Von der Heydt-Museum

Von goldenen Zeiten und der Geschichte der Bilder

Kuratorin Dr. Anna Storm vor Frank Snyders Meisterwerk „Stilleben mit Wildschweinkopf“ (1640-50). Foto: Andreas Fischer
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Kuratorin Dr. Anna Storm vor Frank Snyders Meisterwerk „Stilleben mit Wildschweinkopf“ (1640-50).

Das Von der Heydt-Museum präsentiert seine Sammlung niederländischer Meister des 16. und 17. Jahrhunderts

Von Monika Werner-Staude

Wuppertal. Der Titel ist vieldeutig, hat Licht und Schatten. Das „Goldene Zeitalter“ meint in der Kunst die enorme Produktivität niederländischer Künstler im 16. und 17. Jahrhundert. Dass die kulturelle Blüte auf imperialistischer Ausbeutung der Kolonien beruhte, wurde lange ignoriert. Im Wuppertaler Von der Heydt-Museum ist man sich dessen bewusst, fügt dem Begriff in einer Ausstellung eine weitere Bedeutung hinzu, die einer sammlerischen Blütezeit im eigenen Haus. Sie begann mit einer Schenkung durch August von der Heydt 1901 und dauerte bis 1964 und dem Vermächtnis Eduard von der Heydts an. „Goldene Zeiten – Die Sammlung niederländischer Kunst und ihre Geschichte(n)“ ist seit 11. März im Mezzanin des Gebäudes zu sehen. Die Schau strebt keine weitere kunsthistorische Aufarbeitung an, die bei den Niederländern weitestgehend geschehen sei, so die Kuratorin Dr. Anna Storm. Die Kunsthistorikerin wählt einen anderen Ansatz, stellt die Sammlung und ihre Geschichte in den Mittelpunkt, wählte die Bilder nicht nur nach ihrer Qualität und Bekanntheit aus, kam so auch zur hochaktuellen Provenienzforschung.

Um die Herkunft geht es also: Dem Beispiel August von der Heydts folgten weitere bürgerliche Mäzene, denen mit dem ersten Direktor des Museums Friedrich Fries bis 1929 ein kongenialer Partner gegenüberstand. Fries habe die Sammlung der Niederländer aufgebaut, erzählt Storm. Neben den Bildern hängen kleine Schilder, die eine Besonderheit der ganzen Ausstellung sind. Sie geben Auskunft über den Weg des Kunstwerks ins Museum, stellen die Provenienzampel auf Grün, wenn nachgewiesen werden konnte, dass es keine Enteignung in der Zeit der Nationalsozialisten gegeben hatte, auf Gelb, wenn dies offen ist.

Die Ausstellung ist bis 10. April 2022 im Von der Heydt-Museum, Tumhof 8, in Elberfeld zu sehen. Tickets müssen im Vorfeld erworben werden. Es gelten strenge Coronaschutzmaßnahmen.

von-der-heydt-museum.de

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