Innovationspreis

Für den Betrieb hat die Zukunft schon begonnen

Die FAMAG-Geschäftsführer Ralf Hunke und Thomas Pomp freuen sich über die Auszeichnung mit dem Innovationspreis. Foto: Roland Keusch
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Die FAMAG-Geschäftsführer Ralf Hunke und Thomas Pomp freuen sich über die Auszeichnung mit dem Innovationspreis.

Der Verein MannesmannHaus zeichnet die FAMAG GmbH & Co. KG mit Innovationspreis aus.

Von Peter Klohs

Remscheid. Der renommierte Innovationspreis des Fördervereins MannesmannHaus wird zur Erinnerung an die Industriepioniere Reinhard und Max Mannesmann verliehen. Er wird jährlich für innovative Leistungen vergeben und soll zur Schaffung eines starken Innovationsklimas beitragen. In diesem Jahr wird das Remscheider Unternehmen FAMAG-Werkzeugfabrik GmbH & Co. KG, kurz FAMAG, mit dem Preis bedacht.

Die geschäftsführenden Gesellschafter Ralf Hunke und Thomas Pomp freuen sich bereits auf den 18. November, wenn der Mannesmann-Innovationspreis im Werkzeugmuseum verliehen wird. „Unser Kerngeschäft sind Holzbearbeitungswerkzeuge“, erzählt Thomas Pomp, „Holzbohrer, Fräser, Senker, die gesamte Palette. Für die Herstellung unserer innovativen Werkzeuge entwickeln wir unsere moderne Produktion permanent weiter. Das Zusammenspiel von Menschen, Technik, Material und dem Wissen von Generationen macht am Ende den Unterschied.“

„Die Konkurrenz aus China kann unsere Qualitätsstandards nicht erreichen.“

Ralf Hunke, FAMAG-Geschäftsführer

Der Betrieb besteht seit 1865 und firmierte zunächst unter dem Namen des Eigentümers Friedrich August Mühlhoff. Als die beiden jetzigen Geschäftsführer den Betrieb 2003 kauften, behielten sie den im Markt gut eingeführten Firmennamen FAMAG bei. Zunächst war die Skepsis gegenüber den neuen Besitzern groß. „Ich habe oft gehört: Du musst verrückt sein, um hier im Bergischen so etwas aufzuziehen“, erinnert sich Thomas Pomp.

Bereits 1999 kaufte das Unternehmen seinen ersten Roboter. Pomp hatte sehr schnell erkannt, dass die Technik in der Zukunft unerlässlich werden würde, um den Betrieb erfolgreich weiterführen zu können. „Unser erster Roboter hat circa 80 Prozent der Arbeitsleistung eines Bedieners ersetzt, was natürlich auch heißt, dass wir unsere Personalkosten erheblich senken konnten. Und bereits 7 Monate später kamen Roboter Nummer zwei und drei hinzu. Meine Ahnung der Zukunftstechnik hat sich bestätigt. Wenn hinter jeder Maschine ein Mann steht, dann ist das heutzutage nicht mehr zu finanzieren. Wir sind so weit, dass wir mannlose Schichten fahren können.“

Der Erfolg bestätigt das Geschäftsführer-Duo. Mittlerweile ist man Marktführer in Europa. „Die Konkurrenz aus China schläft zwar nicht“, weiß Ralf Hunke, „aber die kann unsere Qualitätsstandards nicht erreichen. Wer auf Qualität und Service Wert legt, der kommt zu uns. Durch den Einsatz der Roboterzellen konnten wir unsere Qualität stetig verbessern. Das Kopieren unserer Produkte von anderen Firmen ist so schwieriger geworden.“

„Wir sind schon recht nah an der Industrie 4.0“, führt Thomas Pomp aus. „Wir entwickeln unsere Technik ständig weiter. Die modernen Fräsroboter können Matratzen für körperbehinderte Menschen passgenau fräsen. Industrie 4.0 ist nicht für alle Unternehmen durchsetzbar – und auch nicht notwendig.“

Auch die weitere Entwicklung im Roboterbereich haben die Geschäftsführer im Blick, Stichwort: Künstliche Intelligenz. „Das hat ja schon angefangen“, weiß Thomas Pomp, „und wird in einigen Jahren Standard sein.“ Die Roboter werden zugekauft. Die Stärke von FAMAG ist es, sie gewinnbringend in den verschiedenen Unternehmen einzusetzen.

„Der Markt hat sich in den letzten Jahren schon stark verändert“, berichten Hunke und Pomp. „Unnachgiebiger, härter. Die Branche hat sich durch Corona auch noch mal verkompliziert. Der Handel mit Robotern lebt von Kundenbesuchen, und die finden zur Zeit – wenn überhaupt – ja eher sporadisch statt.“

Seit fast 20 Jahren sind die beiden CEOs für das Unternehmen verantwortlich. „Exzellente Holzbearbeitungswerkzeuge produzieren wir seit über 150 Jahren mit großen Erfolg. Das Wissen der Automation haben wir uns über die Jahre angeeignet und in der eigenen Fertigung perfektioniert. Die Roboteranlagen, die wir bauen, laufen alle störungsfrei und zuverlässig.“

Hintergrund

FAMAG bekommt den Innovationspreis des Fördervereins MannesmannHaus für seine Leistungen auf den Gebieten der Neu- bzw. Weiterentwicklung patentgeschützter Bohr- und Fräswerkzeuge sowie der Automatisierung der Fertigungsprozesse mit CNC-Maschinen und Robotern verliehen. Außerdem wird Beratung, Anlagenbau, Services und Schulungen für´Mittelständler gewürdigt.

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