Zukunft der Wirtschaft

Uni unterstützt Betriebe bei der Digitalisierung

Einige der Köpfe hinter dem Projekt „Digital Valley Bergische Region“ (v. l.): Nicole Nelißen (Kommunikation), Tristan Langer, Hasan Tercan, Richard Meyes und Dr. André Pomp. Foto: Manuel Böhnke
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Einige der Köpfe hinter dem Projekt „Digital Valley Bergische Region“ (v. l.): Nicole Nelißen (Kommunikation), Tristan Langer, Hasan Tercan, Richard Meyes und Dr. André Pomp.

Das Projekt „Digital Valley Bergische Region“ soll junge Fachkräfte an die Region binden.

Von Manuel Böhnke

Bergisches Land. Digitale Transformation – es gibt wohl kein Schlagwort, das bei Diskussionen über die Zukunft der Wirtschaft häufiger fällt. Doch insbesondere viele kleine und mittlere Unternehmen tun sich mit dem Thema schwer. „Sie haben alle verstanden, dass es Digitalisierung braucht. Doch im laufenden Betrieb fehlen schlicht die Ressourcen, die Herausforderung anzugehen“, beobachtet Richard Meyes. Er ist Leiter des Forschungsbereichs „Interpretable Learning Models“ am Lehrstuhl für Technologien und Management der Digitalen Transformation an der Bergischen Universität Wuppertal. Seit Anfang 2020 läuft dort ein Projekt, das den bergischen Mittelstand auf dem Weg in eine digitale Zukunft unterstützen soll. Doch das ist nicht der einzige Effekt, den sich die Verantwortlichen erhoffen.

Sein Titel fasst die Zielsetzung des Vorhabens zusammen: Digital Valley Bergische Region (DIVABRE). Die Idee geht auf Meyes zurück. Wie der Großteil des Projektteams war er an der RWTH Aachen tätig, ehe es ihn Ende 2018 nach Wuppertal zog. „Dort gab es eine starke Bindung zwischen Uni und Industrie“, erinnert er sich an seine alte Wirkungsstätte. Im Bergischen Land sei die weniger stark ausgeprägt, obwohl beide Seiten voneinander profitieren könnten.

Das beweist das Beispiel DIVABRE. Zentrales Element des Projektes ist eine Plattform. „Dort können die Unternehmen Daten sicher mit einer konkreten Aufgabenstellung hochladen“, erklärt Tristan Langer, technischer Projektleiter. Die Studierenden können sich die Anforderungen anschauen und das Problem bearbeiten. Ein mögliches Beispiel sei, eine Künstliche Intelligenz zu programmieren, die anhand verfügbarer Daten Produktionsfehler vorhersagen kann. Der Fokus des Projektes liege zwar auf Maschinenbau, berichtet Forschungsgruppenleiter Dr. André Pomp. Doch auch Einsatzmöglichkeiten in anderen Branchen seien denkbar. So könnten etwa Sensoren Gebäudedienstleistern Hinweise dazu geben, wann die Dachrinne einer Immobilie gereinigt werden muss.

Projekt macht Kontakte zu Nachwuchskräften möglich

Mit mehreren Betrieben aus der Region führt das DIVABRE-Team derzeit Gespräche über potenzielle Anwendungsfälle. Weitere Partner seien erwünscht, betont Tristan Langer. Im Optimalfall kommen die Unternehmen mit einem konkreten Problem und einer passenden Datengrundlage auf die Universität zu. „Hapert es bei einer dieser Bedingungen, beraten wir gerne“, sagt Richard Meyes. Fehlt es jedoch sowohl an Daten als auch an einer Aufgabenstellung, stoße das Team an seine Grenzen.

Für die Firmen ist die Teilnahme nicht automatisch mit Kosten verbunden. Sie können allerdings mit ausgelobten Preisen Anreize für die Studierenden schaffen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. „Technik kommt bei Informatikern immer gut an“, sagt André Pomp grinsend. Je attraktiver die Belohnung ist, desto größer sei die angesprochene Zielgruppe. Theoretisch können sich auch ausgelernte Personen mit den Challenges beschäftigen – die DIVABRE-Plattform ist offen.
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Eine Garantie, dass die gestellte Aufgabe gelöst wird, gebe es nicht. „Man verliert aber nichts. Immerhin haben sich die Unternehmen mit dem Problem auseinandergesetzt“, macht Pomp deutlich. Und Kontakt zu den Nachwuchskräften von morgen aufgebaut. Hier kommt die zweite erhoffte Wirkung von DIVABRE ins Spiel – Fachkräftegewinnung. Diesbezüglich seien die Voraussetzungen in der Region eigentlich optimal, stellt Tristan Langer fest. Auf der einen Seite gebe es in Nordrhein-Westfalen eine „exzellente Nachwuchsdichte“ aufgrund der zahlreichen Hochschulen auf engem Raum. Andererseits seien im Bergischen viele kleine und mittlere Unternehmen aktiv, die auf ihrem Gebiet führend sind. Das Problem: „Sie haben nicht die Bekanntheit wie Konzerne.“

DIVABRE könnte ein Schlüssel sein, um das zu ändern. Auch die Uni erhofft sich von dem Projekt eine bessere Vernetzung mit der regionalen Wirtschaft. Zudem biete die Zusammenarbeit die Möglichkeit, Forschungsmethoden in der Praxis zu testen.

Noch bis Ende des Jahres läuft die Förderung für das Projekt. Wie es danach weitergeht, steht noch nicht fest. Klar ist für die Verantwortlichen um Richard Meyes: „Die Vision werden wir weiterverfolgen.“

Kontakt

Für Rückfragen zum Projekt „Digital Valley Bergische Region“ steht der technische Leiter Tristan Langer per E-Mail zur Verfügung: divabre@uni-wuppertal.de

Weitere Informationen gibt es zudem auf der Projekt-Website: www.divabre.de

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