Zwei Jahre bleibt das Ensemble

Teo Otto Theater holt feste Tanzkompanie ins Haus

Erstklassiger Tanz hat schon immer einen großen Raum im Theater eingenommen. Foto: Stefan Schmidbauer
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Erstklassiger Tanz hat schon immer einen großen Raum im Theater eingenommen.

Geplant sind Workshops für jeden.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Das „Schmuckkästchen“ holt sich ein neues Juwel ins Haus. Das Teo Otto Theater beschreitet in der neuen Spielzeit 2021/2022 neue Wege – und baut eine „Company in Residence“ auf. Also ein Tanzensemble, das nicht nur zu einem Auftritt nach Remscheid kommt und wieder abrückt, sondern eine Kompanie, die bleibt. Damit stärkt das erste Haus am Platz das ohnehin schon breite Angebot der Sparte Tanz, das sich durchaus mit größeren Häusern in der Republik messen darf.

Der Vorteil der Theater-Ausrichtung ist in dieser Hinsicht aber auch ein Nachteil. „Auf der einen Seite können wir uns als Gastspielhaus die besten Sachen herauspicken. Auf der anderen Seite haben wir aber auch den Nachteil, dass wir mit den meisten Kompanien nicht länger zusammenarbeiten können“, erklärt der künstlerische Leiter des Teo Otto Theaters, Sven Graf. Eine Ausnahme bildet natürlich das feste musikalische Ensemble: die Bergischen Symphoniker, die seit jeher eine „Company in Residence“ sind. „Mit einem festen Ensemble kann man gemeinsam Programme erarbeiten, die zum Beispiel auch ein junges Publikum ansprechen.“ Und diesen Gedanken will das Theater-Team ausweiten.

Aktuell bewirbt sich das erste Haus am Platz um das Bundesförderprogramm „Tanzland“. Dieses würde das Projekt „Company in Residence“ ermöglichen, erklärt Graf. „Wir haben eine hochkarätige deutsche Kompanie ins Auge gefasst, mit der wir uns zusammen beworben haben.“ Und was passiert, wenn das Teo Otto Theater keine Förderung erhält? „Dann gibt es Ausweichpläne. Für den Fall haben wir eine andere Kompanie an der Hand, mit der wir es machen könnten. Dann aber in einem etwas kleineren Rahmen, damit wir es finanziell umgesetzt bekommen.“

Das Ziel des Ganzen: Die Tanzkompanie soll zwei Jahre lang in Remscheid bleiben. Sie soll dabei aber nicht nur ein bis zwei Vorstellungen auf der Bühne geben, sondern auch abseits: Mehrere Workshops, die Graf „community dance“ nennt, sollen die Remscheiderinnen und Remscheider dabei konkret einbeziehen – sie dürfen gemeinsam mit der Kompanie arbeiten.

Im Februar 2022 soll es losgehen mit der „Company in Residence“. Dann wird es ein erstes Kennenlernen geben – mit einer Workshopwoche vom 21. bis 24. Februar. Jeder, der möchte, kann mitmachen. Die Workshopwoche mündet in einem Auftritt am Samstag, 26. Februar, um 19.30 Uhr im Teo Otto Theater.

„Wir sind mit Tanz an etwas ganz Ursprünglichen des Menschseins dran.“

Sven Graf, künstlerischer Leiter

Vom 6. bis 10. Juni 2022 ist dann der zweite Tanzworkshop mit einer Präsentation geplant. Am Samstag, 11. Juni, wird das Teo Otto Theater dann innen wie außen ganz von Tänzern regiert: Von 13 bis 14 und von 15 bis 16 Uhr wird sich die Kompanie bei einer Tanzinstallation so richtig austoben. Und das Publikum darf dabei sein. Weitere Aktionen sind in Planung, sagt Graf.

Warum ist eine „Company in Residence“ wichtig für das Teo Otto Theater? Neben den künstlerischen Freiräumen, die das mit sich bringe, auch die Identifikation der Remscheider mit ihrem Theater. „Die Menschen, die hier her kommen, können Erlebnisse abseits der Bühne machen – das war von Anfang an eines meiner Schlagworte“, erklärt der künstlerische Leiter. Sein Ziel: das kulturelle Leben über die Bühne hinaus erweitern und darüber neue Welten eröffnen, ins Gespräch kommen, voneinander lernen, Respekt und Zusammenhalt schaffen. „Es ist gut, über Tanz zu sprechen, aber es ist noch besser, ihn auch erlebbar zu machen.“ Gerade Tanz sei eine unmittelbare Kunstform. „Wir sind mit Tanz an etwas ganz Ursprünglichen des Menschseins dran, dass es sich lohnt, einen Blick darauf zu werfen.“

Die Sparte Tanz nimmt damit einen noch größeren Stellenwert im ersten Haus am Platz ein. Das Niveau ist hoch. Schon immer kamen internationale Tanzkompanien gern nach Remscheid. Und auch in der neuen Spielzeit, die am 1. September beginnt, gibt es wieder erstklassigen Tanz (| Kasten).

Sparte Tanz 21/22

Compagnie Illicite Bayonne: Das junge französische Ensemble liefert mit „Soirée de Ballets“ contemporary dance – elegant und mit viel Charme: Donnerstag, 23. September, 19.30 Uhr. Vom 20. bis 22. September gibt es zudem einen Workshop.

Coppélia: Klassisches Ballett der Tatarischen Staatsoper Kasan für die ganze Familie, unterstützt von den Bergischen Symphonikern: Donnerstag, 18. November, 19.30 Uhr.

The Nutcracker and I: Liveperformance für Klavier, Ballerina und digitale Animation: Samstag, 15. Januar, 19.30, und Sonntag, 16. Januar, 16 Uhr.

Jon Lehrer Dance Company: Die amerikanische Kompanie liefert eine Hommage an das Leben und Werk des Künstlers Leonard Bernstein – mit Modern Jazz am Dienstag, 18. Januar, 19.30 Uhr.

Companhia de Danca Deborah Colker: Deborah Colker (Brasilien) präsentiert mit „Cão Sem Plumas“ erstmals einen Modern-Dance-Abend mit brasilianischem Thema – Dienstag, 29. März, 19.30 Uhr.

Motion House: Magischer Tanzzirkus aus England: rasant und mit visueller Magie. Die Kompanie kommt am Freitag, 10. Mai, um 19.30 Uhr.

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