Westdeutsches Tourneetheater

Schneewittchen ist Flüchtling im Wald

Das Westdeutsche Tourneetheater begeisterte mit der eigenen Variante von Schneewittchen. Foto: Roland Keusch
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Das Westdeutsche Tourneetheater begeisterte mit der eigenen Variante von Schneewittchen.

WTT gefällt mit einer modernen Fassung des Märchens. Statt sieben Zwergen gibt es nur einen.

Von Milena Ziert

Schneewittchen und die sieben Zwerge – wer kennt es nicht, das alte Märchen der Gebrüder Grimm. Das Westdeutsche Tourneetheater feierte am Sonntag Premiere für eine etwas andere Interpretation des deutschen Klassikers. Die Besucher waren begeistert – und ein wenig irritiert.

Ein sportliches und etwas naives Schneewittchen, ein Zwerg mit sieben Persönlichkeiten und eine kaufsüchtige, böse Stiefmutter – ein gutes Rezept für viele Lacher bei großen und kleinen Theatergästen. Das neue „Schneewittchen“ aus dem WTT Remscheid ist ein Märchenspiel nach den Brüdern Grimm von Raphael Protiwensky.

Eine moderne Inszenierung für Kinder ab fünf Jahren und mit vielen kleinen Gags für die Erwachsenen. „Das Stück gefällt mir echt gut, auch wenn es etwas anders ist, als erwartet“, meinte Besucher Mario Gries. „Ich hatte mit sieben Zwergen gerechnet und nicht mit einem.“ Seine vierjährige Tochter Linda fand es trotzdem lustig. „Aber es ist auch ein bisschen gruselig.“ Die Geschichte ist klassisch: Die eitle Königin möchte die Schönste im Land sein, weshalb Schneewittchen sterben soll. Ein vergiftetes Mieder, ein Kamm und ein Apfel, soweit passt die Geschichte mit dem traditionellen Märchen zusammen. Auch den charmanten Prinzen gab es natürlich am Ende für das schöne Schneewittchen. Ebenso verwirrt wie belustigt waren die Zuschauer dann aber, als es um die sieben kleinen Protagonisten ging.

NÄCHSTE VORSTELLUNGEN 

THEATER Die nächsten Vorstellungen des Kindertheaterstücks Schneewittchen sind am Dienstag, 10.11. um 10 Uhr und am Mittwoch, 11.11., ebenfalls um 10 Uhr. Die Karten kosten 8 Euro für Erwachsene und 6 Euro für Kindern. PROGRAMM Für Dezember stehen weitere Aufführungen an. Info: www.wtt-remscheid.de.

Denn, anstatt sieben lustigen Zwergen mit bunten Zipfelmützen, gibt es im WTT nur einen Zwerg, Egon, mit sieben verschiedenen Persönlichkeiten und sieben Mützen. Zwerg eins war lieber in ein Baumhaus gezogen, Zwerg zwei ging wegen Dreck im Wald, Zwerg drei zog es als Klabautermann ans Meer, Zwerg vier liebt eine Zwergenprinzessin, Zwerg fünf ging zu seinen Eltern zurück und der sechste, selbstverliebte, Zwerg wohnt nun in einem Spiegelkabinett. „Aber einer muss sich ja um das Bergwerk kümmern“, befand Zwerg Nummer Sieben, gespielt von Björn Lukas, und blieb im Wald.

Ein Glück für Schneewittchen, alias Kristina Otten, die dort als Flüchtling willkommen geheißen wurde.

Die Akteure spielten auch charmant mit politischen Seitenhieben

Politische Seitenhiebe brachten die Schauspieler ebenso charmant unter, wie manch ein soziales Vorurteil. So trieb die Königin (Verena Sander) ihren Jäger (Björn Lenz) zur Kündigung, weil er ihre Kaufsucht und Unentschlossenheit nicht mehr ertragen konnte. Den Zuschauern gefiel die Inszenierung durchweg.

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