Finanzzuschuss

Regionale Wirtschaftsförderung: Diese Unternehmen profitieren

Unterschiedliche Farben, unterschiedliche Fördergebiete: Solingen bleibt im D-Status, Remscheid ist C-Gebiet geworden und profitiert von höheren Förderquoten. In Wuppertal hängt es vom Stadtteil ab. Maßgeblich ist immer der Ort der Investition, nicht der Firmensitz. Grafik: NRW Bank
+
Unterschiedliche Farben, unterschiedliche Fördergebiete: Solingen bleibt im D-Status, Remscheid ist C-Gebiet geworden und profitiert von höheren Förderquoten. In Wuppertal hängt es vom Stadtteil ab. Maßgeblich ist immer der Ort der Investition, nicht der Firmensitz.

Die neue Förderperiode des Regionalen Wirtschaftförderungsprogramms ist gestartet. Vor allem kleine Firmen profitieren davon.

Von Sven Schlickowey

Bergisches Land. Im Vorjahr sorgte das Regionalen Wirtschaftförderungsprogramm (RWP) noch für Ärger bei einigen Unternehmern im Bergischen, weil es erst groß beworben wurde, die NRW-Bank dann aber zahlreiche Anträge ablehnte. Nun ist das Programm des Landes NRW in die nächste Förderperiode gestartet. Und das mit zum Teil maßgeblichen Änderungen.

So sind Remscheid und große Teile der Stadt Wuppertal zu sogenannten C2-Fördergebieten geworden, während Solingen im bisherigen Status eines D-Gebietes verbleibt. Das hat Auswirkungen auf der Förderquoten, die im D-Statuts bei bis zu 25 Prozent liegen, im C-Status aber bei maximal 35 Prozent. Kleine Unternehmen können nach der De-minimis-Beihilfe-Regelung sogar bis zu 50 Prozent erhalten, dann allerdings maximal 200.000 Euro, und das im gesamten Städtedreieck.

Das sei „die schönste Art der Förderung“, betont Stephan Kunz, Fördermittelberater der NRW-Bank, denn beim RWP würden nicht zurückzahlbare Zuschüsse gewährt. Allerdings anhand eines umfangreichen Katalogs an Bedingungen, wie er einräumt. „Im Fokus stehen kleine und mittlere Unternehmen.“. Große Firmen über 250 Mitarbeiter seien nur in Ausnahmen förderfähig.

Ziel des RWP sei es, das Einkommen in der jeweiligen Region zu steigern, erklärt Kunz. Deswegen würden Unternehmen mit „überregionalen Absatz“ gefördert und zumeist nur dann, wenn neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dabei muss die bisherige Belegschaft um mindestens fünf, in manchen Bereichen auch zehn Prozent vergrößert werden. Ausnahmen gelten unter anderem bei frisch gegründeten Firmen und bei der Errichtung neuer Betriebsstätten.

Wegen des überregionalen Ansatzes sind ganze Branchen, darunter der Einzelhandel, Speditionen und das Baugewerbe, ausgeschlossen. Doch auch da gebe es weitere Möglichkeiten, sagt Kunz. Zum Beispiel wenn der Schreiner neben seiner Arbeit auf Baustellen auch Möbel herstellt. Oder die Spedition Logistik-Dienstleistungen anbietet.

Gefördert würden unter anderem Grundstücks- und Baukosten, immaterielle Wirtschaftsgüter wie Lizenzen und Software und fabrikneue bewegliche Wirtschaftsgüter, so Kunz. Bei der Übernahme eines von Schließung bedrohten Unternehmens und bei Firmengründern auch gebrauchte Wirtschaftsgüter.

Dabei müssen mindestens 150.000 Euro investiert werden. Allerdings nicht auf einmal, wie der Fördermittelberater betont. Die Summe könne auch über den Förderzeitraum von 42 Monaten gestreckt werden. Der Antrag zum RWP wird direkt an die NRW-Bank gestellt. Allerdings, ganz wichtig, immer vor Beginn der jeweiligen Investition.

Das Programm sei komplex aber lohnenswert, sagt Thomas Grigutsch von der Bergischen IHK. „Es ist jetzt sogar noch komplexer geworden.“ Deswegen sei es sinnvoll, jedes Vorhaben einzeln zu besprechen, zum Beispiel mit den Experten der IHK. „Das wird sicher nachvollziehbarer, wenn man sich den Einzelfall anschaut.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Die Erfinder des nahtlosen Rohres bilden wieder aus
Die Erfinder des nahtlosen Rohres bilden wieder aus
Die Erfinder des nahtlosen Rohres bilden wieder aus
Sandra Gerke jobbte in der Barmag
Sandra Gerke jobbte in der Barmag
Sandra Gerke jobbte in der Barmag
Steinhaus erweitert in Rekordzeit
Steinhaus erweitert in Rekordzeit
Steinhaus erweitert in Rekordzeit

Kommentare