Bühne

Ron Minis: Bunter Hund hält Genregrenzen für überflüssig

Ron Minis ist nicht nur rein optisch ein bunter Hund. Auch mit seiner Musik wird er das Haus Eifgen aufmischen.
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Ron Minis ist nicht nur rein optisch ein bunter Hund. Auch mit seiner Musik wird er das Haus Eifgen aufmischen.

Ron Minis integriert verschiedene Stile in seine Musik. Am 4. November tritt er im Haus Eifgen auf.

Von Peter Klohs

Wermelskirchen. Mit Ron Minis kündigt sich ein Musiker im Bergischen an, der das Haus Eifgen in Wermelskirchen aufmischen wird. Man könnte auch sagen: Da kommt ein bunter Hund, was noch nicht einmal despektierlich gemeint wäre, denn rein optisch besticht Minis durch einen leuchtend blau eingefärbten Vollbart. Und damit nicht genug der Extravaganzen.

Die Musik des aus einer russisch-jüdischen Familie stammenden Minis ist nicht eindeutig zu definieren. Die Basis der Musik ist eine moderne Spielart des Jazz. Aber Minis reicht das nicht: Er integriert verschiedene Bestandteile anderer, dem Jazz eher nicht verwandter Musikstile. So hört man in seinen Konzerten immer wieder Versatzstücke aus Punk, Neo-Klassik und Death Metal, was sich homogener anhört, als es sich vorstellen lässt.

Minis und seinen Mitmusikern ist Rhythmus extrem wichtig. In der einen Minuten will man zu einem ekstatischen Groove tanzen, im nächsten Moment bricht das Trio diesen ab, nur um in einer träumerischen und beinahe rhythmuslosen, weil schwebenden Ballade mit Pink-Floyd-Anleihen zu landen. Die stilistische Vielfältigkeit darf man getrost als einmalig bezeichnen.

Gelegentlich scheint seine israelische Heimat durch die Musik, dann wieder die ostinaten Patterns des armenischen Jazzpianisten Tigran Hamasyan, dann Noise-Musik wie von den Einstürzenden Neubauten, dann elektronische Einflüsse, als habe sich Klaus Schulze mit AC/DC zusammengetan. Für die Jazzkenner: Panzerballett ist eine deutsche Crossover-Band, die der Musik von Ron Minis in etwa nahekommt, dessen Radikalität aber nicht erreicht.

Wie Motörhead, die sichin den Jazzkeller verirrt haben

Eigentlich wollte Minis Gitarrist in einer Heavy-Metal-Band werden, obwohl er seit seinem sechsten Lebensjahr klassisch als Pianist ausgebildet wurde. Diese beiden musikalischen Pole verbinden sich bei ihm kongenial und bilden die Fixpunkte seiner Musik, für die so recht noch keine Schublade erfunden worden ist.

Er selbst bezeichnet Genregrenzen als überflüssig. Es kann geschehen, dass er inmitten eines treibenden Jazztitels das Piano verlässt und zur reichlich verzerrten E-Gitarre greift, nur um ein paar Metal-Licks beizusteuern. Da er gleichzeitig über einen zweiten Gitarren-Amp das Piano verzerren kann, klingt das dann wie Motörhead, die sich in einen Jazzkeller verirrt haben.

Im Laufe seiner Karriere hat Ron Minis zahlreiche Erfahrungen in unterschiedlichen Genres gesammelt – und alle spiegeln sich in seiner Musik wider. Er erweiterte seine Kenntnisse und sein Instrumentenarsenal immer weiter und entdeckte seine Leidenschaft für mechanische und elektronische Basteleien. So zeigt er in einem Youtube-Video, wie er einen Konzertflügel „zerlegt“ und aus den Teilen desselben eine Gitarre baut, die durch modernste Technologie und Soundeffekte zur schier unübersehbaren Abenteuerwiese für Musiker mit Lust auf Neues wird.

Nach dem Erlernen des Gitarrenspiels nahm ihn späterhin das Schlagzeug gefangen und er machte sich mit diesem Instrument vertraut. Wie verlautet, ist ihm auch der Bass nicht fremd. Erste Bühnenerfahrung sammelte Minis zunächst im Rockbereich: Noise, Punk, Metal, aber seine Lust an der Improvisation führte zu einer steten Nähe, die er gegenüber dem Jazz fühlte.

Erstaunlich genug, dass das Ron Minis Trio bei dieser vielfarbenen Musik den Spannungsbogen aufrechterhalten kann. Genau so sehr, wie dem Trio Stilgrenzen unwichtig sind, ist ihm die Dynamik wichtig. Und dass die funktioniert, davon können sich die Musikliebhaber mit offenen Ohren demnächst im Haus Eifgen selbst überzeugen. Das Konzert des Ron Minis Trio wird von der Beauftragten des Bundesministeriums für Kultur und Medien (BKM) gefördert.

Interessierte können „Schnuppertickets“ erwerben. Wer sich den „normalen“ Eintrittspreis jedoch leisten kann, dem ist es nicht verboten, eben diesen zu entrichten. Auch ein bunter Hund muss eine angemessene Gage erhalten.

www.kultin.de

Konzert

Das Ron Minis Trio spielt am Freitag, 4. November, um 20 Uhr im Haus Eifgen. Ron Minis wird von Bar Filipowicz am Bass und Drummer Yogev Gabay begleitet. Das Schnupperticket kostet 6, das Standard-Ticket 12, das Sponsoren-Ticket 25 Euro.

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