Weltklassik am Klavier mit Marina Baranova

Pianistin Marina Baranova brillierte in Lennep bei "Weltklassik am Klavier" mit Bach und Händel.
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Pianistin Marina Baranova brillierte in Lennep bei "Weltklassik am Klavier" mit Bach und Händel.

Das Kind wird vom Klavier magisch angezogen. Mit drei Jahren beginnt es zu spielen. Die Eltern fördern ihre Tochter nach Kräften. Marina Baranova darf eine Schule für Hochbegabte besuchen. Mit elf Jahren gewinnt sie ihren ersten Klavierwettbewerb. Zum Musikstudium geht die junge Ukrainerin nach Hannover. Das Kind ist erwachsen geworden. Die Spielfreude hat sich Marina Baranova bewahrt.

Für ihr Debütalbum mit Schumann gab es Lob von Kritikerlegende Joachim Kaiser.

Auch Fans von "Weltklassik am Klavier" ist der Name der jungen Pianistin ein Begriff. Rasch füllt sich bei ihrem zweiten Auftritt in Lennep der große Saal der Klosterkirche. Stand das letzte Jahr im Zeichen ihres Favoriten Schumann, ist Baranovas aktuelles Programm Bach und Händel gewidmet. Neben die alten Meister stellt sie romantische Hommagen wie Brahms "Händel-Variationen" und Ferruccio Busonis Klavierfassung von Bachs "Chaconne d-Moll". Die Interpretin Baranova bewundert Bachs Partiten und Händels Suiten. Kammermusik, die sich auf das Wesentliche konzentriert anstatt mit Geläufigkeit zu glänzen.

Von dieser Ökonomie der Mittel lässt sich die Pianistin inspirieren. Hell und klar erscheinen die Tanzsätze der Bachschen "Partita Nr. 2". Der schreitende Generalbass der linken Hand ist unverkennbar und gerne folgt der Hörer den sich verzweigenden Melodielinien der rechten Hand.

Vom schlanken Spiel profitiert auch Händels "Suite d-Moll". Baranova nimmt sich hier die Freiheit, das Thema der "Sarabande" improvisierend in ein neues Licht zu rücken.

Bei der "Chaconne" nimmt die Solistin Abschied von cembalo-ähnlichen Klängen. Ganz im Sinne des Arrangeurs Busoni, der Bachs Violin-Satz als spätromantisches Klavierstück umdeutete. In arpeggierten Läufen reizt Baranova die dynamischen Nuancen aus, während die leisen Stellen durch ihr elegisches Legato bezaubern. Selbst das Gipfelwerk des Abends, Brahms "Variationen", macht sich die Solistin mit Leidenschaft und Raffinesse untertan. Wellen farbreicher Klänge gehen über die Zuhörer hinweg.

Fanfarenstöße kündigen die Fuge an, mit der das große Werk schließt. Das Konzert beendet Marina Baranova mit Schumanns "Kinderszenen": ein poetischer Blick zurück.

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