Ausstellung

Der Weg zur Kunst führt über den QR-Code

Susanne Müller-Kölmel, die Vorsitzendes des Vereins Solinger Künstler, geht durch den Ausstellungsraum mit ihren Bilder und Stelen ihres Künstlerkollegen Michael Bauer-Brandes.
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Susanne Müller-Kölmel, die Vorsitzendes des Vereins Solinger Künstler, geht durch den Ausstellungsraum mit ihren Bilder und Stelen ihres Künstlerkollegen Michael Bauer-Brandes.

Jahresausstellung des Vereins Solinger Künstler und Einzelschau von Manuela Stein starten am Samstag.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Bis zuletzt hatten die Mitglieder des Vereins Solinger Künstler für ihre Jahresausstellung im Kunstmuseum gehofft, zumindest in der letzten Woche Besucher vor Ort empfangen zu können. Aber mit der Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März war klar: Es bleibt nur der digitale Weg, sich einer kunstinteressierten Öffentlichkeit zu zeigen, die Türen zum Kunstmuseum müssen geschlossen bleiben.

Die 18 Positionen der Künstler sind nun mittels QR-Code zu sehen, wahlweise über die Internetseite der Solinger Künstler (| Kasten) oder auf deren Facebook- beziehungsweise Instagram-Account.

Das Gleiche gilt auch für die parallele Ausstellung der interdisziplinär arbeitenden Künstlerin Manuela Stein. Ihre Fotoarbeiten sowie ihre Video-Installationen – begleitet und ergänzt von Klängen – sind ab Samstagabend, 18 Uhr, ebenfalls beim Außenrundgang um das Kunstmuseum zu erleben: Auch hier führen über QR-Code abrufbare Informationen zu der Möglichkeit, intensiv in Dialog mit den künstlerischen Arbeiten zu treten und sie auf sich wirken zu lassen.

„Nähe und Distanz“ ist das Thema der reflektierenden Werke von Manuela Stein: Die Bedeutung von realem und virtuellem Sein und Schein, Digitalisierung, exponentiell steigender Wissenszuwachs in Technik und Forschung haben positive wie negative Folgen. „Auch in der Pandemie erleben wir Entfremdungserscheinungen und zugleich vielleicht Motivationsschübe“, sagt Manuela Stein, die ihren Körper als Fotografierobjekt versachlicht – gleichsam zum Werkstoff macht – und mit faszinierenden Nahaufnahmen von Körperteilen aus der persönlichen Intimität herausholt und auf eine allgemein verfügbare Ebene stellt.

Manuela Stein macht ihren Körper zum Werkstoff für ihre Fotografien.

Verschiedene Videoinstallationen ergänzen ihre Fotoarbeiten, eine davon hat sie eigens für diese Ausstellung erarbeitet. „Ich hoffe, dass meine Arbeiten beim Außenrundgang gut rüberkommen“, sagt die Künstlerin, die sich viel Mühe gegeben hat, diesen besonderen Zugang als Alternative zu einem klassischen Museumsbesuch zu verwirklichen. „Abends wird das ganze Gebäude mit den Installationen zu einem seh- und hörbaren Kunsterlebnis“, verspricht sie und empfiehlt, die Dämmerung abzuwarten, um die Installationen gut erkennen zu können.

Auch die Arbeiten des Vereins Solinger Künstler setzen auf die Möglichkeiten des Digital-Zeitalters, auch ihre Arbeiten werden via QR-Code erläutert. Sie können beim Außen-Rundgang eingescannt werden – oder im Internet. „Cellula“ heißt die aktuelle Jahresschau: „Jeder hat via Los eine Zelle zugeteilt bekommen, die er gestalten konnte“, sagt Susanne Müller-Kölmel, eine der beteiligten Künstlerinnen. „Passend zur Corona-Zeit, in der ja auch jeder in seiner persönlichen Zelle sitzt und das beste aus der unabänderlichen Situation machen muss“.

Solingen: Ausstellung nimmt konkret Bezug auf Kunst in Corona-Zeiten

Die diesjährige Ausstellung nimmt damit konkret Bezug auf die Situation von Kunst und Kultur in diesen besonderen Zeiten der Pandemie, die natürlich auch den Aufbau der Ausstellung bestimmt hat. Lediglich zu zweit durfte gehängt, gestellt und ausprobiert werden. Die Künstler geben in ihren Werken auf die Fragen nach Schutz- und Sicherheitsbedürfnis, Isolierung / Vereinzelung aber auch Lebendigkeit, Zuversicht, Hoffnung und Optimismus Antworten. Susanne Müller-Kölmel etwa formuliert malerisch Märchenzitate, die auf gesellschaftliche Missstände und moralische Grauzonen wie Hochmut, Habgier und Neid verweisen und setzt ein Statement für notwendige Veränderungen.

Jahresschau Solinger Künstler wird digital

Solingen Jahresschau Solinger Künstler wird digital
Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
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Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
Solingen Jahresschau Solinger Künstler wird digital
Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
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Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
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Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
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Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
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Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
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Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
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Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
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Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
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Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
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Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
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Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
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Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
Solingen Jahresschau Solinger Künstler wird digital
Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
Solingen Jahresschau Solinger Künstler wird digital
Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier
Solingen Jahresschau Solinger Künstler wird digital
Jahresschau Solinger Künstler wird digital © Christian Beier

Michael Bauer-Brandes verschweißt Gegensätze: Er kombiniert geschmiedete Rohre mit Druckwalzen aus der industriellen Profilstahlherstellung und schafft so in seinen Stelen einen Kontrast zwischen genormter Gleichförmigkeit und dem individuellen Einzelstück. Ela Schneider präsentiert ein Corona-Stillleben: eine Weinflasche und ein Stapel Bücher aus heimischen Hölzern geschnitzt.

Jahresschau

Beteiligt: Michael Bauer-Brandes, Heiderose Birkenstock-Kotalla, Sabine Bohn, Kirsten Diez-Reinbeck, Judith Funke, Klaus Greinert, Anita Herzog-Graf, Ulle Huth, Michael Klette, Christina Köster, Petra Korte, Anja Kreitz, Susanne Müller-Kölmel, Jürgen Schmatz, Ela Schneider, Güdny Schneider-Mombaur, Sabine Smith, Duda Voivo

Dauer: 13. Februar bis 7. März

Außenrundgang: täglich bis 22 Uhr mit Einblicken in die Ausstellung via QR-Codes auf der Internetseite

www.solingerkuenstler.de

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