Unternehmens in der Eifel, trotzdem ist Pure ein durch und durch bergisches Produkt. Idee und Konzept stammen von Geschäftsführer David Schiwietz, geboren in Remscheid-Lennep, aufgewachsen in Hückeswagen. Name und Markendesign entwickelte er zusammen mit der Hückeswagener Agentur Golden&Key von Lars Mehlis.

Schiwietz kam über den Motorsport mit anderen Energy-Drink-Herstellern in Kontakt. „Irgendwann hat er sich gedacht: Was andere können, kann ich auch, nur besser“, berichtet Fabienne Burkart. Bis dahin hatten die beiden in einer Motorsport-Event-Agentur zusammengearbeitet. „Eines Tages stand David im Zimmer und sagte: Wir machen jetzt einen Energy Drink.“

Entwickelt wurde das Produkt von einer Fachfirma nach Schiwietz Vorgaben. „Es sollte von Anfang an kristallklar und so natürlich wie möglich werden“, erinnert sich Burkart. Auch der hohe Wasseranteil, der auf der Dose explizit ausgewiesen wird, hat einen Grund: „Pure soll erfrischend sein.“ Zu mehr als 87 Prozent besteht der Remscheider Energy Drink aus Wasser. „Aus Eifel-Mineralwasser“, wie Fabienne Burkart betont. „Das Wasser macht geschmacklich einen großen Unterschied.“

„Das Wasser macht geschmacklich einen großen Unterschied.“
Fabienne Burkart über die Hauptzutat von Pure

Vertrieben wird Pure weltweit, das Getränk ist unter anderem in Griechenland, Albanien, Panama, Australien und Kanada erhältlich. Im Ausland läuft das Geschäft in der Regel über örtliche Distributeure. „Die sind alle auf uns zugekommen“, berichtet Burkart. So habe man den kanadischen Geschäftspartner auf einer Messe in Shanghai kennengelernt. Und den australischen an der Rennstrecke.

In Deutschland werden die silbernen Dosen vor allem über den Getränkefachgroßhandel abgesetzt, sind aber auch in einigen Metro-Niederlassungen erhältlich. Manche Kunden in der Region werden zudem direkt vom Remscheider Lager aus beliefert.

Zuhause ist Pure vor allem in der Gastronomie und im Event-Bereich, doch der Schritt in den Lebensmitteleinzelhandel sei geplant, so Fabienne Burkart: „Erstmal müssen wir natürlich Nachfrage schaffen. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.“

Deswegen setzt das Marketing der Firma auf Party, gute Laune und positive Erlebnisse. Pure ist regelmäßig auf der Motor Show in Essen vertreten, sponsort die Fußballer des Wuppertaler SV und setzt auch auf das sogenannte Sampling, bei dem kostenlose Kostproben verteilt werden.

Von bekannten Markenbotschaftern lasse man hingegen lieber die Finger, sagt Fabienne Burkart, die an einen Mitbewerber erinnert, der Boxer Felix Sturm sponsorte – bis dieser wegen Steuerhinterziehung, Doping und Körperverletzung vor Gericht stand. „Wir bauen uns das lieber alles selbst auf“, sagt sie. „So wachsen wir zwar langsamer, aber gesünder.“

Hintergrund

Die bergische Wirtschaft kann Messer, Werkzeug und Maschinen. Sie kann aber auch Genuss. Mit Spirituosen, Olivenöl, Zwieback und vielem mehr. Solche Unternehmen aus der Region stellen wir in unserer Serie „Erfolgreich mit Genuss“ vor.

Als Energy Drink werden Getränke bezeichnet, die eine anregende Wirkung haben sollen, zum Beispiel weil sie Koffein, Taurin und Zucker enthalten. Dabei ist der Koffeingehalt in der EU auf 32 Milligramm je 100 Milliliter begrenzt, weniger als bei einem starken Kaffee.

Bergische Firmen setzen aus wirtschaftlichen Gründen vermehrt auf E-Autos.

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