„Bergische Macher“

Podcast: Uwe Heinhaus: „Ein Spielwarenhändler muss positiv bekloppt sein“

Spielwaren-Händler Uwe Heinhaus spricht im Podcast über sein Erfolgsrezept im Job, das Weihnachtsgeschäft, Einzelhandel in Corona-Zeiten und das geplante DOC.

Von Sven Schlickowey

Uwe Heinhaus betreibt zusammen mit seiner Frau Christiane seit 1985 ein Spiel- und Lederwarengeschäft in Hückeswagen.

Hückeswagen. Er bringt Kinderaugen zum Leuchten, nicht nur aber vor allem in der Vorweihnachtszeit: Uwe Heinhaus ist Spielwaren-Händler. Seit mehr als 35 Jahren betreibt er zusammen mit seiner Frau Christiane ein Geschäft in Hückeswagen. Eines der letzten dieser Art im Bergischen Land. In der neuen Folge des Podcasts „Bergische Macher“ spricht er über die diesjährigen Spielzeug-Trends zu Weihnachten, die Gründe, warum er die meisten Mitbewerber überlebt hat, und seine Art, junge Menschen für die Arbeit im Handel zu begeistern. Das ganze Gespräch gibt es zum Nachhören auf den bekannten Podcast-Plattformen, Auszüge daraus darüber hinaus hier zum Nachlesen: Uwe Heinhaus über...

...seinen Job als Spielwaren-Händler

„Es ist einfach nur ein Traum“, sagt Uwe Heinhaus über die Arbeit in der Vorweihnachtszeit. Seine Aufgabe und die seiner Mitarbeiter bestehe daraus, Kinder, Eltern und Großeltern zu beraten, mit ihnen durchs Geschäft zu flanieren „und schöne Dinge auszusuchen“. Sein Fazit: „Ein Spielwarenhändler muss positiv bekloppt sein.“

...das aktuelle Weihnachtsgeschäft

Das habe, wie schon im Vorjahr, erneut deutlich früher begonnen, hat Uwe Heinhaus beobachtet: „Mit Anstieg der Inzidenzen konnten wir feststellen, dass schon im November der Verkauf deutlich angezogen hat.“ Viele Kunden hätten wohl Angst, sonst keine Geschenke mehr zu bekommen.

...mögliche Lieferschwierigkeiten bei Geschenken:

Dass es „etwas leerer unter dem Weihnachtsbaum“ wird, sei durchaus möglich, so der Einzelhändler. Doch befürchten, dass es gar keine Geschenke gibt, müsse niemand. Gerade die Spielwarenbranche ordere die Weihnachtsartikel sehr früh im Jahr, teils schon im April, erklärt Uwe Heinhaus: „Viele dieser Sachen werden im Juni und Juli geliefert.“ Entsprechend seien bei den Händlern die Lager meist gut gefüllt.

...über den Einzelhandel in der Corona-Pandemie:

„Es ist eine mittelschwere Katastrophe“, blickt der Händler auf die zurückliegende 18 Monate zurück: „Der stationäre Einzelhandel hat richtig geblutet.“ Gleichwohl gelte es, nach vorne zu schauen, auch weil es teils sogar positive Entwicklungen gegeben habe: „Die Leute kommen wieder zu uns, der stationäre Handel wird gesucht.“ Viele Menschen hätten verstanden, dass eine lebendige Innenstadt nicht von alleine kommt.

...über sein Erfolgsrezept:

„Wir haben Erfolg, weil wir es geschafft haben, ganz viele Menschen einzubinden, in das, was wir tun“, beschreibt Uwe Heinhaus sein Konzept. Dazu gehöre eine positive Grundstimmung im Geschäft. Das sei wie ein großes Spielzimmer, so Heinhaus: „Es ist nie aufgeräumt, es ist immer was, was rumfliegt.“ Das würden die Kunden heute schätzen. Auch die, die aus den Nachbarstädten nach Hückeswagen kommen, um Spielzeug zu kaufen.

...über das geplante Designer Outlet Center in Remscheid-Lennep:

Komme das DOC, könnten die Städte drumherum ausbluten, befürchtet Uwe Heinhaus, der mit einem Kaufkraft-Abfluss von bis zu zehn Prozent aus Hückeswagen rechnet: „Und das können Sie nicht mehr kompensieren.“ Trotzdem sei er bereit, sich dem Wettbewerb zu stellen. Und das mit „guten Chancen“.

...über Mitarbeitergewinnung:

Erst vor wenigen Wochen habe er drei weitere Mitarbeiterinnen eingestellt, berichtet Uwe Heinhaus – nach einem Aufruf in den sozialen Medien hätten ihn innerhalb von nur 30 Minuten zwölf Bewerbungen erreicht. „Wenn wir einfach auf die jungen Menschen zugehen und sagen: Ich gebe dir erst mal eine Chance, riech mal rein, guck mal, was ist, dann funktioniert das auch.“ Voraussetzung sei allerdings, dass man den Einzelhandel mit ganzem Herzen betreibe.

Podcast

Die neue Folge des Podcasts „Bergische Macher“ ist ab sofort abrufbar. Auf gängigen Plattformen wie Spotify, iTunes, Deezer und Youtube sind auch die bisher erschienenen Gespräche zu finden. Die Idee des Formats: Erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Bergischen sprechen über ihre Karriere, Unternehmertum und Privates.

Rubriklistenbild: © Roland Keusch

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Automobilzulieferer feiert Jubiläum in schwierigen Zeiten
Automobilzulieferer feiert Jubiläum in schwierigen Zeiten
Automobilzulieferer feiert Jubiläum in schwierigen Zeiten
Auch hinter Gittern wird ausgebildet
Auch hinter Gittern wird ausgebildet
EU fordert von Firmen mehr Nachhaltigkeit
EU fordert von Firmen mehr Nachhaltigkeit

Kommentare