Unternehmen schließen sich zusammen

Bergisches Netzwerk stärkt den Maschinenbau

Anne Gebuhr, Prof. Peter Gust (l.) und Marco Horn setzen sich für den Maschinenbaustandort Bergisches Land ein. Foto: Anette Kolkau
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Anne Gebuhr, Prof. Peter Gust (l.) und Marco Horn setzen sich für den Maschinenbaustandort Bergisches Land ein.

Uni Wuppertal, Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft sowie 21 Unternehmen kooperieren

Bergisches Land. Ein Zusammenschluss, in dem sich Unternehmen aus der Region technisch auf Augenhöhe begegnen können – so lautete Marco Horns Vision. Daraus ist längst Realität geworden. Seine MKW GmbH Digital Automation mit Sitz in Wuppertal ist eines von 23 Mitgliedern des Maschinenbaunetzwerks Bergisch Land. Die Ziele der 2013 gegründeten Initiative: Austausch fördern, Synergien nutzen, Fachkräfte gewinnen.

Der Maschinenbau ist ein wichtiger Teil der hiesigen Wirtschaft. Laut Angaben der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) widmen sich 66 der 462 Industriebetriebe im Städtedreieck dem Maschinenbau. „Viele der Unternehmen beschäftigen sich mit ähnlichen Themen“, erklärt Anne Gebuhr. Die BSW-Mitarbeiterin managt das Netzwerk. Dass dessen Mitglieder aus einer Branche kommen und damit potenzielle Konkurrenten sind, stelle kein Problem dar. Die Unterschiede seien groß genug, die Chancen überwiegen.

Gemeinsames Marketing, Informationen und Veranstaltungen gehören zu den Angeboten des Zusammenschlusses

Ähnlich sieht es Marco Horn. „Wir alle sind recht spezialisiert. Außerdem kann niemand alle Aufträge abarbeiten“, sagt er schmunzelnd. Die Zusammenarbeit geht sogar so weit, dass sich die Mitglieder des Netzwerks bisweilen untereinander Fachkräfte ausleihen, um Produktionsspitzen abzudecken. „Der Vorteil: Wir wissen, dass die Leute etwas taugen“, erläutert Horn.

Gemeinsames Marketing, Informationen und Veranstaltungen gehören zu den Angeboten des Zusammenschlusses. Das „eigentliche Herzstück“ seien aber die regelmäßigen Netzwerktreffen, erklärt Anne Gebuhr. Die Idee: Die Mitglieder besichtigen jeweils ein Unternehmen aus ihrer Mitte, erhalten einen Einblick in Produkte und Herstellungsprozesse. Davon profitieren nicht nur die Betriebe. „Dieser Kontakt zur Praxis ist für uns unheimlich wichtig“, betont Prof. Peter Gust. Er ist Inhaber des Lehrstuhls Konstruktion der Bergischen Universität Wuppertal. Die Hochschule zählt zu den Gründungsmitgliedern des Maschinenbaunetzwerks.

Der Vorteil: Wir wissen, dass die Leute etwas taugen.

Unternehmer Marco Horn über den Austausch von Fachkräften

Der Austausch mit der Wirtschaft zeige der Uni immer wieder Forschungsbedarfe auf und biete Anlass für Projekte. Ein aktuelles Beispiel: In Kooperation mit fünf Unternehmen befasst sich der Lehrstuhl mit dem Thema Augmented Reality. Untersucht werden unter anderem die Funktionen, Vor- und Nachteile sowie mögliche Einsatzbereiche. Die Technologie könnte Servicetechnikern zukünftig zum Beispiel ermöglichen, Kunden mittels einer Datenbrille von zu Hause aus bei der Wartung oder Reparatur einer Maschine anzuleiten. „Mit solchen Projekten können wir uns neuen Themen annähern“, erklärt Peter Gust.

Ein weiteres großes Thema ist der Fachkräftetransfer. Seit 2016 gibt es in jedem Wintersemester die Vorlesungsreihe Sondermaschinenbau an der Bergischen Uni. „Damit möchten wir die Fachkräfte von morgen dafür sensibilisieren, welche Anforderungen es in diesem Bereich in der Praxis gibt“, sagt Marco Horn. Bei den Veranstaltungen werden die Unternehmer zu Referenten. Die Prüfungsleistung wird in enger Zusammenarbeit mit den Betrieben abgelegt. Die Studierenden müssen sich beispielsweise mit dem Bau einer Sondermaschine befassen oder Roboter programmieren. Das Konzept kommt gut an. In der Regel ist die Reihe mit rund 50 Teilnehmern ausgebucht.

Das zeigt, dass die Studierenden den Kontakt zum Sondermaschinenbau und den bergischen Unternehmen suchen. Geht es nach Marco Horn, steht ihnen dabei zukünftig noch eine größere Auswahl zur Verfügung: „Wir möchten sehr gerne neue Mitglieder für das Maschinenbaunetzwerk gewinnen.“

Mitglieder

Das Maschinenbaunetzwerk Bergisch Land zählt derzeit 23 Mitglieder. Dazu gehören neben der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft und der Uni Wuppertal zahlreiche Unternehmen aus der Region. Aus Remscheid dabei sind die Carl Aug. Picard GmbH, Schotten Oberflächenservice und das Ingenieurbüro Klostermann. Hinzu kommt die WMV Werkzeugmaschinen-Vorrichtungsbau GmbH aus Radevormwald. Solinger Mitglieder sind Dokpro, Stommel & Voos Marking Technologies, Item, Metallblau sowie die Schlosserei Heinemann. Auch die Berger-Gruppe mit Sitz in der Kohlfurth ist Teil des Netzwerks.

maschinenbaunetzwerk.de

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