Viel Applaus

Caroline Hlusiak spielt „Vier Jahreszeiten“

Die gebürtige Remscheiderin Carolin Hlusiak, freiberufliche Pianistin und Dirigentin aus Göttingen, spielte in der Friedenskirche. Foto: Michael Schütz
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Die gebürtige Remscheiderin Carolin Hlusiak, freiberufliche Pianistin und Dirigentin aus Göttingen, spielte in der Friedenskirche.

Klavierkonzert in der Friedenskirche.

Von Peter Klohs

Remscheid. Für diejenigen Remscheiderinnen und Remscheider, die nicht in den Mai tanzen wollten oder konnten, ergab sich am Samstagabend eine gehaltvolle Alternative: Die gebürtige Remscheiderin Carolin Hlusiak spielte in der Friedenskirche an der Schützenstraße „Die Jahreszeiten“ von Peter Tschaikowsky, ein aus zwölf Kompositionen für Klavier bestehendes Werk, das nicht sehr oft aufgeführt wird.

Der Komponist arbeitete in für ihn schweren Zeiten an dem Dutzend Stücken, denn seine 3. Symphonie war nicht eben begeistert aufgenommen worden, und auch sein Ballett „Schwanensee“ feierte nur bescheidene Erfolge. Ein Musikverleger aus St. Petersburg bestellte bei Tschaikowsky zwölf Charakterstücke für das Klavier, für jeden Monat des Jahres eines.

Bei der Aufführung in der Friedenskirche begann die freiberufliche Pianistin und Dirigentin aus Göttingen den Reigen mit dem April. Nach diesem und nach jedem anderen Monat erbat Siegfried Hlusiak, Vater der Pianistin, Schweigen, auch um über die den Stücken vorangestellten Texte reflektieren zu können.

In Russland blühen die Schneeglöckchen im April, was Tschaikowski in diesem sanft wiegenden Allegretto con moto trefflich in Noten eingefangen hat. Ein Neun-Achtel-Takt eröffnet den Mai, der schon etwas lichter klingt als sein Vorgänger. Der Juni entpuppt sich als die singbarste Komposition dieses Zyklus’, kein Wunder, nennt der Komponist das Stück in g-moll doch „Barcarole“, ein Gondellied.

Der Oktober scheint der dunkelste Monat in Tschaikowskys Heimat zu sein. Die Musik lässt die ersten kalten Nächte hören, Melancholie in der Landschaft und in den Menschen. Die Vorfreude auf Weihnachten gestaltet der Komponist in einem eleganten Walzer in As-Dur. Im Februar wird der Karneval mit einem ausgelassenen Allegro giusto gefeiert. Mit dem März endet das Konzert mit dem kürzesten Stück des Zyklus’.

Carolin Hlusiak spielte die zwölf Pianostücke sehr geschmackvoll und übertrieb auch nicht die Dynamik und die Lautstärke. Knapp 50 Besucher erfreuten sich an dieser Musik, die ein wenig so klingt wie die frühen Pianostücke von Robert Schumann.

Beliebte Rubrik: Wo in Remscheid wurde dieses historische Bild aufgenommen?

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