4. Dezember

„Zwei Tauben für Aschenputtel“ feiert Premiere

Eine der Schlüsselszenen: Aschenputtel hat drei Kleider genäht, doch Stiefmutter und -schwester sind empört.
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Eine der Schlüsselszenen: Aschenputtel hat drei Kleider genäht, doch Stiefmutter und -schwester sind empört.

Westdeutsches Tourneetheater und Tanzstudio Ballerina führen Märchen am Sonntag um 16 Uhr im Teo Otto Theater auf.

Von Sabine Naber

Remscheid. Auf der kleinen Bühne im Westdeutschen Tourneetheater (WTT) sind zwei prächtige Ballkleider ausgestellt. „Stiefmutter, Stiefschwester – ich bin fertig“ ruft Aschenputtel und hält noch ein weiteres Glitzerkleid im Arm. Die Angesprochenen eilen herbei – und sind entsetzt. „Mama, sie hat drei Kleider gemacht“, empören sich Mutter und Tochter. Zur Strafe muss Aschenputtel die Linsen aus der Asche holen. Wie gut, dass es die beiden Täubchen gibt, die die Guten ins Töpfchen und die Schlechten ins Kröpfchen verschwinden lassen. Aber den alten Tauben fällt das Bücken schwer. Deshalb holen sie sich vier ganz junge. Und schon schweben vier junge Tänzerinnen in weißen Kostümen auf die Bühne und zeigen, wie’s geht.

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Das ist die Schlüsselszene im Klassiker „Zwei Tauben für Aschenputtel“. Zum letzten Mal wurde jetzt für das Märchen nach den Brüdern Grimm im WTT geprobt. Im Teo Otto Theater (TOT) wird sich morgen um 16 Uhr der rote Vorhang zur Premiere öffnen.

„Wir haben das Stück schon 2018 einstudiert. Aber dann wurde Aschenputtel Mama. Und dann kam Corona“, sagt WTT-Intendantin und Regisseurin Claudia Sowa. Und noch etwas Besonderes ist dazu gekommen: „Ich habe immer schon davon geträumt, Schauspiel und Tanz einmal zu verquicken. Und habe Michelle Bialon gefragt, ob in ihrem Studio Ballerina Interesse besteht. Sie hat ganz schnell zugesagt“, berichtet Sowa. Dann habe sie Michelle Bialon das Stück zugeschickt mit Anmerkungen, wie sie sich das vorstellt. „Und als ich ins Studio kam, da war alles schon toll vorbereitet und die Sprache in meinem Kopf tänzerisch umgesetzt.“

Beide freuen sich darauf, das Märchen auf der großen Bühne zu präsentieren. Und hoffen, dass es nicht die letzte Kooperation sein wird. Schließlich ist das Tanzstudio von Michelle Bialon im Teo Otto Theater schon fast zu Hause, denn es stellt die Kinder- und Jugendcompanie. „Und das Teo Otto Theater wäre ja ohnehin prädestiniert dafür, mehr Remscheider Künstlerinnen und Künstler zusammen zu bringen“, ist Sowa überzeugt.

„Für meine Mädchen war es eine großartige Erfahrung, hier im WTT mit Profis arbeiten zu können“, macht die Tanzlehrerin deutlich. „Und für uns ist schön, dass wir uns beispielsweise bei der Ballszene, in der wir uns sonst mit Schaufensterpuppen begnügen müssen, auf Tänzerinnen freuen können. Sie haben ja eigentlich nur den Auftrag, in den verschiedenen Choreographien zu tanzen. Aber sie haben auch angefangen, zu spielen. Das ist schön zu beobachten“, betont Sowa.

Ein Happy End ist garantiert

Zu sehen ist morgen eine verspielte und poetisch neue Fassung des bekannten Klassikers. Das Märchen wurde behutsam modernisiert, dabei jedoch die Originalfassung nicht aus den Augen verloren, so dass jeder die Geschichte gut mitverfolgen kann. „Wir versuchen hier ja immer, die klassischen Märchen ein bisschen heiter zu gestalten.“ Dafür seien bei Aschenputtel die beiden alten Tauben (Björn Lenz und Thomas Ritzinger) zuständig. An ihnen hat Aschenputtel Halt, erlebt Freundschaft. „Und dass die Tauben in dieser Fassung die Rolle der Erzähler einnehmen, ist ein schönes Bindeglied“, ist Sowa überzeugt.

Auch gibt es nur eine Stiefschwester und die Rolle der Stiefmutter ist neu besetzt worden. „In den Proben 2018 hatte ich diese Rolle übernommen, jetzt spielt Simone Silberzahn den Part. Sie wird man künftig hier öfter sehen, denn sie gehört jetzt zum Pool unserer Schauspielerinnen und Schauspieler, auf den wir zurückgreifen können. Ich werde zukünftig nicht mehr auf der Bühne stehen, mich auf den Hintergrund konzentrieren“, macht Sowa deutlich.

Auf dem Ball gibt es dann die Befreiung, die Schuhprobe wird vertanzt zu sehen sein. In vier Szenen werden die Tänzerinnen Lea Pimentel, Nele Röellinghoff, Charlotte Gandl und Isabella Busse ihre Choreographien zeigen, in denen der Tanz auch inhaltlich begründet ist. Happy End garantiert.

Hintergrund

„Zwei Tauben für Aschenputtel“ Premiere am morgigen Sonntag, 4. Dezember, 16 Uhr im Teo Otto Theater. Ein Kinderstück von Catharina Fillers und Stefanie Schnitzler nach den Brüdern Grimm. Regie: WTT-Intendantin Claudia Sowa.

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