Reaktion

Songschreiber: „Das Publikum mag die russische Kunst“

Heinz-E. Klockhaus ist Liedschreiber. Archivfoto: Lara Hunt
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Heinz-E. Klockhaus ist Liedschreiber. Archivfoto: Lara Hunt
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Heinz-E. Klockhaus reagiert auf Druschba-Artikel im RGA.

Hückeseagen. Mit besonderem Interesse hat der Hückeswagener Liedschreiber Heinz-E. Klockhaus den RGA-Artikel „Keiner mag mehr Druschba hören“ vorigen Samstag gelesen. Klockhaus schreibt Songtexte, unter anderem seit 2008 für Bariton Ronny Weiland. Beide haben gerade ebenfalls die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs zu spüren bekommen − und eine ganz besondere Reaktion des Publikums.

Der 1975 in Jena geborene volkstümliche Musiker Ronny Weiland belegte 2007 den ersten Platz im Bundesmusikwettbewerb „Superstar der Volksmusik“. 2008 folgte eine Tour mit Gedenkkonzerten für Ivan Rebroff, den er noch kennengelernt hat, zusammen mit dessen Original-Musikensemble durch mehrere europäische Länder. 2009 rangierte er zwei Wochen auf Platz 1 der Hitparade von WDR 4. Er war mit Michael Hirte unterwegs, war Gast in den TV-Sendungen von Stefan Mross. Sein Debüt-Album „Russische Seele“ erschien bei Ariola/Sony Music.

Aktuell sei Weiland erfolgreich mit seinem Programm „Lieder vom Wolgastrand“ in Deutschland auf Tour, erzählt Klockhaus. Jener hat unter anderem deutsche Texte zu russischem Liedgut wie „Kalinka“, „Kudejar“, dem berühmten „Second Waltz“ von Schostakowitsch bis zur russischen Nationalhymne − mit Erlaubnis der Föderation − geschrieben.

Als der Krieg in der Ukraine ausbrach, musste das Management auf Veranlassung eines Veranstalters von den russischen Liedern zum neutralen Programm von Weiland wechseln. Aber was passierte? Das Publikum habe so massiv protestiert, dass der Bariton den zweiten Teil der Veranstaltung wieder unter großem Beifall zu den russischen Liedern vom Wolgastrand fortsetzte. „Das war ein Lichtblick des Publikums“, sagt Klockhaus.

Die Tour setzt Weiland nun mit seinen russischen Liedern fort. „Es scheint aktuell eine Ablehnung gegen alles, was mit Russland in Verbindung steht, herbeigeredet zu werden, während das sensible Publikum das viel differenzierter sieht und russische Kunst nicht für einen wahnsinnigen Krieg verantwortlich macht“, meint Klockhaus. „Ich hoffe daher, dass die Musikliebhaber auch weiterhin das Repertoire von Druschba genießen wollen.“

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