„Die Achtsamkeit für die Natur nimmt in der Bevölkerung zu“

Geschäftsführerin Felicitas Erfurt-Gordon. Foto: Erfurt
+
Geschäftsführerin Felicitas Erfurt-Gordon. Foto: Erfurt

Interview: Felicitas Erfurt-Gordon vertritt die achte Generation bei Erfurt & Sohn

Das Gespräch führte Michael Bosse

WUPPERTAL Zum 1. August ist Felicitas Erfurt-Gordon in die Geschäftsleitung des Wuppertaler Tapetenspezialisten Erfurt & Sohn gerückt. Die 30-Jährige hat ein wirtschaftswissenschaftliches Studium an der Universität Witten/Herdecke absolviert und vertritt nun die mittlerweile achte Generation in dem Familienunternehmen.

Frau Erfurt-Gordon, Sie sind in den Kreis der geschäftsführenden Gesellschafter aufgerückt. Wie sehen Ihre ersten Tage aus?

Felicitas Erfurt-Gordon: Die neue Tätigkeit ist natürlich eine Herausforderung. Insgesamt ist es aber so, dass ich das Unternehmen gut kenne und mich schnell eingefunden habe. Die Erfahrungen aus anderen Unternehmen helfen mir natürlich bei der neuen Aufgabe.

Sie sind eine von künftig drei geschäftsführenden Gesellschaftern bei Erfurt. Sind Sie die erste Frau in der Geschäftsführung?

Erfurt-Gordon: Es gab einmal in der zweiten Generation eine Frau, die den Posten für ihre zwei Söhne übernommen hatte, nachdem der Ehemann früh verstorben war. Deren Tätigkeit war allerdings eher interimsweise. Damals war es noch nicht üblich, dass eine Frau planmäßig die Firmenleitung übernimmt.

Für welche Bereiche im Unternehmen sind Sie künftig zuständig?

Erfurt-Gordon: Ich habe die Verantwortung für die Bereiche Nachhaltigkeit, IT, Digitalisierung, Marketing und Business Development. Insofern habe ich strategische und operative Themen, die ich mit den Mitarbeitern weiterentwickeln kann.

Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz gewinnen bei den Kunden offenbar zunehmend an Relevanz?

Erfurt-Gordon: Da sehen wir ganz klar unser Alleinstellungsmerkmal. Wir sind der einzige Hersteller, der komplett nachhaltig eine Tapete produziert. Das kommt durch die Roh- und Inhaltsstoffe, die wir verwenden: Gerade bei der Raufaser sind das Recyclingpapier oder nachhaltig gewonnene Holzfaserstoffe. Das Thema „Nachhaltigkeit“ möchten wir auch in Zukunft weiter herausstellen – für die Raufasertapeten, aber auch weitere Produkte. Die Achtsamkeit für die Natur nimmt in der Bevölkerung zu, als Familienunternehmen haben wir aber immer schon Wert daraufgelegt und langfristig gedacht. Die Zeit spielt jetzt für uns, weil das Bewusstsein für das Thema steigt.

Und das Prinzip Nachhaltigkeit erstreckt sich in Ihrem Unternehmen nicht nur auf die Produktion?

Erfurt-Gordon: Richtig, das betrifft zum Beispiel auch Aspekte wie den Versand. So haben wir eine kunststofffreie Verpackung für Paletten und Rollen entwickelt. Und um CO2-neutral zu arbeiten, unterstützen wir als Ausgleich Forstprojekte im In- und Ausland. Zudem engagieren wir uns für die Umwelt direkt an unserem Standort, etwa mit Projekten für die Fischvielfalt in der Wupper.

Wo sehen Sie das Unternehmen Erfurt in 10 bis 20 Jahren?

Erfurt-Gordon: Wir wollen auf jeden Fall im Bereich Tapeten Marktführer bleiben. Die Tapete bleibt ja weiterhin ein haptisches und analoges Produkt. Die Leute haben auch in digitalen Zeiten immer noch ein Interesse, es sich zu Hause schön zu machen. Zudem haben wir aber auch den Anspruch, neue Produkte für uns zu entdecken und zu entwickeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

So klappt es mit dem ersten „richtigen“ Geld
So klappt es mit dem ersten „richtigen“ Geld
So klappt es mit dem ersten „richtigen“ Geld
Werner Grimm verkaufte Postkarten
Werner Grimm verkaufte Postkarten
Werner Grimm verkaufte Postkarten
Energiepioniere suchen nach einem deutschen Absatzmarkt
Energiepioniere suchen nach einem deutschen Absatzmarkt
Energiepioniere suchen nach einem deutschen Absatzmarkt
Spielzeugstube ist Reich der Engel
Spielzeugstube ist Reich der Engel
Spielzeugstube ist Reich der Engel

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare