Verpackungsspezialist

Brangs + Heinrich arbeitet klimaneutral

8000 Quadratmeter groß ist das 2014 eröffnete Gebäude für Logistik und Verarbeitung. Es erfüllt moderne energetische Standards.
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Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Jan Coblenz (l.) und Stefan Vogelskamp sehen ihr Unternehmen in besonderer Verantwortung.
  • Manuel Böhnke
    VonManuel Böhnke
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Solinger Verpackungsspezialist kompensiert 974 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr.

Solingen. 150 Meter tief sind die 50 Bohrungen auf dem Mitarbeiterparkplatz der Brangs + Heinrich GmbH. Sie gehören zur Erdwärmeheizung des Solinger Verpackungsspezialisten. Mit einer Leistung von 465 Kilowattstunden gehört sie zu den größten Anlagen der Region, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Jan Coblenz. Zudem verfügt der Hauptsitz über eine Photovoltaikanlage mit 160 Kilowatt-Peak. An den meisten Tagen läuft der Betrieb an der Felder Straße dank dieser Maßnahmen autark. Die Energieversorgung ist ein Baustein für die Entwicklung von Brangs + Heinrich zu einem klimaneutralen Betrieb. Seit August des vergangenen Jahres nehmen die Solinger dieses Attribut für sich in Anspruch.

„Als Verpackungsunternehmen tragen wir eine besondere Verantwortung.“

Stefan Vogelskamp, geschäftsführender Gesellschafter

„Als Verpackungsunternehmen tragen wir eine besondere Verantwortung“, sagt Stefan Vogelskamp, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter. Für Coblenz und ihn hat das Thema Nachhaltigkeit zwei Komponenten. Da sind zum einen die Produkte. In der täglichen Arbeit liege der Fokus auf „nachhaltige Verpackungen“. Auf der anderen Seite haben sich die Verantwortlichen mit der Frage beschäftigt, wie sich die Firma als Organisation klimabewusster aufstellen lässt.

8000 Quadratmeter groß ist das 2014 eröffnete Gebäude für Logistik und Verarbeitung. Es erfüllt moderne energetische Standards.

Erste Weichen wurden 2014 gestellt. Seinerzeit entstand in der Klingenstadt ein 8000 Quadratmeter großer Neubau für Logistik und Verarbeitung – aktuelle energetische Standards, sparsame LED-Beleuchtung sowie Erdwärme- und Solaranlagen inklusive. „So eine moderne Substanz ist natürlich ein großer Vorteil“, betont Stefan Vogelskamp.

Denn die Investitionen wirkten sich positiv auf die CO2-Bilanz von Brangs + Heinrich aus. Wie hoch diese ist, wurde 2019 erstmals professionell erfasst – der erste Schritt in Richtung Klimaneutralität. „Wir wollten, dass das einem internationalen Standard, dem Greenhouse Gas Protocol, entspricht“, erklärt Vogelskamp. Deshalb begleitete Climate-Partner den Prozess. Der auf unternehmerischen Klimaschutz spezialisierte Dienstleister hat die Solinger dabei unterstützt, ihren „Corporate Carbon Footprint“ zu ermitteln. Verschiedene Ebenen beeinflussen die CO2-Bilanz des Betriebs. Unterschieden wird zwischen Emissionen, die direkt im Unternehmen entstehen, und solchen, die zugekaufte Energie verursacht. In die Berechnung aufgenommen werden zudem vor- und nachgelagerte Prozesse wie Rohstoffe, Logistik und Entsorgung. Hinzu kommt ein pauschaler Sicherheitsaufschlag in Höhe von zehn Prozent.

Für Brangs + Heinrich ergab die Erfassung 2020 eine zu kompensierende Menge von 974 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr. „Diesen Wert versuchen wir sukzessive zu senken“, sagt Jan Coblenz. Auf diesem Wege Klimaneutralität zu erreichen, wird allerdings nicht gelingen. Deswegen sind Ausgleichsmaßnahmen der dritte wichtige Baustein von Climate-Partner. Konkret unterstützt Brangs + Heinrich die Aufforstung deutscher Wälder, um das Label „Klimaneutrales Unternehmen“ über alle Standorte hinweg tragen zu dürfen. Die Faustformel: Pro Tonne CO2 wird ein Baum gepflanzt.

Die Erdwärmeheizung an der Felder Straße in Solingen ist eine der größten Anlagen in der Region.

Welche Kosten dadurch entstehen und wie hoch die Investitionen in klimaschützende Maßnahmen bislang waren, das möchte Jan Coblenz nicht verraten. Nur so viel: „Solche Investitionen kann man nicht an den Kunden weitergeben. Aber wir sind alle dafür verantwortlich, Schritte gegen den Klimawandel zu unternehmen.“ Gleichzeitig räumt er ein, dass Klimaneutralität für seinen Betrieb sicherlich einfacher zu erreichen sei als für große Industrieunternehmen mit deutlich höherem Energiebedarf.

Jährlich prüft Climate-Partner zukünftig, wie sich der CO2-Ausstoß bei Brangs + Heinrich entwickelt und wo es Einsparpotenzial gibt. Das sieht Stefan Vogelskamp beispielsweise beim Fuhrpark. Zudem sollen Dienstreisen auch nach Ende der Pandemie unter dem Vor-Corona-Niveau bleiben.

Derweil treibt Coblenz und Vogelskamp die Frage um, wie sich auch die Produktseite nachhaltiger gestalten lässt. „Diesbezüglich spürt man vom Markt derzeit eine große Sogwirkung.“ Die Solinger bieten Verpackungslösungen für verschiedene Branchen an. Dafür suchen sie mit der eigenen Produktentwicklung nach klugen Lösungen. Das können Papierpolster sein, die solche aus Kunststoff ersetzen, Klebebänder aus Papier oder Kartons aus Gras als Rohstoff. Eine gute Entwicklung seien zudem Kunststoffe, die zu einem Großteil aus recyceltem Material bestehen. Das Ziel sei, jeweils die richtige Balance zwischen möglichst geringer Umweltbelastung und Zweckmäßigkeit zu finden, erläutert Jan Coblenz. „Im Endeffekt ist es unsere Aufgabe, dass die Lieferungen unbeschadet an ihrem Ziel ankommen.“

Unternehmen

Brangs + Heinrich beschäftigt rund 180 Mitarbeiter an elf Standorten in Deutschland, Belgien, China und den Niederlanden – etwa 100 davon am Hauptsitz in Solingen. Die Kunden des Verpackungsspezialisten kommen aus verschiedenen Branchen, unter anderem zählen Logistiker, Automobilzulieferer und metallverarbeitende Betriebe dazu. Dass die Firma während der Corona-Pandemie zweistellig wachsen konnte, ist auch auf die boomende Nachfrage aus dem Bereich Onlinehandel zurückzuführen.

www.brangs-heinrich.de

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