Unterschiedliche Kulturkreise

Ungeschönter Blick auf das Leben einer deutsch-kurdischen Frau

Autorin Karosh Taha schilderte zwei Geschichten aus unterschiedlichen Kulturkreisen.
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Autorin Karosh Taha schilderte zwei Geschichten aus unterschiedlichen Kulturkreisen.

Karosh Taha las in der Zentralbibliothek aus ihrem Buch „Im Bauch der Königin“.

Von Peter Klohs

Remscheid. Zwei Jahre konnte in der Zentralbibliothek an der Scharffstraße aus bekannten Gründen keine Lesung stattfinden. Am Donnerstagabend freute sich Moderator Wolfgang Luge über 30 Interessierte, die die Fortführung der Interkulturellen Lesereihe besuchten. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartnern und der Schirmherrschaft des OB war es der Zentralbibliothek gelungen, die 1987 in Zaxo, Iran gebürtige Autorin Karosh Taha zu gewinnen. Sie las aus ihrem 2020 erschienen Roman „Im Bauch der Königin“.

Die preisgekrönte Schriftstellerin kam 1997 nach Deutschland, studierte in Duisburg und den USA und arbeitete bis 2018 als Lehrerin für Englisch und Geschichte. Ihre Erfolge als Schriftstellerin hinderten sie daran, zwei Berufe auszuüben. Ihr Roman „Im Bauch der Königin“ besticht zunächst durch seine außergewöhnliche Form. Er ist als Wendebuch konzipiert, bei dem die Lesenden den Roman von beiden Enden des Buches anfangen und sich auf die Mitte der Seiten voranlesen können.

Die Autorin schildert zwei Geschichten aus unterschiedlichen Kulturkreisen, dazu aus einer weiblichen und einer männlichen Sicht. In der Mitte des Romans treffen sich beide Geschichten. Im Laufe der gut 40-minütigen Lesung wird schnell klar, dass die Autorin Wert darauf legt, viele Sätze und Halbsätze mit „Und. . .“ beginnen zu lassen, was den Text zu einem beinahe endlosen Band macht, bei dem die Wörter und Sätze eher zufällig durch einen Punkt voneinander getrennt werden.

In den zwei alternativen Erzählebenen schildert Karosh Taha die unkonventionelle Hauptfigur Shahira, die mit vielen Konventionen bricht, sowie das Leben einer kurdisch-deutschen Community in einer Hochhaussiedlung. Taha wirft einen ungeschönten und zugleich empathischen Blick auf das Leben einer deutsch-kurdischen Frau. Es gehe nicht darum, so die Autorin, einfach nur zwei Perspektiven zu beleuchten. „Es ist mehr“, sagt sie, „es sind zwei Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen. Es bleibt die Frage, was es mit dem Bauch der Königin auf sich hat. Und wie man auf so einen Titel kommt.

Vom 2. bis zum 4. November wird der deutsch-ungarische Autor Akos Doma in der Sophie-Scholl-Gesamtschule lesen. Am 9. November kommt Ijoma Mangold nach Remscheid.

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