Badeanzüge, Bikinis und Co.

Bademoden: Calao denkt schon an die Sommerkollektion 2023

Während die Modelle aus der aktuellen Kollektion im Sommer den höchsten Abverkauf erreichen, sind ihre Nachfolger schon beim beim Fotoshooting in LA. Im Frühjahr werden dann auch diese Modelle in den Handel geliefert.
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Während die Modelle aus der aktuellen Kollektion im Sommer den höchsten Abverkauf erreichen, sind ihre Nachfolger schon beim beim Fotoshooting in LA. Im Frühjahr werden dann auch diese Modelle in den Handel geliefert.

Hückeswagener Unternehmen liefert Bademoden bis in die USA.

Von Sven Schlickowey

Hückeswagen. Die Sonne scheint, die Freibäder sind offen, die Ferien haben begonnen - für die Bademoden-Branche läuft die wichtigste Phase des Jahres. Doch während sich halb Deutschland mit Badeanzügen, Bikinis und Badehosen eindeckt, ist man bei der Hückeswagener Firma Calao schon deutlich weiter. Dort arbeiten Ulrike und Jochen Schneider mit ihrem Team längst an der Kollektion für das kommende Jahr.

„2022 ist für uns im Endeffekt gegessen“, sagt Jochen Schneider, der das Unternehmen mit seiner Frau führt. Seit 1987 entwerfen und produzieren die beiden Bikinis und Badeanzüge aber auch Strandkleider und andere Accessoires. Zwar trudeln nach wie vor Bestellungen für die aktuelle Ware ein, die von Lager und Buchhaltung bearbeitet werden, doch die Konzentration ist bereits aufs nächste Jahr gerichtet. Und das schon seit einigen Monaten.

Entwurf einer neuen Kollektion beginnt ein Jahr vor Verkauf

„Los geht es immer im November und Dezember mit der Auswahl der Stoffe“, erklärt Schneider. An die 100 verschiedene Drucke würden die Lieferanten aus Italien und Spanien meist vorlegen, 16 oder 17 schafften es in der Regel in die nächste Kollektion, außerdem einige unifarbenen. In den folgenden Monaten entstehen daraus an die 100 verschiedenen Modelle.

Das passiert alles unter viel Zeitdruck.

Jochen Schneider über die Entstehung der neuen Kollektion

Wenn die aktuelle Kollektion dann im Sommer ihren höchsten Abverkauf erreicht, fliegen die neuen Modelle an die amerikanische Westküste zum Foto-Shooting, anschließend geht es auf die verschiedenen Messen und zu den Vertretern, die bis Ende Oktober die Bestellungen von Groß- und Einzelhandel annehmen. Ab November wird produziert, Ende Februar oder Anfang März beginnt der Versand.

„Das passiert alles unter unheimlich viel Zeitdruck“, sagt Jochen Schneider. Eigentlich werden von jedem neuen Teil zunächst 15 Exemplare genäht, um alle Vertreter ausstatten zu können. Doch bei der 2023er-Kollektion habe man sich entschieden, erst einmal jeweils fünf herzustellen: „Eine Kollektion brauchen wir fürs Shooting, eine bleibt bei uns, der Rest geht an die Vertreter, die es am eiligsten haben.“ Ihre Kollegen müssen sich noch ein wenig gedulden.

So kam die Hückeswagener Firma zu Bademoden

Vor 35 Jahren haben die Schneiders ihre Firma gegründet und damit die Marke Calao geschaffen. Zuvor hatten die beiden Export-Kaufleute unter anderem mit einem T-Shirt-Hersteller aus Mauritius zusammengearbeitet, der Ulrike Schneider bat, das Unternehmen auf einer Messe zu vertreten. Dort sei seine Frau mit einem ebenfalls aus Mauritius stammenden Bademoden-Hersteller am Nachbarstand ins Gespräch gekommen, berichtet Jochen Schneider. Zunächst habe sie die Vertretung der Firma übernommen. „Dann haben wir uns gedacht, das können wir auch.“

Heute liefern die Hückeswagener ihre französisch und italienisch angehauchten Modelle in mehr als ein Dutzend Länder, darunter auch die USA. Hauptabsatzmärkte sind Deutschland, Österreich und Frankreich. Da immer den Geschmack der Kundschaft zu treffen, sei gar nicht so leicht, sagt Schneider, der sei nämlich schon innerhalb eines Landes teils recht unterschiedlich. „An der Côte d’Azur mögen sie es bunt, an der französischen Atlantikküste eher zurückhaltend, da müssen wir immer versuchen, einen Mittelweg zu finden.“ Zum Erfolg der Firma trägt auch bei, dass es nahezu alle Bikinis und Badeanzüge in großen Größen (teils bis 54) und mit großen Cup-Größen (bis G) gibt.

„Oben ohne“ wird im Freibad Eschbachtal noch toleriert

Neu im Angebot ist außerdem eine Fitness-Kollektion mit Leggings und Trainingstops. „Eine Lehre aus Corona“, wie Jochen Schneider sagt. „Wir haben überlegt, was wir sonst noch machen können.“ Die elastischen Materialien für die Bademoden zu verarbeiten, erfordere besonderes Know-how, erklärt er. Und das komme nun auch bei der Sport-Bekleidung zum Einsatz. Hauptgeschäft von Calao bleiben aber Badeanzüge, Bikinis und Co. - die sich nach einem schwachen Corona-Jahr 2021 inzwischen wie gut verkaufen, wie Jochen Schneider sagt: „Ich gehe davon aus, dass es ein gutes Jahr wird.“

Hintergrund

Erhältlich sind die Calao-Modelle über den Einzelhandel. Daneben betreibt das Unternehmen den Online-Shop calinera.de, in dem auch Produkte anderer Hersteller angeboten werden. Zudem gibt es am Firmensitz Heinrich-Schicht-Straße 15 in Hückeswagen einen Lagerverkauf.

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