Verbrauchertipp

Verkaufen, verschenken, entsorgen: Wohin mit alter Elektronik?

Ausgemusterte Technik ist nicht immer direkt ein Fall für die Mülltonne, betont die Verbraucherzentrale. Foto: VZ NRW/adpic
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Ausgemusterte Technik ist nicht immer direkt ein Fall für die Mülltonne, betont die Verbraucherzentrale.

Die Verbraucherzentrale gibt Tipps für den Umgang mit ausgemusterten Laptops, Handys und Co.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Mehr Akkukapazität, schnellerer Prozessor, bessere Kamera – wenn Heiligabend neue Elektronik vom Handy bis zum Laptop unterm Weihnachtsbaum liegt, geht das meist nicht nur mit technischem Fortschritt einher, sondern auch mit der Frage, was mit dem alten Gerät passieren soll. Der Digitalverband Bitkom zum Beispiel schätzt, dass bundesweit mehr als 200 Millionen Mobiltelefone herumliegen. „Das ist ein ungenutzter Schatz an wertvollen Rohstoffen“, sagt Lydia Schwertner, Leiterin der Remscheider Verbraucherzentrale. In Elektronik sei unter anderem Kupfer, Aluminium, Gold und Neodym verbaut. Deswegen gibt Schwertner Tipps, was mit alter Technik zu tun ist.

„Für Umwelt und Klima ist es am besten, wenn noch funktionierende Altgeräte weiter verwendet werden“, sagt Lydia Schwertner. Der einfachste Weg sei der Verkauf an professionelle Ankäufer: „Verschiedene Online-Portale ermöglichen recht bequem den Verkauf von gebrauchten Handys, Tablets, Konsolen, Notebooks und anderen Elektronikartikeln.“ Mehr Mühe mache es, die Geräte über Kleinanzeigen anzubieten. Dafür ist dann aber meist auch der Erlös höher.

Mehr Tipps für ein nachhaltigeres Leben gibt es in der Serie „Natürlich nachhaltig.

Wer mit ausgemusterten Geräten noch etwas Gutes tun möchte, könne diese auch verschenken, erklärt Lydia Schwertner. Verschiedene Organisationen wie „Hey, Alter!“ oder Labdoo.org arbeiten zum Beispiel Laptops, Computer und Tablets auf, um sie benachteiligten Schülerinnen und Schülern zur Verfügung zu stellen. „Generell sind soziale und Flüchtlingsorganisationen oft an funktionstüchtigen Altgeräten interessiert“, so Schwertner. Auch lohne es sich, bei Secondhand-Läden und Sozialkaufhäusern nachzufragen.

Händler nehmen Altgeräte kostenfrei zurück

Der Nabu und die „Handy-Aktion NRW“ hingegen sammeln Mobiltelefone ausschließlich fürs Recycling. Dabei werden Schadstoffe umweltgerecht entsorgt. Und wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber und Kupfer werden gesammelt und verkauft. Die Erlöse kommen sozialen oder Umweltprojekten zu Gute.

Die Entsorgung defekter Geräte sei unter anderem über den Handel möglich, berichtet Lydia Schwertner: Alle Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern für Elektro- und Elektronikartikel müssen kostenfrei kleine Altgeräte zurücknehmen. „Für größere gilt das Prinzip alt gegen neu: Wird ein Gerät gekauft, muss ein Gerät der gleichen Kategorie kostenfrei zurückgenommen werden.“ Auch der kommunale Entsorger nehme Altgeräte an, zum Beispiel über einen Bringhof oder Sammelcontainer.

Egal, wie Smartphone oder Rechner entsorgt oder weitergegeben werden, wichtig sei, zuvor alle Daten darauf zu löschen, betont Lydia Schwertner: „Nicht immer reichen dazu das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen oder das Neuformatieren der Festplatte.“ Weitere Hinweise dazu gebe es online.

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