Gesundheitsschutz

Entwicklung ermöglicht Corona-Kontaktverfolgung im Betrieb

Jörg Demtröder ist Geschäftsführer Wichelhaus GmbH & Co. KG. Die Maschinenfabrik hat ein Modul zum Gesundheitsschutz entwickelt. Foto: Christian Beier
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Jörg Demtröder ist Geschäftsführer Wichelhaus GmbH & Co. KG. Die Maschinenfabrik hat ein Modul zum Gesundheitsschutz entwickelt.

Die Maschinenfabrik Wichelhaus möchte Mitarbeiter schützen und Produktionsprozesse sicherstellen.

Solingen. Tracing, also Rückverfolgbarkeit, ist für die Wichelhaus GmbH & Co. KG kein neues Thema. Bislang lag der Fokus dabei vor allem auf Equipment und Ware. Nun hat die Solinger Maschinenfabrik den Ansatz auf das Personal übertragen. Das neue „Guard2B Health Modul“ soll dabei helfen, die Gesundheit der Beschäftigten in Corona-Zeiten zu schützen und Produktionsausfällen vorzubeugen.

Auslöser des Entwicklungsprozesses war ein positives Testergebnis in der Wichelhaus-Belegschaft. „Dann ging das Drama los“, erinnert sich Geschäftsführer Jörg Demtröder. Der betroffene Mitarbeiter gab beim Gesundheitsamt alle Kollegen als Kontaktpersonen an, die ihm eingefallen waren. Und das, obwohl die im fraglichen Zeitraum teilweise gar nicht im Unternehmen waren. „Es kann nicht sein, dass wir nicht wissen, wer zu wem Kontakt hatte. Schließlich betreffen Quarantänefälle nicht nur den Betrieb, sondern ganze Familien“, betont Demtröder.

Mit der Neusser Firma Bimanu suchte Wichelhaus nach einer Lösung. Die Idee des neuen Moduls: Alle Mitarbeiter tragen während der Arbeitszeit einen anonymisierten Chip bei sich. Dieser zeichnet Kontakte auf, die eine individuell einstellbare Schwelle erreichen. Ein Beispiel: Personen unterschreiten länger als zehn Minuten einen Abstand von zwei Metern zueinander. Ein Tool wertet die Daten automatisiert aus.

„Es gibt in der Produktion, in Logistikzentren oder bei Dienstleistern Stellen, an denen die Mitarbeiter die Abstände nicht ohne weiteres einhalten können“, erklärt Demtröder. Diese Schwachstellen soll das „Guard2B Health Modul“ identifizieren – und damit als Grundlage für weitere Entscheidungen dienen. „Wenn sich herausstellt, dass es an einer Maschine besonders eng ist, kann man dort beispielsweise eine Plexiglasscheibe einbauen oder andere Maßnahmen treffen, um die Situation zu entzerren“, erläutert der Geschäftsführer.

Sollte ein positiver Corona-Fall im Unternehmen bekanntwerden, ermögliche das System außerdem, Mitarbeiter zeitnah darüber zu informieren, sollten sie kritischen Kontakt zum infizierten Kollegen gehabt haben. Weil das Modul anonymisiert funktioniert, sind im Ernstfall nicht die Namen der Betroffenen bekannt, sondern die Chip-Nummer. Dann liege es in der Verantwortung der Mitarbeiter, die weiteren Schritte einzuleiten.

Bislang ist das Modul im Testbetrieb bei wenigen Kunden im Einsatz. Jörg Demtröder rechnet jedoch mit einem großen Bedarf: „Wenn die Produktion wegen eines positiven Falls stillsteht, sind die entstehenden Kosten enorm.“

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