Aus 280 Bewerbungen wurden Kunstwerke ausgewählt

75. Bergische Kunstausstellung: Starker Trend zur Malerei

Gestern stellten die Künstler ihre Arbeiten der Presse vor. Im Vordergrund die modernen Korbgeflechte von Ryo Kinoshita. Fotos: Christian Beier
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Gestern stellten die Künstler ihre Arbeiten der Presse vor. Im Vordergrund die modernen Korbgeflechte von Ryo Kinoshita.
  • Simone Theyßen-Speich
    VonSimone Theyßen-Speich
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Am Montag eröffnet die 75. Internationale Bergische Kunstausstellung im Kunstmuseum.

Solingen. Wenn am Montag die 75. Internationale Bergische Kunstausstellung im Kunstmuseum öffnet, dann gibt es wieder einen starken Trend zur Malerei. „Ich freue mich, dass die oft totgesagte Malerei sich ihren Platz in der Kunst zurückerobert hat“, betonte Gisela Elbracht-Iglhaut, die Leiterin des Kunstmuseums, gestern bei der Presse-Vorschau für die „Bergische“.

Aus 280 Bewerbungen hatte die sechsköpfige Jury in diesem Jahr die interessantesten Arbeiten ausgewählt. Letztendlich hat man sich auf zwölf Künstler oder Künstlergruppen festgelegt. Deren Bilder, Skulpturen, Installationen oder Video-Installationen werden bis 31. Oktober im Kunstmuseum, Wuppertaler Straße 160, zu sehen sein.

Im Mittelpunkt steht mit Pascal Sender der diesjährige Preisträger des 75. Internationalen Bergischen Kunstpreises. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wird ihm am kommenden Montag bei der – nur im internen Rahmen möglichen – Ausstellungseröffnung von Dr. Thomas A. Lange überreicht, dem Vorstandsvorsitzenden der National-Bank als Sponsor des Preises.

75. Internationale Bergische Kunstausstellung: Pascal Sender schafft digitale Kunstwerke zum Ansehen

Jan-Luka Schmitz platzierte seine großformatigen Gemälde.

Der in der Schweiz geborene Pascal Sender bringt in seine Arbeiten – eine Mischung aus Malerei, Fotografie und Collage – eine neue Realitätsebene ein. Fotos, die er im Alltag mit dem Smartphone macht, werden digital bearbeitet, gedruckt und weiter künstlerisch bearbeitet, mit Farbe oder Spraydose. Seine „augmented reality“, die erweiterte Realität, schafft er digital. Mittels QR-Code und Instagram können Besucher zum eigenen digitalen Gesicht des Kunstwerkes werden. „Um das auszuprobieren sind bei den vielen angemeldeten Schulklassen in diesem Jahr ausnahmsweise auch Handys in der Ausstellung erlaubt“, erzählt Elbracht-Iglhaut schmunzelnd.

Das ist die 75. Internationale Bergische Kunstausstellung

75. Internationale Bergische Kunstausstellung
Jan-Luka-Schmitz hängt einige der Bilder der 75. Bergischen Kunstausstellung auf.  © Christian Beier
75. Internationale Bergische Kunstausstellung
Ein Raum voller Kunstwerke © Christian Beier
75. Internationale Bergische Kunstausstellung
Arbeiten von Pascal Sender (li) und von Rike Droescher. © Christian Beier
75. Internationale Bergische Kunstausstellung
Arbeiten von Josephine Garbe . © Christian Beier
75. Internationale Bergische Kunstausstellung
Noch sind nicht alle Kunstwerke an Ort und Stelle. © Christian Beier
75. Internationale Bergische Kunstausstellung
Werk von Kunstpreisträger Pascal Sender. © Christian Beier
75. Internationale Bergische Kunstausstellung
Jan-Luka-Schmitz hängt einige der Bilder der 75. Bergischen Kunstausstellung auf.  © Christian Beier
75. Internationale Bergische Kunstausstellung
Arbeiten von Ryo Kinoshita © Christian Beier
75. Internationale Bergische Kunstausstellung
Ein Raum voller Kunstwerke © Christian Beier
75. Internationale Bergische Kunstausstellung
Werk von Kunstpreisträger Pascal Sender. © Christian Beier
75. Internationale Bergische Kunstausstellung
Gisela Elbracht-Iglhaut © Christian Beier
75. Internationale Bergische Kunstausstellung
Die Besucher bestaunen die Kunstwerke. © Christian Beier
75. Internationale Bergische Kunstausstellung
Jan-Luka Schmitz war beim Aufhängen sehr genau! © Christian Beier
75. Internationale Bergische Kunstausstellung
Werk von Kunstpreisträger Pascal Sender. © Christian Beier

Neue Realitäten schafft auch Ryo Kinoshita, etwa mit seinem Werk, das wie Stoff und Fäden anmutet, aber das Ergebnis feinster Linien und Ornamente aus Ölfarben ist.

Pandemie gab Anstoß für digitale Installationen

Die Einschränkungen der Corona-Pandemie waren Auslöser für die beiden digitalen Installationen der Ausstellung. Felix Breidenbach hat, unterlegt mit einem fesselnden Herzschlag-Sound, Eindrücke des leeren Manhattan als Video-Installation verarbeitet. Danila Lipatov und Karen Zimmermann haben Telefonate mit ihren Müttern – in Moskau und in Remscheid – als Grundlage genommen, um die Frage, wie sich Kultur und Kommunikation in der Pandemie verändert haben, künstlerisch aufzuarbeiten.

Und immer wieder Malerei. Philipp Naujoks hat seinen Arbeiten, einer Kombination aus Zeichnung und Fotografie, so spannende Titel gegeben wie „Nachts sind wir wach und tagsüber müde – du trinkst Espresso und ich Kaktus-Feige“. Jan- Luka Schmitz zeigt auf seinen großformatigen Gemälden Figuren, die unter Spannung stehen. Etwa den Mann, der mit eingeklemmten Schnürsenkeln einen Spagat auf der Rolltreppe machen muss.

Pascal Sender, in diesem Jahr mit dem Internationalen Bergischen Kunstpreis ausgezeichnet, stellt seine „augmented reality“, die erweiterte Realität, vor.

Neugierig machen auch Denise Winter mit ihrer Schlagschnur-Arbeit gleich zu Beginn der Ausstellung oder die sieben Hände von Josephine Garbe, die das Thema „Berührung“ künstlerisch umsetzt.

Als weitere Künstler stellen Rike Droescher, Sebastian Fritzsch, Fynn Ribbeck und Camillo Grewe aus. Letzterer begrüßt die Besucher mit einer großen variablen Stoffpuppe – halb Mensch, halb Tier.

Die Stadt-Sparkasse lädt die Besucher wieder ein, ihren Publikumsliebling zu wählen. Der Publikumspreis ist mit insgesamt 3000 Euro dotiert. „Dieses Engagement ist uns wichtig, weil gerade an kulturellen und zwischenmenschlichen Ereignissen in den vergangenen Monaten so viel gefehlt hat“, so Sparkassen-Sprecher Martin Idelberger.

„Die Bergische“

Interne Eröffnung: Montag, 20. September, 19 Uhr

Ausstellung: Ab 21. September bis 31. Oktober, di. bis so., 10 bis 17 Uhr, Führungen jeden Sonntag 11.15 und 14 Uhr, 9 Euro

Aktion: Am 26. September Eintritt zum halben Preis mit Sparkassen-Card oder ST-Karte.

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