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„Bergische Macher“: Liborio Manciavillano möchte das Handwerk attraktiver machen

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Unternehmer Liborio Manciavillano ist in der 14. Folge des Podcasts „Bergische Macher“ zu Gast.

Liborio Manciavillano steht in der 14. Folge des Podcasts „Bergische Macher“ Rede und Antwort.

Von Manuel Böhnke

Bergisches Land. Ins Handwerk ist Liborio Manciavillano „eher reingerutscht“. Eigentlich wollte der 37-Jährige nach der Schule eine Ausbildung zum Bankkaufmann machen, doch dafür genügte sein Abschluss nicht. Plan B war eine Lehre zum Maurer. Über Umwege hat er sein Glück in der Branche gefunden. Heute gibt er seine Erfahrungen als Berater an andere Handwerksbetriebe weiter. Wie es dazu gekommen ist, berichtet der Solinger in der neuen Folge „Bergische Macher“. Die 14. Episode des Wirtschaftspodcast von Solinger Tageblatt und Remscheider General-Anzeiger ist ab sofort abrufbar .

Manciavillanos Werdegang ist eine Geschichte der Ungeduld und Spontanität. „Ich bin jemand, der schnelle Entscheidungen trifft“, sagt er. Als er nach der Ausbildung keine Anstellung fand, wanderte er nach Italien aus, um dort als Stahlbetonbauer zu arbeiten. Das große Glück fand er in seinem Geburtsland nicht – nach einem Jahr kehrte er nach Solingen zurück.

Der 37-Jährige kam bei einem Beschichtungsunternehmen unter. Vier Jahre blieb er dort, bis sie ihn wieder packte, die Ungeduld: „Ich habe gemerkt: Ich gebe hier Gas, komme aber nicht so richtig voran.“ Also verkaufte er 2013 sein Motorrad, schaffte dafür einen alten Transporter sowie Maschinen an und machte sich mit der Sas Bauwerksabdichtung selbstständig.

Liborio Manciavillano: Ohne Plan in die Selbstständigkeit

„Das war sehr verrückt“, sagt er im Rückblick lachend. Einen ausgeklügelten Businessplan habe er vor der Gründung nicht erarbeitet, sein betriebswirtschaftliches Wissen hielt sich in Grenzen. „Ich kann mit meinen Händen arbeiten und bin mir auch für Drecksarbeiten nicht zu schade“, betont Liborio Manciavillano.

Damit hatte er Erfolg. In den ersten Jahren der Selbstständigkeit blieb er Einzelkämpfer, sein Unternehmen habe sich positiv entwickelt, doch der große Sprung blieb aus. Das sollte sich ändern. Deshalb beschäftigte sich Manciavillano mit Unternehmertum – und setzte das Gelernte im eigenen Betrieb um. Eine Erkenntnis: „Ein Unternehmen funktioniert nicht ohne Mitarbeiter.“ Daher müssten die Maßgaben sein, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und den Beschäftigten Vertrauen entgegenzubringen, damit sie sich entfalten können.

Alle Podcasts der Serie “Bergische Macher“

In Manciavillanos Beispiel scheint das Konzept aufgegangen zu sein: Mittlerweile zählt Sas Bauwerksabdichtung seiner Aussage nach 26 Mitarbeiter. Neun sind es bei der Handwerks-Schmiede, der zweiten Gründung des 37-Jährigen. Die digitale Unternehmensberatung konzentriert sich auf die Verantwortlichen von Handwerksbetrieben. Sie erhalten von Manciavillano und seinem Team Informationen zu Themen wie Vertrieb, Markenentwicklung, Mitarbeitergewinnung und Unternehmensführung. Der Einsatz sozialer Medien spielt dabei eine große Rolle.

Digitale Unternehmensberatung von Liborio Manciavillano schafft klare Strukturen in Firmen

Zwar leidet die Branche derzeit unter angespannten Lieferketten und hohen Energiepreisen, doch über eine schlechte Auftragslage konnten sich die wenigsten Handwerker in den vergangenen Jahren beschweren. Trotzdem gibt es eine Menge Beratungsbedarf, sagt Liborio Manciavillano. „Die meisten kommen nicht zu uns, weil sie zu wenig, sondern weil sie zu viel zu tun haben.“ 65 Kunden, die ein einjähriges Programm durchlaufen, zähle die Handwerks-Schmiede seit ihrer Gründung.

Das Ziel der Beratung sei, wiederkehrende Prozesse und klare Strukturen in den Unternehmen zu implementieren. Das soll den Verantwortlichen Kapazitäten schaffen, sich um die Entwicklung ihrer Firma zu kümmern, etwa das Gewinnen von Fachkräften. Das gelinge nicht nur über hohe Löhne: „Wer für Geld wechselt, wechselt auch noch mal für Geld.“ Vielmehr brauche es neben fairer Vergütung geregelte Arbeitszeiten und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.

Das legt er jedem selbstständigen Handwerker ans Herz. Es gelinge nur, junge Menschen für die Branche zu begeistern, wenn es viele attraktive Arbeitgeber gibt. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Jugend wieder nachkommt. Das ist meine Pflicht.“

Podcast

Die 14. Folge des Podcasts „Bergische Macher“ mit Liborio Manciavillano ist ab sofort abrufbar. Auf gängigen Plattformen wie Spotify, iTunes, Deezer und Youtube sind auch die bisher erschienenen Gespräche zu finden. Die Idee des Formats: Erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Bergischen sprechen über ihre Karriere, Unternehmertum und Privates.

Rubriklistenbild: © Manuel Böhnke

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