Regionales Konjunkturbarometer

So steht es um die Wirtschaft im Bergischen

Das aktuelle Regionale Konjunkturbarometer zeichnet ein weitestgehend negatives Bild.
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Das aktuelle Regionale Konjunkturbarometer zeichnet ein weitestgehend negatives Bild.
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Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Energiekrise sind dramatisch.

Von Manuel Böhnke

Bergisches Land. Die Energiekrise stellt die Wirtschaft in der Region vor große Herausforderungen. Sollte sie sich weiter verschärfen, dürften ihre negativen Folgen drastischer ausfallen als die der Corona-Pandemie. Zu diesem Ergebnis kommt das Regionale Konjunkturbarometer des Wuppertaler Instituts für Unternehmensforschung und Organisationspsychologie (WIFOP) der Bergischen Universität.

Die Untersuchung beruht auf einer quartalsweisen Befragung von Betrieben in Remscheid, Solingen und Wuppertal. An der aktuellen Erhebung haben sich 234 Unternehmen beteiligt. Ihre Antworten zeichnen ein überwiegend negatives Bild.

„Insgesamt befindet sich die bergische Wirtschaft in einem Abschwung, der sich zum Jahresende weiter beschleunigen dürfte“, bilanziert das WIFOP. Die Dauer der Rezession hänge davon ab, „wie schnell es unseren politischen Entscheidungsträgern gelingen wird, die längerfristige Energieversorgungssicherheit wiederherzustellen“.

Die Wissenschaftler gehen nicht davon aus, dass die Preise für Energie das Niveau der Zeit vor dem russischen Angriff auf die Ukraine erreichen. Entscheidend sei, dass sich die Kosten in einem Rahmen bewegen, der „international konkurrenzfähiges Wirtschaften“ erlaubt. An den Betrieben sei es, sich intensiver mit ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit zu beschäftigen.

Risiko für Kreditausfälle und Insolvenzen steigt

Die Geschäftslage sowie die -erwartung sind laut WIFOP in nahezu allen Bereichen der Wirtschaft eingebrochen. Eine Ausnahme bilde das Baugewerbe. Dieser gegenläufige Trend sei einzig auf Heizungsbauer sowie auf Photovoltaik spezialisierte Betriebe zurückzuführen, die von den Auswirkungen der Energiekrise profitieren. Der Handel leidet hingegen am stärksten unter der Situation. Das führen die WIFOP-Verantwortlichen auf die Konsumzurückhaltung als Reaktion auf die steigenden Lebenshaltungskosten zurück.

Die Aussichten für das kommende Halbjahr liegen über alle Befragten hinweg noch unter dem Tiefwert der Corona-Krise. Hinzu komme, dass während der Pandemie in vielen Betrieben die finanziellen Rücklagen zusammengeschmolzen seien. „Da es keine länger anhaltende Erholungsphase gab, dürften die Liquiditätsreserven vieler Unternehmen in der aktuellen Krise deutlich geringer sein“, heißt es in der Auswertung. Das Risiko für Kreditausfälle sowie Unternehmensinsolvenzen steige.

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