Orchester

Symphoniker geben seit Jahren wieder CD heraus

Sie haben bereits einmal zusammen Prokofjew gespielt: David Nebel an der Violine unterstützte das Orchester beim 10. Philharmonischen Konzert im Juni 2021.
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Sie haben bereits einmal zusammen Prokofjew gespielt: David Nebel an der Violine unterstützte das Orchester beim 10. Philharmonischen Konzert im Juni 2021.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Mit Prokofjews Violinkonzert Nr. 2 und Mjaskowskis Symphonie Nr. 25 – Nominiert für Bestenliste.

Remscheid/ Solingen. Die Bergischen Symphoniker feiern jedes Jahr nach den Schulferien Premiere. Dann, wenn die neue Konzertsaison beginnt. Aber die Premiere, die sie jetzt gefeiert haben, ist für einige Orchestermitglieder völlig neu: Das erste Mal seit rund 20 Jahren haben die Bergischen Symphoniker unter Leitung von Daniel Huppert wieder eine CD aufgenommen - und die ist nun sogar nominiert für die „Bestenliste 3/22“ des Preises der deutschen Schallplattenkritik. „Es hat unheimlich viel Spaß gemacht und das Orchester unglaublich geformt“, sagt der Generalmusikdirektor. Was die Klassikfans auf der CD zu hören bekommen, erklären wir im Folgenden.

Die Idee: Schon bei seinem Antritt als neuer Generalmusikdirektor vor vier Jahren hatte Daniel Huppert die Idee einer CD im Gepäck. Und je mehr er mit „seinem“ Orchester zusammenwuchs, desto mehr wurde klar: Der Wunsch wird Wirklichkeit. „Ich wollte für unsere CD-Produktion etwas Außergewöhnliches, nicht das Standardprogramm“, erzählt er im RGA-Gespräch. Das hat er nun bewiesen.

So sieht das Cover der CD aus.

Die Produktion: Im August 2021 war es so weit: Die Aufnahmen starteten. Dafür reisten 75 Orchestermitglieder samt ihren Instrumenten in die Domstadt Köln. Das Orchesterprobenzentrum der Bühnen Köln, in dem auch das Gürzenich Orchester probt, verwandelte sich vier Tage lang in ein Aufnahmestudio. „Es gab noch Corona-Restriktionen, weswegen wir alle an Einzelpulten mit Masken standen. Wir brauchten unglaublich viel Platz“, erzählt Huppert. Die Aufnahmen seien fordernd gewesen. „Man muss sich dabei auf den Punkt konzentrieren und schnell reagieren.“ Aufnehmen, korrigieren, wieder von vorn. Für ihn als Dirigenten war es ebenfalls eine Herausforderung, gibt er zu: „Ich musste dabei exakt die Tempi treffen, sonst hätte das Aufnahmeteam später nicht schneiden können.“ Es habe aber auch unglaublich viel Spaß gemacht, sagt der Generalmusikdirektor. Um die „Bergischen“ weiter voranzubringen, will er künftig immer erneut etwas produzieren. „Außerdem ist es auch für unser Publikum schön, etwas in der Hand zu halten.“

Die Zusammenarbeit: Das Orchester spielte Sergej Prokofjews Violinkonzert Nr. 2 und Nikolai Mjaskowskis Symphonie Nr. 25 ein, unterstützt von David Nebel an der Violine und unter der Leitung von Daniel Huppert. Man kannte sich bereits: Die „Bergischen“ sind bereits mit David Nebel beim 10. Philharmonischen Konzert 2021 aufgetreten. Gespielt wurde natürlich Prokofjew. Ein Newcomer sollte auf der CD vertreten sein. Die Wahl fiel auf David Nebel. „Er ist unheimlich talentiert“, sagt Huppert.

David Nebel ist ein gefragter Nachwuchssolist.

Die Werke: Beide Komponisten waren Studentenfreunde - die Verbindung hielt ein Leben lang. Das faszinierte Daniel Huppert, wie natürlich auch die Musik an sich. „Gerade das 2. Violinkonzert ist ein Meisterwerk und hat unglaublich viele Facetten.“ Während das Frühwerk Mjaskowskis eher düster sei, sei „die 25.“ eine unglaublich positive, farbenreiche und lebensbejahende Symphonie - die wiederum an Prokofjew erinnere. Die Verbindung ist also auch in der Musik spürbar. Es existieren jedoch kaum Aufnahmen. Nun wollte Huppert eine neue, frische Version herausbringen. „Man kann ungelogen sagen: Es ist die beste Mjaskowski-Symphonie-Aufnahme auf dem Markt.“

Kritik: Die Kritiker geben ihm recht. „Klassik Heute“ urteilt: „Die Bergischen Symphoniker erweisen sich als sehr kultiviert aufspielender Klangkörper, der den tendenziell introspektiven, ernsthaften Tonfall von Mjaskowskis Sinfonik über weite Strecken ausgesprochen gut trifft. In der Summe eine sehr gelungene Visitenkarte des Orchesters, das ausdrücklich auch für seine Wahl des Repertoires zu loben ist.“

Erhältlich: Die CD, erschienen bei Prospero, ist sowohl im Handel als auch auf gängigen Streamingplattformen erhältlich. Die gepresste CD (16,99 Euro) enthält auch ein Booklet mit Hintergrundinfos. UPC: 4262353970065.

Hier ist das Orchester live zu hören

2. Philharmonisches Konzert: Mittwoch, 28. September, 19.30 Uhr, Teo Otto Theater, mit Hornist Pascal Deuber. Leitung: Alexander Merzyn. Es erklingt Musik von Glinka, Glière und Schumann. Eintritt: 28 Euro, Jugendliche erhalten Freitickets.

Festakt: Zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober, 11 Uhr, spielen die Symphoniker Mozart, Moulique und Poulenc im Teo Otto Theater, mit Maciej Frackiewicz (Akkordeon), Leitung: Daniel Huppert. Eintritt frei!

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