Wissenschaftstheater feiert Premiere

„Herr Röntgen und der Zufall“: Das multimediale Stück verblüfft mit kuriosen Fakten

Etwa 100 Schülerinnen und Schüler durften gestern Mittag in der Rögy-Aula als erste Zuschauer überhaupt das Stück sehen.
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Etwa 100 Schülerinnen und Schüler durften gestern Mittag in der Rögy-Aula als erste Zuschauer überhaupt das Stück sehen.
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Anekdoten, Musik, biografische Fakten und Licht trugen zu einer erfolgreichen Premiere des Stücks bei.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Frenetisch klatschen sie ihrem Idol Wilhelm Conrad Röntgen Beifall, als der sich auf dem Balkon der Universität Würzburg zu seiner Entdeckung der X-Strahlen äußert: 100 Schülerinnen und Schüler wurden gestern in der Rögy-Aula selbst Teil des Wissenschaftstheaters „Herr Röntgen und der Zufall“. Das Stück, das im Auftrag des Deutschen Röntgen-Museums entwickelt wurde und durch die Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland gefördert wird, hatte die Gymnasiasten rund eine Stunde lang verblüfft. Die Schülerinnen und Schüler waren die ersten Zuschauer überhaupt, die das multimediale Stück zu sehen bekamen. Abends gab es noch eine Vorstellung für alle Interessierten. Ab sofort geht es auf Tour. Franz Mestre als Röntgen und Techniker Jakob Rullhusen nahmen die Jugendlichen nicht nur mit in Röntgens Leben, sondern schufen bei ihnen so noch ein Stück mehr Identifikation mit dem Namensgeber ihrer Schule, dem großen Sohn Lenneps.

Aus biografischen Fakten, Originaldokumenten, Musik und Licht entstand ein mitreißendes Stück, das dem Publikum die Augen öffnete. Es erfuhr zum Beispiel, dass Wilhelm Conrad Röntgen gar kein Abitur hatte. Dass er von der Schule geflogen war. Dass er das Jagen liebte, mit Robert Koch in den Bergen kraxelte und sich sechs Wochen lang einschloss, um an den Kathodenstrahlen - den spätern Röntgenstrahlen - zu forschen, während ihm seine Frau Anna Bertha das Essen vor die Tür stellte. Sein ganzes Leben war eine Aneinanderreihung von Zufällen. Rückschläge hielten den berühmten Lenneper nicht auf.

Ein brillanter Franz Mestre ließ Röntgen nicht nur optisch wieder lebendig werden, sondern ritt auch mal wild klappernd auf dem Stuhl, schrie „Anna Bertha!“, so dass die Schüler zusammenzuckten, oder sprach mit seinem Freund, der auf der Riesen-Leinwand gezeigt wurde, Niederländisch. So manche Anekdote war vielen neu. „Dass Röntgen so viele Zufälle in seinem Leben hatte und dass er dadurch so berühmt geworden ist, wusste ich nicht“, gab Gymnasiastin Ronja (13) zu. „Ich wusste auch gar nicht, dass er eine Frau hatte und so sozial war. Ich dachte, er hätte die meiste Zeit in seinem Labor verbracht.“ Ihre Freundin Lisa (14) stimmte ihr zu. „Ich finde, der Schauspieler hat das sehr gut gespielt.“

Für ihn ging gestern ein Traum in Erfüllung. „Es ist eine große Ehre für mich, dass ich ein echtes Leben auf die Bühne bringen darf“, sagte Franz Mestre. Dreimal wurde das Stück bereits verschoben. „Mit seiner Einstellung, in allen Dingen das Positive zu sehen und an seinem Ziel festzuhalten, ist mir Röntgen ein Vorbild“, sagte Mestre. Röntgens Botschaft sei dabei heute so aktuell wie vor über 125 Jahren: nämlich offen zu sein für neue Wege.

Buchung: „Herr Röntgen und der Zufall“ ist geeignet für alle ab zehn Jahren. Es kann per E-Mail gebucht werden: kontakt@franzmestre.de

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