Musik

Zuschussgeschäft Kultur: Verein sichert Konzerte von Pop bis Klassik

Nicole Berendsen tritt wieder mit Christoph Spengler auf.
+
Nicole Berendsen tritt wieder mit Christoph Spengler auf.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
    schließen

„Bergische Musikprojekte“ fördert die Arbeit von Christoph Spengler. Dieses Jahr wird es wieder ein großes Oratorium geben.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Ein großes oratorisches Werk samt Orchester aufzuführen, kostet gut und gerne 15 000 Euro. Geld, das der Veranstalter allein über Eintrittsgelder überhaupt nicht wieder reinbekommt. „Kultur ist oft ein Zuschussgeschäft“, erklärt Kirchenmusikdirektor Christoph Spengler. Davon können alle Kulturmacher ein Lied singen. Kleinere Konzerte mit Band seien da ertragsreicher, manchmal bleibe sogar etwas übrig für die Arbeit.

Um die umfangreiche Konzertarbeit Christoph Spenglers zu unterstützen, gründete sich auf eine private Initiative hin 2005 der Verein „Bergische Musikprojekte“. Vom Gospelchor über Musicalaufführung bis zu „Rockin’ around the Xmas tree“ mit Sängerin Nicole Berendsen - all diese kulturellen Angebote sind nur möglich, weil ein Verein den Rücken frei hält. Wie bei so vielen anderen Institutionen in der Stadt. „Wenn ich den Verein nicht hätte, wäre vieles nicht möglich“, sagt Spengler.

Während Spenden sonst in einem großen Topf landen, wird das Geld hier gezielt nur für musikalische Arbeit eingesetzt. Ein Punkt, der Britta und Peter Wurm besonders wichtig ist. Die Eheleute fördern mit ihrer Wurm-Stiftung zahlreiche Projekte in Remscheid und dem Bergischen aus den Bereichen Musik, Mint und Medizin. Unter anderem auch die neue Dauerausstellung im Deutschen Röntgen-Museum in Lennep. Dabei treten sie selbst aber nie in den Mittelpunkt. Doch man muss es einmal deutlich sagen: Vieles wäre ohne die Unterstützung von Britta und Peter Wurm wohl nicht möglich. Sie fördern das kulturelle und gesellschaftliche Leben in dieser Stadt.

Darüber ist auch Christoph Spengler dankbar. Vor allem, weil eines seiner Herzensprojekte zuletzt nicht klappte: Beim Russischen Staatsorchester in Kaliningrad, mit dem er eine Freundschaft pflegt und das auch schon in Remscheid zu Gast war, sollte er dirigieren. Doch an der russischen Grenze wurde er nach 1200 Kilometern Autofahrt abgewiesen - sein Visum sei das falsche. Das ausverkaufte Konzert musste abgesagt werden, es flossen Tränen. „Ich werde diese Freundschaft aber nicht aufgeben“, sagt Christoph Spengler.

Und das sind die nächsten Konzerte: Sonntag, 3. Juli, 18 Uhr, in der „Esche“: „Trostlieder“, das Konzert zur beliebten Youtube-Reihe. Am Samstag, 24. September, 19 Uhr, steht in der Lutherkirche dann das Jahreskonzert von Mixed Generations mit aufwendiger Technik und Streichquartett an. Auch ein Oratorium gibt es wieder samt den Bergischen Symphonikern: „Elias“ von Mendelssohn am 5. November, 18 Uhr, in der Lutherkirche. Und dann steht auch schon das Weihnachtskonzert mit Nicole Berendsen am 17. Dezember im Teo Otto Theater an.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Ungeschönter Blick auf das Leben einer deutsch-kurdischen Frau
Ungeschönter Blick auf das Leben einer deutsch-kurdischen Frau
Ungeschönter Blick auf das Leben einer deutsch-kurdischen Frau

Kommentare