Antrag

Bei der Steuererklärung könnte eine böse Überraschung warten

Jede Krankenkasse hat ein eigenes Antragsformular, bei den meisten ist der Antrag aber längst auch über die Internetseite möglich. Foto: wey
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Jede Krankenkasse hat ein eigenes Antragsformular, bei den meisten ist der Antrag aber längst auch über die Internetseite möglich.

Corona-Kinderkrankentage: Die meisten Anträge werden von Müttern gestellt.

Von Sven Schlickowey

Bergisches Land. Das Corona-Kinderkrankengeld wird auch im Bergischen Land genutzt. Ist die Betreuung in Schule oder Kita nicht gesichert, können Eltern daheim bleiben und bekommen ihren Lohnausfall größtenteils von der Krankenkasse erstattet. Aktuelle Zahlen zeigen: Genutzt wird das derzeit vor allem von Frauen. Und wie beim Kurzarbeitergeld (KuG) könnte das Folgen für die Steuererklärung im kommenden Jahr haben.

Denn wie das KuG ist auch das Elternkrankengeld eine Entgeltersatzleistung, die zwar grundsätzlich steuerfrei ist, aber unter den sogenannten Progressionsvorbehalt fällt. Das heißt, vereinfacht gesagt, dass der Steuersatz anhand des Einkommens samt Ersatzleistung berechnet und dann auf das tatsächliche Einkommen angewendet wird. Im schlimmsten Fall kann das zu Nachzahlungen führen.

Allein bei der AOK Rheinland seien in Remscheid, Solingen und Wuppertal zusammen bisher über 1000 Anträge für fast 4500 ausgefallene Arbeitstage beantragt und ausgezahlt worden, sagt eine Sprecherin: „69,1 Prozent dieser Anträge wurden von Frauen gestellt, 30,9 Prozent von Männern.“ Auch andere Kassen berichten von ähnlichen Verhältnissen zwischen Vätern und Müttern: Die DAK zum Beispiel erhebt zwar nur Zahlen für ganz NRW, landesweit seien aber von bisher rund 12 800 Anträgen mehr als 9600 von weiblichen Versicherten gestellt worden, also rund 75 Prozent, berichtet Pressesprecher Rainer Lange.

Anspruch auf Corona-Kinderkrankengeld haben alle Versicherten, die auch selber Anspruch auf Krankengeld haben, wenn Schule oder Kita schließen oder den Betrieb einschränken. Das gilt für Kinder bis zwölf Jahre, bei Kindern mit Behinderung auch darüber hinaus, wenn niemand sonst die Betreuung übernehmen kann. Seit Januar besteht ein Anspruch auf bis zu 30 Tage pro Kind, maximal 65 insgesamt, für Alleinerziehende verdoppeln sich alle Werte.

Beantragt wird das Kinderkrankengeld bei der Krankenkasse, die meisten Kassen verzichten auf einen Nachweis. Anträge sind per Post, aber meist auch online möglich. „Wenn alle Daten vollständig vorliegen, wird der Antrag in der Regel in zwei Arbeitstagen bearbeitet“, heißt es von der AOK. Allerdings brauche man dafür auch Daten der Arbeitgeber, so dass eine Berechnung oft erst möglich sei, wenn dort der laufende Monat abgerechnet wurde.

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