Instrumentenbauer im Bergischen

Für Verstärker hat das Musikhaus Louis gerade angebaut

Was manche noch nicht wissen – Andre Louis kann nicht nur Stromgitarre, sondern zum Beispiel auch Geigen instandsetzen. 

35 Jahre betreibt es der gelernte Industriekaufmann. Inzwischen ist Sohn Dominik mitverantwortlich dabei. Auch er repariert Instrumente.

Von Elisabeth Erbe

Nur ein paar Quadratmeter groß war der kleine Laden an der Knusthöhe. Vor 35 Jahren eröffnete Andre Louis ein Musikgeschäft in Lennep, das gleichzeitig als Orgel-Unterrichtsraum genutzt wurde. Die Miete war mit 200 Deutsch-Mark (DM) noch erschwinglich, denn der Andrang war groß.

Andre Louis ist eigentlich gelernter Industriekaufmann, hatte aber schon immer Musik im Blut. Mit 15 Jahren spielte er in einer Band als Sänger und Gitarrist. Als junger Geschäftsmann hatte er den richtigen Riecher. Nur zwei Jahre später (1984), zog er in die Kölner Straße und vergrößerte nicht nur sein Sortiment, sondern bot hier ab sofort auch Reparaturen an.

Musik und Instrumentenbau hatte er sich selbst angeeignet, so dass er auch Geigen bauen kann. „Ist nicht so schwer, man muss nur viel Zeit und Nerven haben“, ist sich Louis sicher. In seiner Werkstatt steht die Werkbank mit dem Hobel und zahlreichen Werkzeugen. Doch die Holzspäne fliegen zur Zeit gar nicht. Durch eine Entzündung in der Hand muss Andre Louis aktuell mit dem Instrumentenbau pausieren.

Seine Kinder nahm er immer mit ins Geschäft, so dass Dominik Louis nun Anteilseigner ist und das Geschäft mitführt. Auch er repariert Instrumente – vorrangig Gitarren. Mit der Rockband 21 Octayne verbuchte der junge Musiker große Erfolge, entschied sich aber dann doch für das Musikhaus in Lennep. Das Musikhaus Louis bietet Saiten-, Tasten- und Blechblasinstrumente inklusive Zubehör an. „Die Leute kommen mit ihren alten Schätzchen hierhin und sind glücklich“, sagt Andre Louis und fühlt sich in seinem Konzept bestätigt. Ein Anbau für einen Engl-Shop (Verstärker) ist fertig, Eröffnung ist im April. „Es ist hier einfach eine andere Atmosphäre. Ein altes Fachwerkhaus, klein, aber riesig in der Auswahl und, die Menschen müssen ihre Instrumente nicht wegschicken“, sagt der Geschäftsmann.

Vor 25 Jahren hatte er sich mit einem Reiterhof ein zweites Standbein aufgebaut. Pferde, Musik und Wasserski sind seine Leidenschaften. Als Ausgleich geht er gerne und viel mit dem Hund ins Freie oder trifft gute Freunde. Seine größte Liebe gilt aber seiner Familie. „Sie ist das A und O für mich“, sagt er.

In der nächsten Woche stellen wir Ihnen Barbara Hollax aus Wermelskirchen vor.

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