Bergischer Foto-Kalender

Dieser Mann ist seiner Zeit deutlich voraus

Rund die Hälfte der Fotos für seine Kalender macht Holger Klaes selbst. 50 verschiedene hat er inzwischen im Angebot. Darunter auch einen fürs Bergische Land. Foto: Andre Klaes
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Rund die Hälfte der Fotos für seine Kalender macht Holger Klaes selbst. 50 verschiedene hat er inzwischen im Angebot. Darunter auch einen fürs Bergische Land.

Wermelskirchener Verlag produziert großformatige Foto-Kalender mit regionalen Motiven.

Von Sven Schlickowey

Wermelskirchen. Holger Klaes arbeitet schon am nächsten Jahr – in seinem Fall ist das 2023. In seinem Verlag gibt er den Wermelskirchener Foto-Kalender heraus, größtenteils mit regionalen Motiven. Und während in manchen Haushalten noch nicht einmal feststeht, was dort im kommenden Jahr an der Wand hängen wird, ist Klaes eben schon ein ganzes Jahre weiter.

„Im Dezember und Januar müssen die Kalender bestückt werden“, erklärt der 60-Jährige. Danach gingen diese in den Druck – und dann schon in den Versand. „Ab Mitte April liefern wir aus.“ Zum einen, weil die großen Buchhandelsketten die Kalender frühzeitig haben wollen. Vor allem aber, weil das Geschäft in den Urlaubsregionen schon im Sommer beginnt. „Die Touri-Regionen brauchen die Kalender spätestens im Juni“, sagt Holger Klaes. Damit die Feriengäste sich ihre Urlaubserinnerung mitnehmen können.

Der Foto-Kalender Bergisches Land ist einer von 50, die Holger Klaes anbietet.

Rund 50 verschiedene Foto-Kalender bietet Klaes´ Verlag inzwischen an, die meisten großformatig. Damit die Touristen sie in ihre Rucksäcke bekommen, einige inzwischen auch in DIN A4. Viele Städte, auch kleinere wie Wermelskirchen und Hückeswagen, sind im Angebot, Großstädte von Aachen bis Remscheid und Regionen vom Siebengebirge bis zum Bergischen Land. Aber auch der Gardasee und Kalender mit Tierbildern.

Die Auflagen würden je nach Kalender von 100 bis über 1000 Exemplare reichen, erklärt der Inhaber. Während der Rheinland-Kalender, den er zusammen mit einem Verein herausgibt, problemlos vierstellige Verkaufszahlen erreiche, täten sich andere Produkte sehr viel schwerer. „Remscheid ist zum Beispiel ein schwieriges Pflaster“, räumt Klaes ein. Wohl auch, weil alteingesessene Lüttringhauser und Lenneper sich kaum einen Remscheid-Kalender an die Wand hängen würden, wie er vermutet. Doch auch dafür habe er einen Lösungsansatz parat: „Im kommenden Jahr wage ich es und packe ein Lenneper Motiv auf den Titel.“

Im kommenden Jahr wage ich es und packe ein Lenneper Motiv auf den Titel.

Holger Klaes über den Remscheid-Kalender 2023

Festgelegt würden die Auflagen in der Regel nach Erfahrungswerten, so Klaes. Und übrigens nicht mit dem Ziel, unbedingt alle Exemplare restlos abzuverkaufen. Um lieferfähig zu bleiben, setze er die Zahlen großzügig an: „Ziel ist, dass nicht mehr als 20 Prozent remittiert oder gar nicht erst verkauft werden.“ Das gelinge allerdings nicht immer. Wird ein Motiv nachgedruckt, greift Holger Klaes auf Digitaldruckereien zurück, allerdings nur ungern, wie er selber sagt. Die Hauptauflagen lässt er aus Qualitätsgründen nur Offset drucken. Und das vor allem in der Region. Die Postkarten, die der Verlag auch anbietet, kämen aus Remscheid, die Kalender überwiegend aus Druckereien in Wuppertal und im oberbergischen Wiehl.

Über das gesamte Verlagsprogramm seien rund die Hälfte aller Bilder von ihm, schätzt Klaes, je näher die Motive an Wermelskirchen lägen, desto höher sei der Anteil. Den Rest kaufe er von befreundete Fotografen zu, die zumeist in der jeweiligen Region lebten – und „Heimvorteil“ hätten, wie Klaes es ausdrückt.

Übers Fotografieren kam Holger Klaes auch zum Kalender-Geschäft. Ursprünglich hatte er nur Bilder beigesteuert, später stieg er in die Produktion und den Vertrieb ein. 2015 ging er mit fünf Kalendern an den Start, darunter Wermelskirchen, Remscheid und Wuppertal. Seither hat er das Geschäft stetig ausgebaut, neben seinem Werkzeugvertrieb für Feilen und Raspeln, den er am gleichen Standort betreibt.

Verkauft werden die Kalender vor allem über Buchhandlungen, zwei Motive, Remscheid und Bergisches Land, sind aber auch bei bergisch-bestes.de, dem Online-Shop des Verlags von Solinger Tageblatt und Remscheider General-Anzeiger, erhältlich (siehe unten). Den Vertrieb an die Wiederverkäufer außerhalb der Region übernehme ein Vertreter, berichtet Holger Klaes. Im Bergischen nimmt der Chef das selbst in die Hand.

Teilweise bringt Holger Klaes seine Produkte auch persönlich zum Händler. „Meist verbinde ich das mit etwas anderem“, sagt er. Zum Beispiel Besuche im Altenberger Dom-Laden mit neuen Fotos des gotischen Gotteshauses. „Und manchmal hat man auch einfach Glück“, gibt Klaes zu. Nach einem Treffen mit einem Vertriebspartner in Wipperfürth sei er vor einiger Zeit durch Hückeswagen gekommen, als dort gerade die Ersatz-Feier fürs traditionelle Altstadtfest stattfand – und deswegen die Flagge über dem Schloss wehte.

Das Schloss habe er schon Dutzende Male fotografiert, sagt Klaes. Aber: „Die Fahne ist das i-Tüpfelchen für dieses Motiv.“ Also nutzte er die Chance, machte das Bild und baute das Motiv in den Hückeswagener Kalender ein. Allerdings den für 2023.

Hintergrund

Die Kalender „Remscheid“ und „Bergisches Land“ sind zwei der annäherend 100 regionalen Produkte, die aktuell im Online-Shop der B. Boll Mediengruppe, Verlag unter anderem des Solinger Tageblatts und des Remscheider General-Anzeigers, angeboten werden. Mehr unter:

www.bergisch-bestes.de

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