Für Bausparer kann sich ein Blick in die Unterlagen lohnen

Wohnungsbauprämie: Antrag rückwirkend für 2018 noch möglich – Werte steigen im kommenden Jahr

Von Sven Schlickowey

BERGISCHES LAND Der Bausparvertrag gilt als eine Art Schweizer Taschenmesser unter den Finanzprodukten: Nicht jeder weiß wirklich etwas damit anzufangen, aber fast jeder hat einen. Für viele Bausparer könnte sich kurz vor dem Jahresende ein Blick in die eigenen Unterlagen lohnen. Unter Umständen gibt es nämlich Geld vom Staat. Und im nächsten Jahr gibt es für noch mehr Sparer mehr Geld.

Grund ist die Wohnungsbauprämie. Die gibt es für Einzahlungen in einen Bausparvertrag, aber auch für den Erwerb von Anteilen einer Wohnungsgenossenschaft, obendrauf, so lange das Jahreseinkommen bei Singles unter 25 600 Euro und bei gemeinsam Veranlagten unter 51 200 Euro liegt. Dann zahlt der Staat auf bis zu 512 (Verheiratete: 1024) Euro 8,8 Prozent zusätzlich ein. Wenn man einen einfachen Antrag stellt.

Doch dabei sind Fristen einzuhalten. „Anträge für die Wohnungsbauprämie können bis zum Jahresende noch rückwirkend für das Beitragsjahr 2018 gestellt werden“, berichtet Georg Görnert von LBS Kunden-Center für Solingen und Remscheid. Danach verfalle der Anspruch. Das notwendige Antragsformular gibt es bei der Bausparkasse, in der Regel schon zu großen Teilen vorausgefüllt. Oft reicht ein Kreuzchen bei den Angaben zum Einkommen und eine Unterschrift, um die Prämie zu erhalten.

Viele Anbieter versenden die Formulare mit dem Jahreskontoauszug. Bei vielen Kunden landen die dann erfahrungsgemäß im Versicherungsordner. Wer dort nicht fündig wird, kann das Schreiben erneut bei seiner Bausparkasse anfordern. Einige Unternehmen haben auch Blankoformulare zum Download im Internet bereitgestellt. Bei Fragen helfe die Bausparkasse gerne weiter, sagt Görnert.

Und ab 2021 gibt es sogar noch mehr Prämie auf höhere Beiträge und für mehr Betroffene. Denn die Bundesregierung hat beschlossen, alle drei Wert zu erhöhen. So steigt die Prämie von 8,8 auf zehn Prozent, diese gibt es dann auf bis zu 700 (Verheiratete: 1400) Euro. Und die Einkommensgrenze steigt von 25 600 beziehungsweise 51 200 Euro auf 35 000 und 70 000 Euro. Dabei gelte übrigens das zu versteuernde Einkommen, betont Görnert: „Der Bruttoverdienst darf noch deutlich höher liegen.“

Allein die Erhöhung der Einkommensgrenze habe enorme Auswirkungen auf den Kreis der Begünstigten, sagt die LBS. Auf rund 31 300 schätzt die Bausparkasse ihre Zahl aktuell in Remscheid, in Solingen auf etwa 45 000. Im neuen Jahr dürften die Werte demnach bei über 50 000 und etwa 72 000 liegen.

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