Neustart des Kulturlebens

Veranstaltungsbranche startet nach Durststrecke wieder durch

Der Solinger Patrick Schmidt (links) und der Radevormwalder Patric Bauer haben mit dem Neustart des Kulturlebens wieder mehr Aufträge. Aber dennoch sei die Situation der Veranstaltungsbranche noch lange nicht wieder auf Normalniveau.
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Der Solinger Patrick Schmidt (links) und der Radevormwalder Patric Bauer haben mit dem Neustart des Kulturlebens wieder mehr Aufträge. Aber dennoch sei die Situation der Veranstaltungsbranche noch lange nicht wieder auf Normalniveau.

Pasvatek Eventsolutions in Solingen und Bauer Veranstaltungstechnik in Wipperfürth sehen sich auf einem guten Weg.

Von Peter Klohs

Bergisches Land. Wenn Künstler auftreten wollen, dann brauchen sie dazu oftmals eine Bühne, eine Menge Technik rund um das Mikrofon und das ganze andere Drum und Dran, was Genrefremden zunächst einmal vollkommen unbekannt ist und unter dem Namen „Veranstaltungsinfrastruktur“ zusammengefasst wird. Kurz: Die Künstler brauchen einen Fachmann, der im Optimalfall ein Veranstaltungskaufmann oder -techniker ist, einen Eventdienstleister.

Die Kulturszene lag wegen Corona viele Monate brach, was bedeutete, dass auch die Betriebe, die Veranstaltungen organisieren, wenig bis nichts zu tun hatten. Patrick Schmidt, Geschäftsführer bei Pasvatek Eventsolutions in Solingen, seufzt, wenn er auf das Thema angesprochen wird. „Karneval 2020 hatten wir noch zu tun“, berichtet er, „und dann brach alles ab. Haufenweise Absagen trafen bei uns ein. Eine Verbesserung der Situation war damals nicht zu sehen.“

„Der Zustand der Branche ist weit von normal entfernt.“

Patric Bauer

Er und seine Mitarbeiter widmeten sich Arbeiten, die im Laufe der Jahre intern angefallen waren: Das Lager wurde umgeräumt, Kabel gelötet, Lautsprecher lackiert. Aber irgendwann ist auch das letzte Kabel gelötet. „Und außerdem ist das eine vielleicht wichtige Arbeit, aber keine, von der man als Unternehmen überleben kann.“

Im Sommer 2020 gab es durch einige Hochzeiten und die wieder öffnende Gastronomie etwas zu tun für Patrick Schmidt. „Aber im November kam der Lockdown, und wir haben uns viel mit dem Streamen von Events beschäftigt, etwas, was vorher für uns undenkbar war. Außerdem haben wir verhältnismäßig viel an Festinstallationen durchgeführt. So haben wir überlebt“, sagt Schmidt.

Jetzt, da man wieder Veranstaltungen durchführen kann, leidet Pasvatek wie alle anderen Unternehmer unter der herrschenden Materialknappheit. „Überdachungen“, weiß Schmidt, „sind aus Aluminium, und das ist sehr knapp zur Zeit.“ Durch Stadtfeste, Konzerte, Hochzeiten und andere private Feierlichkeiten hat er dennoch gut zu tun. „Es ist manchmal ein bisschen viel“, gibt er zu, „aber natürlich nehme ich das nach der Durststrecke gerne mit. Die allgemeine Situation in der Branche ist auf einem guten Weg, aber bei Weitem noch nicht normal.“

Das sieht Patric Bauer etwas anders. Der Radevormwalder ist Inhaber von Bauer Veranstaltungstechnik in Wipperfürth. „Die Zukunft der Branche ist absolut nicht abzusehen“, findet er. „Ob sie auf einem guten Weg ist, wird sich finden.“ Auch er und seine Mitarbeiter konnten bis Karneval 2020 normal arbeiten, dann brach es rüde ab. „Danach hagelte es Absagen“, so Bauer, „und da unsere Auftragsbücher extrem voll waren, war das schon krass.“

Durch den „Kirmeszauber“, eine Pop-up-Mietkirmes auf dem Gelände des Unternehmens an der Dörpinghauser Straße konnten zumindest einige Einnahmen verzeichnet werden.

„Aber nach der 3. Welle ging es ja wieder los“, berichtet Bauer. „Und es war direkt viel zu viel. Alle waren ausgehungert, alle wollten Kultur. Dazu wurde die Zusammenarbeit mit den Städten zunehmend schwieriger. Was früher immer klar war, wurde jetzt ausdiskutiert. Das war mitunter schon nervig.“ Beim Liebe & Musik-Festival auf dem Remscheider Schützenplatz, das mit einem Auftritt des Reggae-Musikers Gentleman am Mittwoch zu Ende ging, hat er die riesige Bühne beigesteuert, die von allen Musikern in höchsten Tönen gelobt wurde. Außerdem stammte die Geländeumzäunung von Bauer Veranstaltungstechnik.

Aber die Situation bleibt schwierig. „Alles ist teurer geworden, von Benzin bis zum Tontechniker. Der Zustand der Branche ist weit von normal entfernt. Aber was hilft es? Wir müssen positiv in die Zukunft schauen.“

Hintergrund

Patrick Schmidt begann seine Karriere 2009 als DJ. Seit 2013 ist er Geschäftsführer bei Pasvatek Eventsolutions, ein Unternehmen, das seit fünf Jahren am Piepersberg ansässig ist. „Das letzte Jahr war extrem spannend“, sagt er, „und am Ende des Tages haben wir es irgendwie geschafft.“

pasvatek.de

Patric Bauer arbeitet mit einigen Großkunden zusammen. So zählt die Bundeswehr zu seinen Stammkunden, ebenso die Grüne Woche oder Fridays for Future. Er stattet diverse große Festivals und Sportveranstaltungen mit der nötigen Technik aus.

bauer-veranstaltungstechnik.de

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