1400 Lehrstellen sind im Städtedreieck unbesetzt

Prämien lösen nur einen Teil der Probleme auf dem Ausbildungsmarkt

Carmen Bartl-Zorn von der Bergischen IHK. Archivfoto: Roland Keusch
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Carmen Bartl-Zorn von der Bergischen IHK. Archivfoto: Roland Keusch

Viele Jugendliche lassen ihre Chance auf gute Ausbildung verstreichen

Von Andreas Boller

Bergisches Land. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat vor einem „Corona-Jahrgang“ in der Ausbildung gewarnt und an die Ausbildungsprämie erinnert. Im bergischen Städtedreieck ist die Sorge ebenfalls groß, dass junge Leute mit den Betrieben und Unternehmen in diesem Sommer nicht auf einen Nenner kommen. An fehlenden freien Stellen liegt es in Wuppertal, Solingen und Remscheid aber nicht: 1400 freien Stellen stehen 1300 unversorgte Bewerber gegenüber.

Der Bundesarbeitsminister will mit der Ausbildungsprämie Ausbildungsplätze erhalten und das Ausbildungsangebot erhöhen. Ganz neu ist diese Prämie nicht, aber der Ausbildungsbeginn am 1. September rückt näher, und es zeichnet sich ein „Mismatch“ ab, das sowohl den jungen Leuten als auch den Betrieben schadet.

Ausbildende Unternehmen mit bis zu 499 Beschäftigten, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie in Höhe von 4000 Euro gefördert. Ausbildende Unternehmen mit bis zu 499 Beschäftigten, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöhen, erhalten für jeden ab dem 1. Juni zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 6000 Euro (nach Abschluss der Probezeit).

Facharbeitermangel wird durch die Pandemie ansteigen

„Die Ausbildungsprämie ist richtig und wichtig, denn mit dieser Prämie können wir beiden Seiten helfen“, sagt Carmen Bartl-Zorn. Sie ist die für Aus- und Weiterbildung zuständige Geschäftsführerin der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Die Prämie dürfen alle Betriebe in Anspruch nehmen, die coronabedingt Kurzarbeit angemeldet hatten oder Umsatzeinbußen geltend machen können. Die Initiative müsse aber auch von den jungen Leuten ausgehen. „Die Chancen auf einen guten Ausbildungsplatz sind noch nie so gut gewesen, wie gerade jetzt“, sagt Bartl-Zorn.

Arnd Krüger, Kreishandwerksmeister für Solingen und Wuppertal, findet deutlichere Worte, wenn es um die fehlende Initiative von Jugendlichen bei der Suche nach einer Lehrstelle geht. „Die Ausbildungsprämie hilft nichts, wir können nicht weiter nur die Symptome behandeln, sondern wir müssen das Problem bei der Wurzel anpacken“, sagt er.

Welche Einstellung haben die Jugendlichen zur Arbeit? Diese Frage stelle er sich und habe den Eindruck gewonnen, dass vielen nicht klar sei, dass Arbeit Broterwerb bedeute. „Diese Einstellung müssen die Eltern ihren Kindern vermitteln, das können sie nicht den Lehrern überlassen.“ Viele Handwerksbetriebe suchen nach Azubis, der Facharbeitermangel wird sich nach der Pandemie noch stärker bemerkbar machen, denn schon in den vergangenen Jahren klemmte es beim „Matching“ auf dem Ausbildungsmarkt.

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