Start-up

Cyculate: Sammelboxen für Masken von Unternehmer kommentarlos eingesammelt

Das Start-up Cyculate von Maik Paroth (l.) und Karl Neumann wollte Masken recyceln. Foto: Andreas Fischer
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Das Start-up Cyculate von Maik Paroth (l.) und Karl Neumann wollte Masken recyceln.

Idee des Start-ups war es, gebrauchte OP-Masken wiederzuverwerten.

Von Tanja Heil

Bergisches Land. Die Idee klang bestechend: Das Wuppertaler Start-up Cyculate wollte OP-Masken einsammeln und recyceln. Da die Masken aus Polypropylen (PP) gefertigt werden, besteht durchaus eine große Nachfrage nach diesem Kunststoff. Unter großem Medienecho stellten die beiden jungen Gründer von Cyculate an mehreren Stellen im Stadtgebiet im März Sammelboxen für Masken auf. Doch jetzt holten sie die Sammelboxen kommentarlos wieder ab. „Wir warten vergebens auf eine Antwort. Wir können zu den Sammelboxen kein Statement abgeben, weil uns die offizielle Stellungnahme des Unternehmens fehlt“, sagt Anna Marquardt, Inhaberin der Wuppertaler Tannenberg Apotheke.

Cyculate selbst ist nicht erreichbar. Die Gründer antworten weder auf Mails noch auf Anrufe. Schon im Juni hatten sie in einem Artikel für die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) zugegeben, dass zwar die Nachfrage nach dem Rohstoff groß sei, die technische Umsetzung jedoch schwierig. Die Masken müssen vor der weiteren Verarbeitung erst einmal gewaschen werden. „Das Problem ist, dass die Masken völlig zerknittert aus der Wäsche kommen“, erklärte damals Gründer Maik Paroth.

Vor dem Verwerten müssen jedoch die Bänder von den Masken geschnitten werden. In Handarbeit ist das eine langwierige und mühsame Arbeit. Automatisieren lässt sie sich schwer, weil dann jemand die Masken glatt in die Maschine einlegen muss. In eine Maschine, die es bisher nicht gibt.

Gründerstipendium steht für Cyculate auf der Kippe

Dass die ebenfalls gesammelten FFP2-Masken gar nicht verwertbar sind, stellten die Gründer schnell fest. Sie konzentrierten sich zuletzt nur noch auf OP-Masken. Dabei wurde ihnen sogar ungebrauchte Ausschuss-Ware von einem Maskenhersteller angeboten. Auch ein Interessent für das Rezyklat – also die eingeschmolzenen, geschredderten Masken – meldete sich selbstständig bei Cyculate. Doch der Verdacht ist groß, dass der Aufwand für das Recycling der Masken größer ist als der Preis, den Interessenten dafür zu zahlen bereit sind.

Das Start-up Cyculate hatte sich im Mai beim Startercenter NRW um ein Gründerstipendium beworben. Die siebenköpfige Jury beim Startercenter an der Bergischen IHK empfahl das Projekt zur Förderung – was 1000 Euro Gründerstipendium im Monat für jeden Gründer für ein Jahr bedeutet.

Die Juroren haben alle viel Erfahrung mit Gründungsberatung. Sie vergeben für verschiedene Aspekte Punkte. „Wer eine Mindestpunktzahl erreicht, den schlagen wir dem Förderträger zur Förderung vor“, erklärt André Scheifers das System. Der Förderträger prüft formale Voraussetzungen. Dann kann die Förderung bewilligt werden. Das Gründerstipendium läuft ein Jahr.

Nach einem halben Jahr müssen die Start-ups einen Zwischenbericht abliefern. Ist kein Projektfortschritt erkennbar, wird das Stipendium eingestellt. Cyculate zählt offensichtlich nicht zu denen, deren Idee dem Praxistest standhält. „Da bis jetzt kein Rückruf erfolgt ist, habe ich noch mal per E-Mail nachgefasst und um Rückmeldung gebeten. Sollte weiterhin nichts kommen, informieren wir den Projektträger in Jülich“, so André Scheifers.

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