Ehrung

Auszeichnungssammler feiert runden Geburtstag

Im August wird Ernst Blissenbach 85, seine Firma feiert heute Geburtstag. Foto: Blissenbach
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Im August wird Ernst Blissenbach 85, seine Firma feiert heute Geburtstag.

Die Remscheider Ernst Blissenbach GmbH wird 25 Jahre alt.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. „Remscheid hat gleich sieben Weltmarktführer“, war im Dezember 2020 in dieser Zeitung zu lesen, das Onlineportal DDW hatte Unternehmen mit marktbeherrschender Stellung ausgezeichnet, darunter Vaillant, Gedore und Hazet. Das wollte Ernst Blissenbach so nicht stehenlassen. Er griff zum Hörer und kontaktierte Prof. Dr. Bernd Venohr, der für die Bewertung zuständig war – und wenige Tage später hatte Remscheid acht Weltmarktführer. Die Firma, die damals in den Reigen aufgenommen wurde, die Ernst Blissenbach GmbH, wird am heutigen 25. März 25 Jahre alt.

„Es war mir wichtig, als Weltmarktführer anerkannt zu werden“, sagt Ernst Blissenbach rückblickend. „Ich wollte immer schon der beste sein.“ 85 Jahre alt wird er im August, seinen Grundsätzen ist er stets treu geblieben. „Ich möchte entweder alles oder nichts“, sagt er. Und deswegen ist er auch heute noch fast täglich in seiner Firma präsent. „Mein Wissen und meine Erfahrung sind nach wie vor gefragt. Solange ich fit und gesund bin, mache ich weiter.“

Blissenbach entwickelt, baut und vertreibt mit 16 Mitarbeitern Geräte zur Innenentgratung längsnahtgeschweißter Rohre. Im Inneren eines Rohres die Schweißnaht abzutragen, sei kompliziert doch oftmals notwendig, erklärt er. Die Naht störe bei der Weiterverarbeitungen und behindere den Durchfluss. Wie gut das gelingt, zeigen zahlreiche Auszeichnungen. Darunter auch der Reinhard und Max Mannesmann-Preis, den die Firma 2016 erhielt. Obwohl die Mannesmann-Brüder für das nahtlose Rohr bekannt waren. Und Blissenbach daran arbeitet, das geschweißte, also praktisch den Gegenentwurf, zu perfektionieren.

Dabei hat auch seine Firma eine Verbindung zu den Mannesmännern. Ein Mitarbeiter des Röhrenwerkes brachte Ernst Blissenbach einst auf die Idee, sich mit der Entgratung im Rohr zu beschäftigen. Zuvor hatte der gelernte Werkzeugmacher 21 Jahre lang bei Vaillant gearbeitet, unter anderem in der Konstruktionsabteilung.

Größtes Hobby des Firmeninhabers, dessen Sohn Arndt längst ins Unternehmen eingestiegen ist, bleibt der Fußball und da insbesondere der FC Bayern München. Vor allem zum ehemaligen Manager Uli Hoeneß pflege er ein gutes Verhältnis, sagt Blissenbach. Als die Bayern in der Saison 2019 überraschend noch das Double schafften, spendete er für Menschen, die unverschuldet in Not geraten waren. Und als Hoeneß nach seiner verbüßten Gefängnisstrafe 2016 erneut zum Präsident des Clubs gewählt wurde, erhielten alle Mitarbeiter einen zusätzlichen Urlaubstag.

Daneben tritt Ernst Blissenbach auch in seiner bergischen Heimat immer wieder als Spender und Mäzen auf, erst im Januar gab es noch 7000 Euro für die Beleuchtung des „Blauen Monds“, ein Industriedenkmal im Remscheider Süd-Bezirk. „Ich gebe alles zurück, was ich kann“, sagt Blissenbach. „Ich hänge nicht am Geld.“

Anders als an seiner Firma. Für die er auch die Mühe auf sich nimmt, andere von deren herausragender Stellung in der Welt der Rohrproduktion zu überzeugen, so wie im Dezember 2020 Prof. Venohr. „Das war eigentlich ganz einfach“, sagt Ernst Blissenbach heute. „Weil wir einfach die Besten sind.“

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