Mehrwert für Bewohner

Was aus einem Haus ein Smart Home macht

Christian Feltgen (l.) und Hans-Jörg Müller informierten über Giras Smart-Home- sowie die Designphilosophie.
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Christian Feltgen (l.) und Hans-Jörg Müller informierten über Giras Smart-Home- sowie die Designphilosophie.
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Der Gebäudetechnikspezialist Gira gibt Einblicke in den Stand der Technik.

Von Manuel Böhnke

Radevormwald/Wuppertal. Der Begriff Smart Home ist in aller Munde, wird beinahe inflationär verwendet. „Häufig werden darunter Gadgets wie intelligente Kühlschränke verstanden“, erklärte Christian Feltgen. Doch das greife zu kurz. „Es geht darum, einen echten Mehrwert für die Anwender zu schaffen, komplizierte Abläufe einfach und komfortabel zu machen“, sagte der Gira-Geschäftsführer. Bei einem Presseevent in Wuppertal präsentierte der Radevormwalder Spezialist für Gebäudetechnik am Donnerstag seine Design- sowie seine Smart-Home-Philosophie.

Und die ist weitreichend. Feltgen skizzierte, wie der Tag in einem intelligenten Haus starten könne: Die Bewohner werden mit ihrer Lieblingsmusik geweckt, das Licht geht automatisch langsam an, die Rollos Stück für Stück hoch – auch in den Kinderzimmern. Beim Betreten des Badezimmers wird die dortige Beleuchtung wie von Zauberhand eingeschaltet, bei nächtlichen Besuchen gedimmt.

Das zeichnet Smart Home aus

Doch Smart Home hat Feltgens Verständnis nach nicht nur etwas mit Komfort zu tun. Es gehe auch um Aspekte wie Effizienz und Sicherheit. Ein zentraler Schalter an der Eingangstür, mit dem sich alle Lichter und nicht benötigte Elektrogeräte betätigen lassen, gebe beispielsweise vielen Menschen ein gutes Gefühl. Zudem sei es möglich, per Smartphone-App auch von unterwegs die Kontrolle über das Eigenheim zu behalten. Ist niemand zu Hause, erlaube die Technik eine Abwesenheitssimulation. Die funktioniere im Gegensatz zu einer Zeitschaltuhr nicht nach Schema F, sondern kann etwa in Sachen Beleuchtung ohne komplizierte Einstellungen den normalen Tagesablauf abbilden.

Diese Tipps machen Einbrechern das Leben schwer

Wir sind gut integrierbar und nehmen uns zurück.

Hans-Jörg Müller, Leiter Produkt und Design

Die Gira-Technik zur Gebäudeautomation müsse einige Bedingungen erfüllen, erklärte Christian Feltgen. Zum einen sei notwendig, dass sie über Jahrzehnte funktionstüchtig ist und gewartet werden kann. Zudem brauche es Interoperabilität, also die Fähigkeit, herstellerübergreifend mit anderen Elementen kompatibel zu sein. Diesen Aspekt stelle der KNX-Standard sicher, der sich in der Branche etabliert habe.

Anbindung an das Internet der Dinge

Eine Herausforderung sei die Anbindung der IoT-Welt, des Internets der Dinge. „Unsere Kunden erwarten heute, dass sie ihre Philips-Hue-Produkte, Amazon Alexa oder Lautsprecher von Sonos einbinden können“, erläuterte Feltgen. Hier habe Gira den Vorteil, dass die Radevormwalder das Internet der Dinge verstehen: „Wir kennen die Standards an den Schnittstellen.“ Das sei wichtig, da niemand vorhersagen könne, welche Smart-Home-Produkte in den nächsten Jahren auf den Markt kommen.

Je präsenter das Thema Smart Home wird, desto bedeutsamer werde der Aspekt Sicherheit. Mögen die Systeme höheren Schutz vor Einbrechern bieten, sind sie doch ein Angriffspunkt für Cyberkriminelle. Gira setze deshalb auf regelmäßige Updates, eine Weiterentwicklung des KNX-Standards sowie auf eigens entwickelte Lösungen zum „datensicheren Fernzugriff“ auf das Smart Home.

Gira gab nicht nur Einblicke in die technische Entwicklung seiner Produkte, sondern auch den Designprozess. „Der findet bei uns jeden Tag als Teil von Innovation statt“, erklärte Hans-Jörg Müller. Er leitet den Bereich Produkt und Design der Gira Giersiepen GmbH & Co. KG. „Jedes Produkt wird designt“, gab er die Marschroute vor. Das gelte auch für Bauteile, die nach ihrer Montage nicht mehr zu sehen sind.

So kann Design die Zukunft besser machen

Bei präsenteren Artikeln wie Schaltern, Steckdosen und smarten Lösungen laufe man optisch keinen kurzfristigen Trends hinterher. Sie müssten in die Architektur einer Immobilie integrierbar sein, seien aber nicht deren wichtigster Part, erklärte Müller. Das Credo: „Wir sind gut integrierbar und nehmen uns zurück.“

Unternehmen

Christian Feltgen, Steffen Zimmermann, Dominik Marte, Sebastian Marz sowie Dirk Giersiepen bilden aktuell die Gira-Geschäftsführung. Letzterer zieht sich im Sommer aus dem operativen Geschäft zurück.

Passend dazu: Elektrohandwerker machen die ersten Schritte im Smart Home

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